Wie Schnee im Wasser: Phytoplankton stößt überschüssige Polysaccharide ab. Foto: Susanne Sitek

Piksende Stacheln im Meer

Altea – ann. Ein Strudel aus Seeigelstacheln? Millionen von Plastikpartikeln? Eine unangenehme Begeg...

Altea – ann. Ein Strudel aus Seeigelstacheln? Millionen von Plastikpartikeln? Eine unangenehme Begegnung hatte CBN-Leserin Susanne Sitek am 31. Juli im Meer vor dem Cap Negret in Altea, zwischen der Minister-Villa und dem Restaurant Costa Bella. Es habe sich um „farblose, etwa ein Zentimeter lange“, glasfaserähnliche Stacheln gehandelt, die sich in den Badekleidern festsetzten und „furchtbar piksten“. „Selbst mit Bürste war ihnen nicht beizukommen“, erzählt Susanne Sitek. Schneeregen im Meer Die CBN fragte im Institut für Küstenökologie (IEL) in El Campello nach. Demnach handelt es sich um ein Phänomen, das als „Nieve marina“ (Seeschnee) oder „llepó“ bezeichnet wird. Im Juli sei dieses an verschiedenen Orten der Alicantiner Küste mehrfach beobachtet worden, berichtet Gabriel Soler Capdepón, Leiter des IEL. Es zeige sich zum einen als „bräunliche Flecken“, zum anderen eben als schneeähnlicher Niederschlag im Wasser, der sich wie ein Teppich über die Vegetation im Meer, also über Algen und Seegraswiesen lege. „Der llepó oder Seeschnee ist ein Phänomen, das direkt mit dem Phytoplankton in Verbindung steht, das überschüssige Polysaccharide abstößt“, heißt es in einem Bericht des IEL. „Das Phytoplankton produziert einen Pflanzenschleim, der sehr verschiedene Formen annehmen kann, wie etwa Stachel, Fäden, Schnüre und ähnliches“, erläutert Soler.

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