Kinder halten Willkommens-Schilder in einer Schule in Spanien hoch.
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Wo „Willkommen“ auch so gemeint ist: Colegio Internacional in Villamartín.

Internationale Schulen Alicante

Vereinte Nationen an der Costa Blanca: Internationale Schule in Villamartín

  • Marco Schicker
    vonMarco Schicker
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Wo kommst du denn her? Am Colegio Internacional in Villamartín, unweit von Torrevieja, ganz im Süden der Costa Blanca, lernen Kinder aus 32 Kulturen zusammen. Die englische Privatschule setzt auf Sprachen und soziale Kompetenz unter Nachbarn.

Villamartín/Torrevieja – Für das Colegio Internacional Elis Villamartín im Norden der Urbanisation Blue Lagoon zwischen Orihuela Costa und San Miguel de Salinas, unweit von Torrevieja, ist der Slogan „Alle sind willkommen“ nicht nur eine Phrase. In diesem Schuljahr lernen hier Kinder aus 32 Nationen zusammen.

Die stärksten Länderteams stellen dabei in dieser Reihenfolge: Spanien, Russland, Großbritannien, China und Polen. 82 Prozent aller Schüler stammen aus einem dieser Länder. Aber nein. Schon das ist falsch. Denn es sind meist nur noch die Eltern, manchmal gar nur die Großeltern, die einst an die Costa Blanca zogen, die Kinder schon 2. und 3. Generation, die meisten längst in Spanien geboren.

Tendenz Europa an der Costa Blanca: Zuwachs aus Skandinavien und Deutschland

Ihre „Nationalitäten“, wie die Schulleitung sie in ihrem stolzen Multikulti-Bericht meldet, definieren sich nicht über den Pass, sondern vor allem über die Muttersprache, die wiederum der wichtigste Kulturträger einer Nation ist. Von Kindern aus 32 Kulturen zu sprechen, wäre daher passender. In Torrevieja und Orihuela Costa leben Menschen aus über 100 Ländern meist einträchtig nebeneinander, manchmal sogar miteinander.

Laut Schulleitung „zeigen die letzten Jahre eine Tendenz, dass immer mehr Kinder aus europäischen Ländern zu uns kommen, vor allem aus Schweden, Deutschland, Belgien oder Irland“, was freilich auch mit der Kaufkraft der Eltern zusammenhängen dürfte. Es ist längst bekannt, dass Multi-Kulti-Schulen, so sie ausgewogen besetzt und ambitioniert geführt werden, den Lernenden große Vorteile verschaffen.

Neben den sprachlichen erwerben sie hier nämlich auch kulturelle, kommunikative und soziale Kompetenzen, von denen es in der Welt der Erwachsenen später nie genug geben kann. „Sie entwickeln einfach eine weltoffene Einstellung“, freut sich Soledad Pina, Leiterin der Unterstufen.

Torreviejas Schulen: Ghettos verhindern

In Torreviejas öffentlichen Schulen ringt man darum, so erzählen es uns Lehrer von dort, keine Ghettoisierung hinzunehmen, was bei einem wachsenden Anteil von Kindern aus prekären Lebenssituationen immer schwieriger werde. Erzieherische Defizite und daher oft – nicht immer – ein erschwerter Zugang zu Bildungs- und Entwicklungschancen ziehen sich dort aber durch alle Nationen und Kulturen. Das trifft spanische Kinder ebenso wie jene aus aller Welt.

In Villamartín, wo der „Tag rund 80 Prozent auf Englisch spielt“, wie man uns verrät, spiegelt sich das Multikulti auch in der Wahl der fakultativen Fächer wieder. Normalerweise dominiert an spanischen Schulen nach den Pflichtfächern Spanisch und Englisch das Französisch als Drittsprache.

Doch im Colegio Internacional Elis Villamartín sind Russisch, Chinesisch und Deutsch die Favoriten, „ein Zeichen dafür, dass sich die Schüler für die Sprache ihrer unmittelbaren Nachbarn interessieren, die ihnen im täglichen Leben nah sind“, erklärt Soledad Pina. Und die Chinesen sowie speziell Menschen aus Russland und Ex-Sowjetunion sind in Torrevieja und Umgebung sehr nah. Und auch aus der Salzstadt bringen viele Eltern ihre Kinder in diese private Grundschule, wo das Anderssein die Norm, und tatsächlich willkommen ist.

Colegio Internacional Elis Villamartín gehört unter dem Label El Limonar zur englischen Gruppe Cognita, die „zum Selbstvertrauen inspirieren und mit Kreativität Fähigkeiten der Kinder über die akademische Pflicht hinaus wecken“ will. Die Gruppe betreibt weltweit 70 Schulen mit 50.000 Schülern und 7.500 Lehrkräften. Info: ellimonarinternational.com

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