Mittlerweile werden Patienten vielerorts vom Auto aus auf Coronavirus getestet. Foto: Ángel García

Ein Land igelt sich ein

Madrid – sk. Alle zwei Minuten verliert Spanien einen Bürger. Über 800 werden es am Tag. Das Coronav...

Madrid – sk. Alle zwei Minuten verliert Spanien einen Bürger. Über 800 werden es am Tag. Das Coronavirus sucht das Land mit einer ähnlich brutalen Virulenz heim wie Italien. Spanien schreitet durch eine schwere Phase der Pandemie. Die offiziell vermeldeten Zahlen übersteigen die 100.000 Infizierten, die der Toten geht auf 10.000 zu, die der Gesundgeschriebenen hat die 22.000 übertroffen. Ministerpräsident Pedro Sánchez hat am Samstag abermals an der Reißleine gezogen und vor dem Fernsehen so etwas wie den Stopp der Wirtschaft bis 9. April verkündet. Die Maßnahme zur Entlastung des Gesundheitswesens verglich Finanzministerin María Jesús Montero mit einem „Winterschlaf“ – manchem Unternehmer und Arbeitnehmer muss eher das Wort Alptraum in den Sinn gekommen sein. Der Kellner, die Verkäuferin, die Studentin, Selbständige, Straßenmusiker, der Bauarbeiter, Familienvater oder die Oma – kaum jemand lebt heute ohne Sorgen um seine Gesundheit, seine Existenz und Zukunft. Diese Grundstimmung stellte das renommierte Meinungsforschungsinstitut Metroscopia quer durch alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten fest. „Wir verfolgen seit Ende Februar die öffentliche Meinung und sie hat sich genauso entwickelt wie die Kurve des Virus. Wir waren erst guter Dinge, man hielt vieles für Meinungsmache und Übertreibung. Das sei doch nichts anderes als eine gewöhnliche Grippe. Das ist vorbei. Jetzt sind wir alle zutiefst besorgt“, sagte Paco Camas, Analyst bei Metroscopia, in einem Interview mit dem öffentlichen spanischen Radiosender RNE.

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