Auf einer Hand vor einem abgeernteten Reisfeld liegen mehrere Reis-Ähren.
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Reis-Ernte in Pegos Marjal: Die Basis für eine gute Paella.

Reisernte in Spanien

Reis aus Pegos Marjal: Dürftige Ernte, dafür Hoffnung auf volle Restaurants

  • Anne Thesing
    VonAnne Thesing
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Der Reis in Pegos Marjal ist geerntet, und die Landwirte ziehen Bilanz: Zwar ist die Ernte dürftig ausgefallen, dafür ist die Hoffnung groß, dass sich der Preis des Getreides dank steigender Nachfrage in den Restaurants wieder erholt.

Pego - Pegos Reisanbaugebiet im Feuchtgebiet Marjal im Hinterland der Costa Blanca hat Mitte September wieder sein Gesicht verändert: Die hin die Höhe ragenden Ähren sind mit Beginn der herbstlichen Jahreszeit verschwunden, geblieben sind ein von Vögeln gern besuchtes Stoppelfeld und die Aussicht auf hoffentlich reichlich Reis der Sorten Bomba und Bombón.

PegoKleinstadt in Spanien
Höhe82 m
Fläche52,85 km²
Bevölkerung10.052 (2018)
ProvinzProvinz Alicante
Autonomie GemeinschaftValencia

Reis aus dem Marjal von Pego: Weniger Ernte als 2020

Eine Aussicht, die allerdings nach der Bilanz, die Pegos Landwirte jetzt gezogen haben und die in diesem Jahr nicht gerade die beste ist, getrübt wird. 25 bis 30 Prozent Ernteeinbußen im Vergleich zu 2020 mussten sie beim Bomba-Reis hinnehmen, vor allem wegen immer resistenterem Unkraut, das sich zu dem Reis gesellt und diesen in seiner Entwicklung einschränkt.

Doch auch Pegos Reis, der laut aktueller Studien als besonders gesund gilt, hat ein Corona-Jahr hinter sich, nach dem es eigentlich nur noch bergauf gehen kann. Und so gibt es am anderen Ende der Produktionskette, sprich bei den Kunden, Hoffnung, dass einiges besser wird als 2020. Spaniens Restaurants füllen sich dank kaum noch vorhandender Restriktionen längst wieder mit Touristen und Einheimischen, deren Hunger nach einem guten Reisgericht gestillt werden will - und damit steigt auch die Nachfrage nach der Grundlage von Paella und Co., dem Reis.

Dieser war mit den 70 Cent pro Kilo, die Pegos Landwirte im vergangenen Jahr erhielten, kaum noch ein rentables Produkt. Jetzt hofft der Sektor mit der Erholung des Tourismus darauf, dass die Restaurants ihren wieder steigenden Reis-Bedarf mit dem Getreide aus Pegos Marjal decken und der Preis zu den über 80 Cent pro Kilo aus der Vor-Pandemie-Zeit zurückfindet.

Bei der Reis-Ernte im September verändert sich die Landschaft im Marjal in Pego.

Reis aus dem Marjal von Pego: Bombón hat sich längst etabliert

Neben dem Bomba-Reis wird im Marjal seit einigen Jahren auch wieder der hier heimische Bombón angebaut, nachdem das Pegoliner Unternehmen Pego Natura ihn in liebevoller Kleinarbeit - angefangen bei einem halben Kilo im Jahr 2014 - zurück auf die Reisfelder geholt hatte. Dieses Jahr nahm er immerhin schon zehn Hektar in Anspruch, doppelt so viel wie 2020. Tendenz steigend, gilt er doch als nachhaltiges, auch bei Spaniens Spitzenköchen gefragtes Gourmet-Produkt - wegen seines Geschmacks und seiner Konsistenz. „Das Reiskorn bleibt sehr lange heil und verkocht nicht, auch wenn man das Feuer zwischendurch ausstellt. Für uns Köche ist es wichtig, dass der Reis sich an unsere Arbeitszeiten anpasst. Und das macht der Bombón“, sagt zum Beispiel Sternekoch Kiko Moya. „Gerade bei cremigen Reisgerichten ist er fantastisch, und er funktioniert perfekt als Geschmacksträger.“

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