Archäologen im Castellet. Fotos: privat

Noch ein Stück Heimatgeschichte

Orba – at. Auf den ersten Blick ist es eine Ruine. Alte, heruntergekommene Gemäuer, die in 420 Meter...

Orba – at. Auf den ersten Blick ist es eine Ruine. Alte, heruntergekommene Gemäuer, die in 420 Metern Höhe auf dem Hügel von Orba, dem Puig d’Orba, thronen. Dass sich hinter ihnen einiges mehr verbirgt als nur Gestrüpp, weiß kaum jemand besser als José Busquier. Bei zwei Ausgrabungs- und Restaurierungsphasen an Orbas Burg, dem Castellet, war er bereits dabei, die erste fand Ende 2017, die zweite Ende 2018 statt. Seit diesem Jahr ist er zudem Sachverständiger für Kulturgut im Rathaus von Orba. Zwar sind die handfesten Informationen über das Castellet von Orba mager, doch manch ein Steinbrocken erwacht zum Leben, wenn Busquier zu erzählen beginnt. Zum Beispiel vom Señor von Murla, Berenguer Mercer, der 1289 das Land, auf dem heute die Burgruine thront, zugewiesen bekam – mit der Erlaubnis, dort eine Festung zu errichten. Der entsprechende Text sei der erste schriftliche Hinweis auf das Castellet, sagt Busquier. Auch wenn es hier vermutlich schon vorher etwas gab. „Wenn in christlicher Zeit eine Festung gebaut wurde, dann meist an einem Ort, wo schon etwas Ähnliches, zumindest aber ein Turm oder auch ein Getreidelager, aus arabischer Zeit stand“, sagt er. Und selbst wenn nicht: Ganz praktisch gesehen wurde die Burg von Arabern erbaut. „Die Bevölkerung bestand hier auch damals noch in der Mehrzahl aus Arabern“, sagt er. Diese seien es also gewesen, die als Arbeitskräfte Stein auf Stein setzten – an einem Ort, an dem sogar schon in der Bronzezeit etwas los war. So habe man Keramikstücke und Mauerreste aus der Zeit um 1.800 vor Christus gefunden. Der bedeutendste Fund bei den Ausgrabungen sei aber eine Steinrampe gewesen, die einen der Räume der Burg mit dem oberen Turm verbindet. „So etwas gibt es bei Burgen dieser Größe nur sehr selten“, erzählt Busquier und hofft auf Subventionen für eine dritte Phase des Forschungsprojekts.

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