Anett Knöfler vor ihrem PC in Dresden
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Anett Knöfler läuft bei der Banco Sabadell gegen verschlossene Türen.

Deutsche in Spanien

Ärger mit spanischer Bank - Für Deutsche wird Konto-Auflösung in Dénia zur Odyssee

  • Andrea Beckmann
    VonAndrea Beckmann
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Nach dem Tod ihres Vaters, der Kunde einer Bank im spanischen Dénia war, haben seine erbberechtigten Töchter enorme Schwierigkeiten, das Konto aufzulösen.

Dénia – Vor ungeahnte Schwierigkeiten sieht sich Anett Knöfler gestellt. Die Deutsche, die in Dresden lebt, will gemeinsam mit ihrer Schwester, Dr. Franziska von Kotzebue, das Konto ihres verstorbenen Vaters bei der spanischen Banco Sabadell in Dénia auflösen. „Doch die Bank an der Costa Blanca in Spanien findet immer wieder neue Gründe, damit das nicht geschehen kann“, sagt Knöfler, die sich an die CN gewandt hat, um ihre Odyssee öffentlich zu machen.

Bankkonto in Spanien auflösen - Deutsche kämpfen mit Bank und Unterlagen

Ihren Lauf nahmen die Nachlassformularitäten vor drei Jahren. „Mein Vater hat viele Jahre glücklich in seinem Häuschen in Dénia gelebt, wo er im März 2019 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist“, berichtet Knöfler. „Es lag ein Testament vor, nach dem beide Töchter zu gleichen Teilen erben sollten.“ Nachdem der Erbschein am 2. September 2020 erteilt worden sei, hätten sie erste Schritte eingeleitet, um das Bankkonto und einen kleinen Sparplan bei der Sabadell-Bank aufzulösen. „Bei unserem Aufenthalt zur Bestattung unseres Vaters hatten wir uns bereits bei der spanischen Bank vorgestellt und ausgewiesen“, sagt die Deutsche.

„Für die Bereitstellung sämtlicher erforderlicher Unterlagen haben wir ein Jahr benötigt“, so Knöfler weiter. Diese übergaben sie an einen Steuerberater in Madrid, der erst nach mehreren nachdrücklichen Anrufen der Nachlassberechtigten im Herbst 2021 die Erklärung zur Erbschaftssteuer ausstellte und dafür ein überzogenes Honorar – 3.000 Euro pro Schwester – verlangte, das sie schweren Herzens zahlten.

Ärger mit der Bank in Spanien: Konto-Auflösung wird zur Odyssee

„Nachdem der Sabadell-Bank alle Unterlagen vorlagen, teilte man uns mit, die Auflösung des Bankkontos könne nur durch eine autorisierte Person erfolgen“, so die Deutsche. Die Erbinnen beauftragten damit den Anwalt José Serra in Dénia. Doch als dieser bei der Niederlassung der spanischen Bank in Dénia vorstellig wurde, stieß er auf die nächste Hürde. Serra bestätigte dies auf Anfrage der CN: „Die Rechtsabteilung der Bank erkennt die Vollmacht, deren Inhalt nach den Vorgaben von Dénias Sabadell-Niederlassung erstellt worden ist, nicht an“, sagt er. „Sie fordert eine komplette Vollmacht für Erbschaftsangelegenheiten, obwohl das Erbe bereits formell abgewickelt ist und es nur noch darum geht, das Bankguthaben des Vaters je zur Hälfte auf die Konten beider Töchter zu überweisen und das Konto des Vaters zu löschen.“

Zum Thema: Deutsche von der Costa Blanca klagt über Schwierigkeiten mit dem Finanzamt.

Er habe mehrere Versuche unternommen, aber die Bank fordere die erweiterte Vollmacht oder verlange, „dass beide Erbinnen persönlich nach Dénia kommen und unterschreiben“. Er habe den Eindruck, dass die spanischen Banken es Kunden bei Erbschaftsangelegenheiten immer schwerer machen. „Sie stellen sich quer, fordern, dass man sich per E-Mail mit der Rechtsabteilung in Verbindung setzt, aber von dort kommt dann keine Antwort auf Anfragen.“

Rechtsabteilung stellt sich quer: Deutsche reichen Beschwerde bei Bank ein

Mangelnde Kooperationsbereitschaft stellte auch die CN bei den Recherchen fest. Auf Anfrage beim Kundenservice der Sabadell-Bank in Dénia erklärte die zuständige Sachbearbeiterin (Name der Redaktion bekannt), sie könne sich keinen Reim darauf machen, warum sich die Rechtsabteilung in dem Fall so querstelle. „Ich habe ähnliche Fälle gehabt, in denen Vollmachten mit gleichem Inhalt problemlos anerkannt wurden“, sagte sie. Ihr seien die Hände gebunden. Sie sei nur eine Sekretärin und Vermittlerin zwischen Kunde und der Rechtsabteilung, sie befolge lediglich Anweisungen. Einen Ansprechpartner in der Rechtsabteilung wollte sie nicht nennen, auch eine Direktdurchwahl dieser Abteilung gab sie nicht preis.

Die deutschen Schwestern haben eine Beschwerde bei der Sabadell eingereicht und hoffen, dass sie die Angelegenheit erledigen können, ohne nach Dénia reisen zu müssen. Das kommt für sie nicht in Frage. Ihr habe Dénia sehr gut gefallen, sagt Knöfler. Sie habe sogar daran gedacht, ein Altersdomizil zu erwerben. Doch nach diesen Erfahrungen werde sie davon Abstand nehmen.

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