Blick auf die Marina voller Freizeitboote und die alte Salzstation (rechts) aus dem Jahr 1777.

Schiff- und Aufbruch

Torrevieja - mar. Als die Guardia Civil in der Vorwoche eine leckgeschlagene Motorjacht in den Hafen...

Torrevieja - mar. Als die Guardia Civil in der Vorwoche eine leckgeschlagene Motorjacht in den Hafen von Torrevieja schleppte, fand sie in ihrem Inneren und drumherum treibend 70 große Pakete mit insgesamt 3,1 Tonnen Haschisch. Geschichte und Realität einer Stadt in einem Polizeiprotokoll zusammengefasst. Während Residenten und Touristen das Bild der Stadt, ihre Boote das des Hafens bestimmen, ist Torrevieja gleichzeitig eine bis ins Innenministerium in Madrid verrufene Verteilerstation des europäischen Drogenhandels. Alle nutzen Meer und Hafen. Wo heute Spaziergänger und Jogger die lange Mole Dique de Levante mit den tückischen Holzbohlen ablaufen, auf leise vor sich hin schaukelnde Hobby- und Sportboote des Club Náutico schauen und sich darüber echauffieren, dass es hier nach Katzen- nicht Hundeurin riecht, spielt sich seit Jahrhunderten eine bewegte Geschichte ab. Sie erzählt von Piraten, Salzbergen, Schmugglern, Fischern, Matrosen, Schiffbau, Schiffbruch und anderen Brüchen und ist noch nicht zu Ende erzählt. Denn die Stadt hat endlich konkrete Ambitionen, dem Hafen wieder seine angemessene Rolle zuzugestehen, ihn zum gesellschaftlichen Zentrum der Stadt zu machen, nachdem man ihn über Jahrzehnte auf einen „Parkplatz“ für schwimmende Wohnmobile reduziert hatte.

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