Eine Frau mit kurzen schwarzen Haaren bedeckt ihr Gesicht mit einem Buch.
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Die Sekte, die mich aus Spanien nach Peru lockte: Spanierin stellt Buch vor.

Buch über Höllen-Erfahrung

Von Sekte aus Spanien nach Peru gelockt: Patricia Aguilar mit Buch

  • vonStefan Wieczorek
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Patricia Aguilar aus Spanien war 18 Jahre alt, als eine Sekte sie per Internet nach Peru lockte und zur Sklavin machte. Das Drama erzählt sie nun im Buch „Hágase tu voluntad“ - „Dein Wille geschehe“.

Elche – Patricia Aguilar aus Elche erzählt ihre schreckliche Erfahrung mit einer südamerikanischen Sekte in einem Buch, das im September 2020 vom Verlag Alrevés auf den Markt gebracht wurde. Geschrieben hat es die Journalistin Vanesa Lozano, die mit der heute 21-Jährigen von der Costa Blanca mehrere lange Interviews geführt hatte. Unter dem Titel „Hágase tu voluntad“, „Dein Wille geschehe“, schildert Lozano auf 306 Seiten die Qualen, die die junge Frau aus Spanien im Zeitraum 2016 bis 2018 ertrug, nachdem sie der Sektenführer Félix Steven Manrique über soziale Netzwerke nach Peru gelockt hatte.

PeruLand in Südamerika
HauptstadtLima
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Einwohner31,99 Millionen (2018)

Sekte lockte Patricia Aguilar aus Spanien nach Peru - „Hölle“ statt „Ende der Welt“

Im Alter von gerade 18 Jahren floh Patricia Aguilar – angestiftet durch endzeitliche Versprechen der Sekte „Gnosis“ – von ihrer Familie in Spanien, um im peruanischen Urwald in einer Art Harem zu wohnen und dem Sektenführer mit Arbeit und sexuellen Leistungen zu dienen. Im Buch sind Auszüge aus WhatsApp-Gesprächen mit Félix Steven Manrique zu lesen, in denen der mittlerweile wegen Menschenhandels zu 20 Jahren Haft verurteilte Guru zunächst wie ein Freund auftrat. „Ich betrat die Wolfshöhle, ohne es zu merken“, erzählt die junge Spanierin von der Costa Blanca im Buch.

Bei der Sekte um Félix Steven Manrique erlebte die junge Spanierin kein glorreiches „Ende der Welt" wie versprochen, sondern die "reinste Hölle", wie das Opfer erzählt. Unter menschenunwürdigen Verhältnissen war die Frau von der Costa Blanca ohne Papiere in einem fremden Land in der Wildnis aufgeschmissen. Erschreckende Bilder zeigten eine abgemagerte Patricia Aguilar mit Baby auf dem Arm - ihre Tochter Naomi, die ihr Peiniger zeugte. Auch die anderen von der Sekte angelockten Frauen auf dem Hof aus erbärmlichen Hütten im Urwald brachten von ihm Kinder zur Welt. (Foto im Tweet: Patricia mit Papa Alberto)

Familie von Patricia Aguilar: Gegen Sekten in Spanien kein gesetzlicher Schutz

Patricia Aguilar wolle mit dem Buch nun andere junge Menschen vor ihrem Horror-Schicksal bewahren. Sie und ihre Familie klagen an: In Spanien existiert kein gesetzlicher Schutz davor, von einer Sekte in sozialen Netzwerken dazu gebracht zu werden, vor der eigenen Familie ins Ausland zu fliehen. Nur der große Einsatz ihrer Familie aus Elche – ihr Vater Alberto Aguilar reiste nach Peru, um sie zu befreien – brachte die junge Spanierin zurück ins Leben. Gemeinsam mit ihrer zweijährigen Tochter Naomi führt das Opfer der Sekte mittlerweile ein zurückgezogenes Leben an der Costa Blanca.

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