Junge Menschen tragen viele Einkaufstüten. Der katalanische Regionalpräsident Torra forderte die Unterstützung der nationalen Regierung zur Abriegelung der ganzen Region von Katalonien. Mit der Errichtung einer Sperrzone für ganz Katalonien will die Region im Nordosten Spaniens die Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie bekämpfen. Mit dieser Maßnahme wolle man den "Kollaps des (katalanischen) Gesundheitssystems verhindern", erklärte Torra. Foto: dpa

Land im Notstand

Madrid – sk. Das Coronavirus hat Spanien heute schwer zugesetzt. Die Zahl der Infizierten ist auf üb...

Madrid – sk. Das Coronavirus hat Spanien heute schwer zugesetzt. Die Zahl der Infizierten ist auf über 4.500 und die der Todesfälle aufgrund des Virus ist auf 121 gestiegen. Ministerpräsident Pedro Sánchez wird am Samstag den Notstand verhängen. Dies gibt der Regierung Handhabe, für 15 Tage die Freiheitsrechte der Bevölkerung mit Maßnahmen einzuschränken, die der Ausbreitung der Krankheit entgegenwirken sollen. Dazu zählen etwa die Schließung aller Bars und Restaurants, auch Kinos, Theater und Diskotheken machen zu. Schule wird ab Montag keine mehr stattfinden, Universitäten stellen den Lehrbetrieb ein. Die Supermärkte werden überalle regelrecht leergekauft. Noch einen Schritt weiter als Madrid will die katalanische Landesregierung gehen und die komplette Region Katalonien mit 7,6 Millionen Einwohnern abriegeln. Dann würde niemand mehr weder über die Straße, noch die Schiene, über die Häfen oder mit dem Flugzeug raus oder rein kommen. Die Region Murcia erklärt den sanitären Notstand und sperrt nach der Ankunft zahlreicher Madrilenen ganze Küstenregionen von der Außenwelt ab, Andalusien erwägt ähnliche Maßnahmen. Auch in Cullera und Gandia haben viele Madrilenen ihre Stranddomizile bezogen. In Madrid und Galicien müssen alle Läden schließen, die keine Grundnahrungsmittel verkaufen. Dringender denn je mutet der immer wieder gehörte Appell an, das Haus nicht zu verlassen und die Hände gründlich zu waschen. Jeder, der sich selbst schützt, leistet einen Beitrag, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Ministerpräsident Sánchez rechnet damit, dass die Zahl der Infizierten in Spanien in der nächsten Woche auf über 10.000 ansteigen könnte. Es könnte dann noch schwieriger werden, nach Spanien zu reisen oder auszureisen. Bereits jetzt ist die Situation in zahlreichen Krankenhäusern in Madrid kritisch. Dort sollen die ersten leerstehenden Hotels in Krankenhäuser umgewandelt werden. Auch das Gesundheitswesen in Katalonien steckt Schwierigkeiten. Eine Besserung der Lage oder eine Entlastung des Gesundheitswesens ist in ganz Spanien nicht in Sicht. Daher ist es so wichtig, die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen. Der Fußballverband UEFA hat die Champions League und die Europa League abgesagt, die Fußball-Europameisterschaft steht auf der Kippe. Die Weltgesundheitsorganisation hat Europa zum Epizentrum der Pandemie erklärt. US-Präsident Donald Trump hat den Notstand in den USA ausgerufen.

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