Die Guardia Civil wacht über die Einhaltung des Notstands-Dekrets.

Wo sind sie denn nun?

Madrid – sk. Das hat für Aufregung gesorgt: Große Staus an den Ausfahrten aus Madrid, angeblich voll...

Madrid – sk. Das hat für Aufregung gesorgt: Große Staus an den Ausfahrten aus Madrid, angeblich volle Urbanisationen an den Küsten und damit verbunden, die Angst vor mauen Angebot im Supermarkt bei gleichzeitig hoher Ansteckungsgefahr durch madrilenische Ostergäste. Was ist dran? Leser berichten von vollen Supermärkten und Polizeikontrollen, was an einem Samstag nach einem Karfreitag und mit Aussicht auf den morgigen Ostersonntag noch nicht ungewöhnlich erscheint. Zumal viele Valencianer ihre Supermarktbesuche auf ein Minimum beschränken und jetzt wegen der Semana Santa die Kühlschränke füllen. Angesichts der Polizeikontrollen stellt sich die Frage, wie man ungehindert 400 Kilometer von der Hauptstadt an die Küste kommt und warum man sich auf solch unverantwortliches Unterfangen überhaupt einlassen sollte, denn eingesperrt ist man hier wie dort. Auf der anderen Seite ist es in Valencia in gewissen Kreisen ein Volkssport, den Madrilenen eins reinzuwürgen. Und in langen Tagen der Isolation und in Zeiten der Sozialen Netzwerke ist es auch nicht allzu schwer, Gerüchte, falsche Nachrichten oder Übertreibungen im Internet zu vertreiben. Die Guardia Civil hat eigenen Angaben zufolge am Gründonnerstag über 3.000 Autofahrern Strafzettel wegen verschiedener Verstoße gegen das Notstandsdekret ausgestellt. Bei den vielerorts massiven Verkehrskontrollen verhafteten die Beamten 98 Personen, nahmen die Personalien von über 116.606 Menschen auf und leiteten über 11.100 Strafanträge wegen des Verdachts auf Verstoßes gegen die Ausgangssperre an die Dienststellen weiter. Als Falschnachrichten entlarvte der Oberste General der Guardia Civil, José Manuel Santiago, allerdings die im Internet und in den Sozialen Netzwerken zirkulierenden Videos von Verkehrskontrollen mit langen Autoschlangen, die in einen Zusammenhang gestellt wurden mit einem in dem Ausmaß überhaupt nie dagewesenen Exodus von Madrilenen in Richtung ihrer Zweitwohnsitze an der Küste. Den Rückstau verursachte vielmehr die Kontrolle der Guardia Civil, die zwei Spuren einer dreispurigen Autobahnausfahrt aus Madrid sperrte und jedes Fahrzeug anhielt - auch und vor allem diejenigen mit Leuten drinnen, die von und zur Arbeit fuhren, zum Einkaufen gingen oder Angehörige versorgten. Die Absperrungen in Form von Betonblöcken auf den Zufahrtsstraßen einiger Küstenstädte erwiesen sich als überflüssig oder zumindest übertrieben, ob in Benidorm, Marbella oder Dénia – ein Urlauberstrom aus dem Norden musste wohl nirgendwo aufgehalten werden. Dass der ein oder andere Uneinsichtige trotz der insgesamt 10.000 Kontrollen wegen der Osterferien die Küste erreicht haben mag, sei mal dahingestellt, allerdings hat die Guardia Civil kein spürbar höheres Verkehrsaufkommen feststellen können als an anderen Tagen während des Notstandsdekrets. Die katalanische Landespolizei stoppte 88 Fahrer unter diesem Vorwand - darunter auch französische Urlauber - und stellte insgesamt einen Rückgang des Verkehrsaufkommens von 90 Prozent im Vergleich zur Operación Salida an Ostern im vergangenen Jahr fest. Von angeblich etwa 4.000 Madrilenen in Torrevieja, über die sich eine Person in einem Whatsapp-Video mokierte, kann natürlich keine Rede sein. Das Video war bestenfalls ein geschmackloser Witz. Die Guardia Civil nahm den Mann fest und ermittelt wegen eines Hass-Delikts gegen ihn. Generalchef Santiago warnte vor Betrugsmaschen wie etwa die falscher Gutschriften für die Karitas, die Betrüger für 250 Euro verkaufen würden. Die Expansion der Pandemie hat in der Tat einige Madrilenen zur Flucht aus der Hauptstadt veranlasst, doch diese fand verstärkt in den ersten Tagen des Notstands stand und betraf weniger die Küste als vielmehr die ländliche Umgebung Madrids, Kastilien-La Manchas und Kastilien-León, etwa im Umkreis von 200 Kilometer von der Haupstadt. Dort stellten Bürgermeister kleiner Orte in der Tat und mit Empörung fest, dass die Siedlungen mit Zweitwohnsitzen voller sind als gewohnt, dass die Müllabfuhr häufiger eingesetzt werden muss oder dass ungewöhnlich viele Personen die Gesundheitszentren aufsuchen.

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