Robbe im Meer.
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Kegelrobbe in Altea: Eigentlich sind die Robben im Nordatlantik beheimatet. (Symbolbild)

Woher kommt Meeresriese?

Vom Nordatlantik an die Costa Blanca: Sportler retten Robbe in Altea

  • vonStella Kirchner
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Sportler retten eine verletzte Robbe in Altea an der Costa Blanca. Dabei liegt die Heimat des Tieres im Nordatlantik, mehrere tausend Kilometer von Spanien entfernt. 

Altea - Ein seltener blinder Passagier schwimmt am Donnerstag zwischen den Booten am Sporthafen Campomanes in Altea an der Costa Blanca in Spanien herum: Eine Kegelrobbe. Das war eine mächtige Überraschung für die Sportler, die eigentlich nur eine Spritztour mit ihrem Motorboot machen wollten. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Robbe wiegt über 220 Kilogramm und stammt noch dazu aus dem Nordatlantik. Dieser reicht in Europa etwa bis auf die Höhe von Großbritannien und Irland.

RobbenTiere
Wissenschaftlicher NamePinnipedia
RangUnterordnung
KlasseSäugetiere (Mammalia)

Robbe vom Nordatlantik nach Altea an der Costa Blanca geschwommen

Bei dem Gewicht war es gar nicht so leicht für die tierfreundlichen Sportler, das am Rücken verletzte und sichtlich desorientierte Robben-Weibchen wieder in Sicherheit zu bringen. Sie informierten direkt die Umweltschutzeinheit der Polizei, die dann gleich Meeresbiologen des Unterwassermuseums Oceanogràfic in Valencia informierten. Die reisefreudige Robbe muss jetzt erst einmal ihre Verletzungen in der Aufpäppelstation von Saler an der Costa Blanca auskurieren, bevor ihre Reise durch Spanien - oder wer weiß, wohin diese noch gehen mag - fortsetzen kann.

Die zu Hilfe gerufenen Wissenschaftler fanden das Tier dann auch gleich in einer internationalen Datenbank mit dem Hinweis, dass die Robbe bereits den portugiesischen Atlantik durchstreift hat. Von da aus muss sie wohl über Spanien ins Mittelmeer gelangt sein, um dann wieder Richtung Norden zu schwimmen und an der Costa Blanca zu landen.

Costa Blanca: Gefährlich für Tiere?

Der Vorfall der verletzten Robbe hat auch gleich die Umweltschützer der Organisation Ecologistas en Acción der Marina Alta auf den Plan gerufen, die immer wieder eine Ausweitung von Meeresschutzzonen fordert, in denen nicht gefischt werden kann. Bisher begrenzen sich diese Schutzzonen an der Costa Blanca auf Gebiete von großen Naturparks wie der Sierra Helada, dem Peñón de Ifach und dem Montgó. Diese machen aber lediglich etwas über sechs Quadratkilometer der Küste der nördlichen Costa Blanca aus. Die Umweltschützer verweisen darauf, wie leicht die Robbe sonst schwer verletzt worden wäre und vermutlich niemand ihre spannende Reise aus Nordeuropa bis an die Costa Blanca in Spanien hätte verfolgen können.

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