Das Kreuz spaltet die Gemeinde Callosa. Am Montag soll es abgetragen werden. Foto: Stefan Wieczorek

Kruste, die nicht abfällt

Callosa de Segura – sw. Einen Showdown erwartet Callosa am Montag, 29. Januar. Das Rathaus will das ...

Callosa de Segura – sw. Einen Showdown erwartet Callosa am Montag, 29. Januar. Das Rathaus will das unter Diktator Franco aufgestellte Marmorkreuz „Cruz de los Caídos“ von der Plaza de España entfernen lassen. Dreimal hat dies eine Anwohnerinitiative verhindert. Tag und Nacht wacht eine Gruppe über das Denkmal, ohne das sie sich ihren Ort nicht vorstellen kann. Das wird sie nun wohl müssen. Bürgermeister Fran Maciá (PSOE) will auf Nummer sicher gehen. Mit der Regierungsvertretung in Alicante hat er ausgemacht, dass die Genehmigung für den Protest der „Defensa de la Cruz“ am Sonntag ausläuft. Am Folgetag soll ein Polizeiaufgebot den Platz weiträumig absperren. Medienrummel ist garantiert. 2017 flimmerte Callosas Platz dreimal voller aufgewühlter Menschen über Spaniens Fernseh-Schirme. Die Abrissfahrzeuge kamen nicht durch. Mittendrin: Bürgermeister Maciá. Zu gern wäre er aus anderen Gründen in den Schlagzeilen. Gefragt wird Maciá jedoch vorwiegend nach „dem Kreuz“. Dessen Entfernung war eine Bedingung für den linken Regierungspakt der Sozialisten mit der Izquierda Unida und Podemos. Auch die Landesregierung aus PSOE und Compromís hat das Kreuz satt, wie die Generaldirektorin für Kulturerbe, Carmen Amoraga, bekräftigte. Es störe den Blick auf die Renaissance-Kirche San Martín – ein Gut von kulturellem Interesse (Bic). Bereits 2016 hatte das Gericht von Elche geurteilt, bei dem Kreuz handle es sich um kein kulturelles Gut, sondern um ein Symbol der Franco-Zeit. Man könne es also wegschaffen.

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