Arbeiter an einem Kreisverkehr in Spanien.
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Die havarierte Fäkalien-Leitung alarmierte Stadt und Wasserwerke. Doch das Verkehrschaos in Orihuela Costa war nicht abzuwenden.

Orihuela Costa

Rohrbruch im Urlaubsparadies: Fäkalien verpesten wieder Orihuela Costa

  • Marco Schicker
    VonMarco Schicker
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Zigtausende Liter Fäkalien-Abwässer haben am Dienstag in La Zenia, Orihuela Costa, für Verkehrschaos und schlechte Luft gesorgt. Einkaufszentrum und Nationalstraße betroffen.

Orihuela Costa - Der Rohrbruch in einer Fäkalien-Leitung des Abwassernetztes in La Zenia in Orihuela Costa hat am Dienstag, 10. August, nicht nur zu einem veritablen Verkehrschaos, sondern auch zu einem bestialischen Gestank im Urlaubsort geführt. Ingesamt, so die Schätzung, flossen seit dem Morgen bis zum Mittag knapp 60.000 Liter mit Fäkalien versetze Abwässer aus einem gebrochenen Rohr der Estación Depuradora de Aguas Residuales (Edar) an einer Leitung, die just unter dem Kreisverkehr am Centro Comercial La Zenia Richtung Carretera Villamartín führt.

Verkehrshaos und Gestank: Strandbesucher und Kunden des Shopping Centers verstopfen Orihuela Costa

Mit Sandsäcken versuchten Arbeiter das Ungemach einzudämmen und zu verhindern, dass die trübe, übel riechende Brühe an die Strände fließt. Das wiederum führte zur Sperrung mehrerer Straßen wie der Calle Ópalo, Malaquita und Diamante. Laut Ortspolizei produzierten die Umleitungen „ein Verkehrschaos“, weil sich nun Strandbesucher, Berufsverkehr und Kunden des größten Einkaufszentrums der Region Valencia auf engem Raum ballten.

Zudem vertrieb ein kleiner Regen am Vormittag viele Strandbesucher Richtung Shopping Center, was das Durcheinander nur noch vergrößerte. Die Staus zogen sich bis zur Auffahrt auf die Nationalstraße N-332, die in der Hochsaison ohnehin meist eine einzige Standspur ist. Noch am Nachmittag forderte die Ortspolizei die Anwohner dazu auf, „ihre Fahrten wohl zu überdenken“, also besser zu Hause zu bleiben.

Wie vor zwei Jahren: Abwasserleitungen in Orihuela Costa in Urlaubszeit völlig überfordert

Die Edar-Abwasseraufbereitungsanlage für Orihuela Costa gehört dem Land Valencia. Es ist völlig überlastet.

Die provisorischen Reparaturarbeiten sollten sich bis zum Abend hinziehen, allerdings, so Orihuelas Infrastrukturstadtrat, Ángel Noguera, der vom 35 Kilometer entfernten Rathaus sofort zur Havariestelle eilte, seien bald tiefergehende Reparaturen im Leitungsnetz nötig. Bereits vor zwei Jahren vermieste ein ähnlicher Rohrbruch mit fäkalen Ausflüssen den Strandbesuchern an der Cala de Bosque, ebenfalls La Zenia, den Tag.

Die Ursache für die Rohrbrüche liegt sowohl im Alter der Anlagen (über 30 Jahre) als vor allem in der Überlastung. Während in Orihuela Costa rund 30.000 Menschen gemeldet sind, steigt die Einwohnerzahl in den Sommermonaten locker auf um die 120.000-150.000, dementsprechend multiplizieren sich auch die Notdürfte.

Erweiterung der Abwasseraufbereitung in Orihuela Costa: Auf Schreibtisch in Valencia

Die Aufbereitungsanlage, die offiziell nur für 18.000 Menschen ausgelegt ist, ist allerdings keine Stadt- sondern Landesangelegenheit, in Valencia liegen fertige Pläne bereit, nach denen das Leitungs- und Pumpsystem Edar kurzfristig für 222.000 Euro saniert und die Aufbereitungsanlage für 6,6 Millionen Euro erweitert werden soll. Fixe Termine für die Umsetzung wurden indes noch nicht bekannt gegeben.

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