Zwei Handball-Teams, ein blaues und ein weißes, spielen in Spanien gegeneinander.
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Falsche Corona-Tests sorgten für Aus von Handballern aus Benidorm.

Pandemie an Costa Blanca

Corona-Drama für Handballer aus Spanien: Falsche Tests in Benidorm

  • vonStefan Wieczorek
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Wegen positiver Coronavirus-Tests durften die Handballer von der Costa Blanca nicht nach Wien reisen. Doch die Diagnose war falsch. Wie schade! Benidorm hatte sich erstmals für den Europacup qualifiziert.

Benidorm – Jäh beendet hat die Coronavirus-Krise den europäischen Traum der Handballer aus Benidorm. Da der Erstligist aus Spanien wegen positiver Corona-Tests nicht zum Rückspiel der Vorrunde bei den Fivers in Wien antrat, disqualifizierte ihn der Europäische Handballbund EHF aus dem Europa-Cup. Damit zogen die Österreicher, die das Hinspiel bei den Spaniern verloren hatten, in die Gruppenphase ein. Für das Handball-Team von der Costa Blanca ist das Urteil ein Drama. Seine bittere Geschichte: Am Wochenende vor dem Match waren sechs Spieler des Benidorm Balonmano Covid-19-positiv getestet worden.

BenidormStadt an Costa Blanca
Fläche:38,51 km²
Höhe: 15 Meter
Bevölkerung: 67.558 (2018)

Falsche Corona-Tests sorgen in Spanien für Handballer-Drama

Wegen der positiven Corona-Tests fiel das Spiel des Benidorm Balonmano (BMB) bei Huesca in der ersten spanischen Handball-Liga aus. Aber bald stellte ein zweiter Test heraus, dass die Handballer sich doch kein Coronavirus eingefangen hatten. Es waren „falsche Positive“ gewesen. Dennoch verbot die Landesregierung von Valencia dem Club von der Costa Blanca am Sonntag die Ausreise. Gegen das Drama um die Weisung aus Valencia konnte weder Benidorms Bürgermeister Toni Pérez noch der Vorsitzende des spanischen Handball-Bundes, Paco Blázquez, etwas ausrichten.

Der wegen der falschen Corona-Tests geschädigte Handball-Club aus Spanien versuchte noch, beim Europäischen Handballbund EHF die Verlegung des Spiels in Wien auf einen anderen Termin – etwa auf den 13. Oktober, nach einer 14-tägigen Quarantäne der betreffenden Handballer – zu erwirken. Aber alles vergeblich. Eiskalt erwischte das Urteil des EHF, das ausgerechnet in Wien getroffen wurde, das Team von der Costa Blanca. Was für ein Drama!. Der 34:31-Sieg über die Fivers im Hinspiel hatte für Euphorie beim Team von Trainer Fernando Latorre gesorgt, das ansonsten eher um den Klassenerhalt kämpft als um den Europacup.

Corona sorgt für Handballer-Drama in Benidorm - Trost durch Hilfsgelder

Die Aussicht auf den Einzug in die europäische Liga der Handballer war in Benidorm, wo die Corona-Krise wirtschaftlich besonders tiefe Spuren hinterlassen hat, ein großer Trost. Für den Club aus Spanien, der nun wegen falscher Corona-Tests ausschied, war es der erste Europacup-Einzug in der Vereinsgeschichte. Die Benidormer kündigten nach dem Drama an, dass sie das Urteil des Europäischen Handballbundes über den spanischen Handballbund anfechten würden. Schließlich sei der Verein von der Costa Blanca völlig unschuldig daran, zum Spiel in Wien nicht angereist zu sein.

Weder waren die Handballer von Benidorm wirklich Corona-positiv, noch sei der europäische Terminkalender so eng, als dass man das Rückspiel in Wien nicht an einem anderen Tag hätte spielen können. Ein Trostpflaster kam nach dem Drama dann doch noch: Der BMB gab in diesen Tagen bekannt, dass er vom Programm „Actívate Equipos“ der Stiftung Trinidad Alfonso aus Valencia Hilfsgelder bekomme, damit der sportliche Betrieb überhaupt aufrechterhalten wird. Insgesamt 1,5 Millionen Euro lässt die Stiftung für Sportvereine springen. Benidorm Balonmano hat 13 Teams, fünf mit Damen, acht mit Herren.

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