Eine Person läuft durch eine Schlammpfütze.
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Lehmiger Schlamm an den Füßen auf dem neuen Naturpfad in Campoverde, im äußersten Süden der Costa Blanca.

Sommer in Spanien

Vergnügen abseits der Strände der Costa Blanca: Neuer Pfad der Sinne am Río Seco

  • Marco Schicker
    VonMarco Schicker
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Am Eingang zum Naturpark Sierra Escalona bei Pilar de la Horadada, ganz im Süden der Costa Blanca, gibt es jetzt einen Pfad für Schlammspringer im malerischen Flussbett des Río Seco.

Pilar de la Horadada - Ende Juni hat die Stadt Pilar de la Horadada ein neues Angebot am meerseitigen Eingang des Naturparks der Sierra Escalona eröffnet, zu dem das malerische Flussbett des Río Seco in Pinar de Campoverde gehört. „Der Pfad zu Deinen Füßen“ lautet das Motto dieses Erlebnispfades, der sich als kurzes Intermezzo auch im Sommer empfiehlt, während Wanderungen durch das extrem heiße Flussbett in den Sommermonaten nicht angeraten sind. Außerdem belegt er, dass Gemeinden auch mit wenig Geld tolle Angebote schaffen können.

Bürgermeister ohne Schuhe: "So viel Zeit wie möglich in der Natur verbringen"

Pilars Bürgermeister José María Pérez und sein Umweltstadtrat Pedro Miguel Moya hatten sichtlich Spaß dabei, bei einem offiziellen Termin mal die Schuhe ausziehen zu können und fast wieder Kind sein zu dürfen. Denn diese kindliche Neugier, die hoffentlich noch in vielen von uns schlummert, soll uns verleiten, dieses Naturgebiet tatsächlich zu erfühlen. Barfuß geht es dabei durch den Sand, klettern die Besucher über Baumstämme, Äste, Schilf und getrocknetes Seegras, genau jenes Posidonia, das sie sonst am Strand oftmals als störenden Überrest der Natur empfinden, das aber durchaus eine wichtige ökologische Funktion erfüllt.

Sogar der Bürgermeister zog für den neuen Wanderweg bei Pilar seine Schuhe aus.

Fußduschen führen uns dann in die Zivilisation und in unser Schuhwerk zurück, das in Regalen deponiert wurde. Danach können die Naturfreunde auf Lehrtafeln etwas mehr über die geologischen und biologischen Besonderheiten des Gebietes erfahren, nachlesen, was man gerade erlaufen hat also. Bürgermeister Pérez jedenfalls war bei der Einweihung so begeistert, dass er Bürger und Besucher Pilars dazu aufrief, „so viel Zeit wie möglich im Kontakt mit der Natur zu verbringen, die Herkunft der Naturmaterialien zu studieren und Wissen zu vermehren, einmal ohne, dass dafür neue Technologien nötig sind“.

Umkämpftes Gebiet: Naturschutz in der Vega Baja musste vor Gericht erstritten werden

Die riesige Sierra Escalona, zu der das Flussbett des Río Seco gehört, wurde erst kürzlich von der valencianischen Landesregierung zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und wird darauf vorbereitet, bald als 17. Nationalpark Spaniens den höchsten Schutzstatus des Landes zu erhalten. Die Sierra Escalona, die bis ins Land Murcia reicht, ist die größte geschlossene Grünzone im Süden von Alicante, ein echter Wald, der, neben etlichen anderen Spezies, auch die größte Eulenpopulation Europas sowie viele Brutpaare geschützer Geier beherbergt. Noch bis vor wenigen Wochen versuchten zahlreiche Unternehmen, den Bebauungs- und Bewirtschaftungsschutz des Naturparks gerichtlich kippen zu lassen, was misslang; darunter Agrarfirmen, Errichter von Wohnsiedlungen oder Campingplätzen, Solaranlagen, Industrieparks und Tagebauen.

Infos: Area natural Río Seco, Calle Trébo 7, 03191 Pinar de Campoverde in Pilar de la Horadada,
Telefonische Anmeldung für Gruppen notwendig. Telefon: 965 352 225.

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