Weiße Mandelblüten blühen an einem Baum, der auf einer Mandelplantage steht.
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Zerstört das Feuerbakterium die Mandelblüte an der Costa Blanca?

Ein letztes Aufblühen?

Mandelblüte an der Costa Blanca: Feuerbakterium gefährdet Pracht - Mit Ausflugstipp

  • vonAnne Götzinger
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  • Anne Thesing
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Erst das Feuerbakterium, dann Corona: Die Mandelblüte an der Costa Blanca durchlebt ihre größte Krise. Ein Ausflug lohnt sich trotzdem noch - ins Vall de Pop oder zum Beispiel ins Guadalest-Tal.

Alcalalí - Hier und da schenken ihre Hartnäckigkeit und ihr Durchhaltevermögen dem Betrachter noch ein bezauberndes Fotomotiv, drängen sich die rosa und weißen Farbtupfer der Mandelblüte noch einmal fast trotzig und doch so schön in die Landschaft der Costa Blanca vor. Ein letztes Aufblühen, bevor es zu spät ist und die Geräte zum Bäumefällen anrücken, scheinen sich diese noch einigermaßen gesunden Bäume, die zwischen ihren abgestorbenen oder sogar bereits gefällten Artgenossen stehen, zu denken. Ein letztes Aufblühen, bevor das Feuerbakterium Xylella, das Alcalalís Mandelbaum-Landschaft seit ihrem ersten Auftreten im Juli 2017 immer mehr Tristesse verleiht, auch den letzten Baum erwischt.

PflanzeMandelbaum
Wissenschaftlicher NamePrunus dulcis
Höhere KlassifizierungKirsche
FamilieRosengewächse
UnterfamilieSpiraeoideae
OrdnungRosenartige (Rosales)

Mandelblüte an der Costa Blanca: Hälfte der Fläche Alcalalís von Feuerbakterium betroffen

Fast die Hälfe der insgesamt 534 Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche des Dorfes Alcalalí im Hinterland der Costa Blanca sei mittlerweile direkt vom Feuerbakterium Xylella betroffen, sagt Ana Ivars, die im Rathaus für die örtliche Entwicklung zuständig ist und deren Herzblut am Thema Mandelanbau und Mandelblüte hängt. „Dazu kommen all die Felder, in denen die Landwirte aus Angst, dass das Feuerbakterium kommt, schon vorher ihre Bäume ausreißen. So entkommen sie jedenfalls dem Verbot, nach einem Xylella-Befall fünf Jahre lang nichts Neues anpflanzen zu dürfen.“

Und es ist nicht nur die Mandelblüte, die Alcalalí in diesem Jahr, jedenfalls fast, fehlt. Denn nach dem Feuerbakterium, das im Hinterland der Costa Blanca sowohl die Marina Alta, als auch die Marina Baja bedroht, kam das Coronavirus. Feslalí, das Mandelblütenfest, das in den vergangenen Jahren den ganzen Februar über Menschen in das kleine Dorf und das gesamte Vall de Pop gelockt und so Bars, Restaurants und Landhäuser gefüllt hat, kann schon allein wegen Corona nicht stattfinden. Doch hätte es, auch ohne Coronavirus, überhaupt in diesem Jahr ein Feslalí gegeben? „Wir können nicht etwas verkaufen, was wir nicht haben“, sagt Ana Ivars, die wegen der wachsenden Zahl von Xylella-Fällen schon im vergangenen Jahr mit dem Umdenken begann. „Schon letztes Jahr wusste ich, dass wir so nicht weitermachen können“, sagt sie. „Feslalí wäre in diesem Jahr ein ganz anderes Event geworden, bei dem wir die Lage erklärt und Lösungen gefordert hätten.“

Mandelblüte an der Costa Blanca: Großes Projekt fällt Xylella zum Opfer

Genau diese Lösungen gibt es jedoch für das Hinterland der Costa Blanca offenbar nicht. Und es werde auch nicht besonders viel unternommen, um sie zu suchen, bedauert Ana Ivars. Das in den vergangenen Jahren mit viel Engagement auf die Beine gestellte Konzept, Landwirtschaft, Ökonomie und Tourismus mit Hilfe der Mandelbäume und ihrer Mandelblüte anzukurbeln, Alcalalí zum Vorzeigedorf rund um das Thema Mandeln zu machen, ist, genau wie die Bäume selbst, dem Feuerbakterium Xylella zum Opfer gefallen. Doch auch wenn Ana Ivars, die Alcalalí mit diesem Konzept ein Zukunftsmodell geben wollte, etwas müde wirkt, will sie doch nicht aufgeben.

Spaziergang durch die Mandelblüte in Alcalalí an der Costa Blanca.

„Die Landwirte sind ausgebrannt“, gibt sie zu. „Aber nichts zu tun ist keine Option. Wir müssen etwas unternehmen, um aus dieser Lage herauszukommen“, sagt sie und würde sich gerade von der Landesregierung mehr Unterstützung wünschen. Wie sehr es sich lohnen würde, nicht klein beizugeben, zeigt ein Blick in die Costa-Blanca-Landschaft, in der – dem Feuerbakterium Xylella zum Trotz – immer noch einige Bäume weiterblühen und den Betrachter an bessere Zeiten dieser einzigartigen Mandelblüte erinnern.

Mandelblüte an der Costa Blanca: Ausflug ins Vall de Pop oder ins Guadalest-Tal

Das Vall de Pop rund um Alcalalí und Jalón ist seit jeher eines der wichtigsten Mandelanbaugebiete an der Costa Blanca. Hier braucht es keine feste Route: Einfach in Alcalalí parken und raus aufs Land den Mandelblüten folgen. Auch wenn sich die Zahl der Bäume durch das Feuerbakterium drastisch reduziert hat: Die Mandelbäume, die durchgehalten haben und nach wie vor ihre rosa und weißen Blüten zeigen, sind schön wie eh und je.

Eins schöner Ausflug, um an der Costa Blanca das Naturschauspiel der Mandelblüte zu genießen, führt auch durch das Guadalest-Tal und dort rund um den Stausee. Von Guadalest aus fahren Sie zunächst auf der CV-755 Richtung Callosa d’en Sarrià.

Nach etwa 1,5 Kilometern geht es scharf links ab hinunter zum Pantano. Die Straße führt am See entlang. Am nördlichen Ende des Pantano geht es links über eine kleine Brücke. Dieser Straße folgen Sie, irgendwann geht es links ab nach Beniardá. Wieder oben auf der Hauptstraße angekommen, lohnt sich ein Abstecher nach Benifato und dort hinauf zur Font del Partegat. Hier einige Eindrücke von diesem Ausflug in die Mandelblüte der Costa Blanca:

Oberhalb des Stausees von Guadalest.
Mandeln und ihre Blüten: Sehenswertes Naturspektakel an der Costa Blanca.
Wunderschöne Aussichten auf Berge der Costa Blanca, Meer und Mandelblüten.
Mandelblüten vor dem Stausee von Guadalest.
Auch das gehört in diesem Jahr zur Mandelblüte: Abgeholzte Bäume.

Ganz ohne Wermutstropfen endet jedoch auch dieser tolle Ausflug leider nicht. Bisweilen zeigen sich auch im Valle de Guadalest abgeholzte Mandelbäume, die dem Feuerbakterium Xylella fastidiosa zum Opfer gefallen sind.

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