Raus aus den Kinderschuhen

Madrid - hau. Vielleicht ist er einfach nur erwachsen geworden. Noch vor wenigen Jahren bescheinigte...

Madrid - hau. Vielleicht ist er einfach nur erwachsen geworden. Noch vor wenigen Jahren bescheinigte man dem Comic in Spanien das Aus, vorbei waren die Zeiten vom Superhelden am Straßenkiosk. Doch dann machten sich die heimischen Zeichner daran, ihre Bilderstorys als Graphic Novels auf Papier zu bringen. Und die Weichen für den Erfolg waren gestellt. Dass die Comics in Buchformat just in Spanien einen Boom erleben, hätte wohl kaum jemand gedacht. Zu sehr hatte die Branche noch die Talfahrt der 1990er Jahren vor Augen, als die spanischen Autoren ins Ausland abwanderten oder den Stift schlicht und einfach aus der Hand legten. Fachverlage waren Mangelware, ganz zu schweigen von den miesen Einnahmen. Erst mit dem Aufkommen der Graphic Novel – also jenen seitenstarken Comics für Erwachsene – kam auch in die hiesige Szene wieder Bewegung. Heute ist auch der schwer umkämpfte US-Markt kein Tabu mehr, im Gegenteil. „Das Ausland zeigt immer mehr Interesse an uns“, meint Autor Santiago García. Gemeinsam mit dem Zeichner Javier Olivares heimste der 47-Jährige vergangenen Herbst den nationalen Comic-Preis ein. Ihr Verdienst: der 192-Seiten-Schmöker „Las Meninas“ über das gleichnamige Kunstwerk des Altmeisters Diego Velázquez. Zu extravagant? Keineswegs. Vorbei sind die Zeiten von Abenteuer-Comic und Co. – Innovation ist gefragt, und da haben sich Spanier so einiges einfallen lassen in den letzten Jahren.  

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