Virus schlägt wieder zu

Coronavirus Costa Blanca: Neuinfektionen und Rückschläge in der Region Valencia

  • vonStephan Kippes
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Valencia zittert wegen immer neuer Corona-Ausbrüche: Mehrere Infektionsherde gibt es mittlerweile auch an der Costa Blanca. Starke Zunahme durch Infektionen im Nachtleben.

  • Die Region Valencia verzeichnet acht Infektionsherde, die Costa Blanca blieb bisher verschont.
  • Die neuen Fälle ändern die Haltung der Landesregierung gegenüber einer allgemeinen Maskenpflicht.
  • Valencia stand neben Murcia und Andalusien immer sehr gut da, was die Coronafälle betrifft.

Update, Sonntag, 19. Juli: Die valencianische Landesregierung führt die allgemeine Maskenpflicht ein und macht Nachtlokale im Coronavirus-Hotspot Gandia dicht. Von nun an müssen in der Region Valencia und damit an der Costa Blanca in allen öffentlichen Räumen egal ob drinnen oder draußen Atemschutzmasken getragen werden. Ausnahmen sind die üblichen: Sport, Strand, Schwimmbad und Natur.

Die Zahl der Infektionsherde steigt in der Region Valencia auf 20. Unter Kontrolle bringen müssen die Behörden noch die beiden jüngsten Ausbrüche in Santa Pola und in Gandia, die beide mit dem Nachtleben in Verbindung gebracht werden. Die Ausweitung der Maskenpflicht wird von Gesundheitsministerin Ana Barceló mit starken Zunahme der Sars-CoV-2-Infektionen bei Personen im Alter von 20 bis 40 Jahren und dem Nachtleben begründet.

Update, Samstag, 18. Juli: Der Kreis Marina Alta bleibt eine Insel inmitten der Coronavirus-Ausbrüche in dieser Woche. In dem Gesundheitsbezirk von Dénia bis Calp hat das Gesundheitsministerium in dieser Woche keine neue Coronavirus-Infektion feststellen können. Damit bleibt die Zahl der während der gesamten Epidemie festgestellten Sars-CoV-2-Infektionen bei 198 und Zahl der Covid-19-Opfer bei 19.

Update, Freitag, 17. Juli: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in der Region Valencia nimmt leicht zu. Am Donnerstag erfasste das valencianische Gesundheitsministerium 39 Sars-CoV-2-Fälle. Bisher konzentrieren sich die Fälle auf die Provinz Valencia, in der von Mittwoch auf Donnerstag 26 Personen mittels PCR-Tests positiv getestet wurden. Acht Fälle kommen auf die Provinz Alicante und die Costa Blanca, drei auf die Provinz Castellón. Ferner meldete Sanidad zwei ältere Fälle nach. Im gleichen Zeitraum erfasste das spanische Gesundheitsministerium 580 neue Infektionen und damit 200 mehr als am Vortag.

Das Gesundheitsministerium entdeckte zwei Infektionsherde in Benidorm, wo vier Mitglieder einer Familie positiv getestet worden. Ein weiterer Infektionsherd mit drei Infizierten aus einer Familie hält die Gesundheitsbehörden in Peñíscola auf Trab, die im sozialen Umfeld der Betroffenen nach weiteren möglichen Infektionen suchen müssen.

Als Coronavirus-Hotspot der Region Valencia scheint sich der Infektionsherd in Gandia zu entwickeln. In der Kreisstadt der Comarca La Safor haben die Gesundheitsbehörden inzwischen 30 Infizierte identifiziert. In Gandia breitete sich das Coronavirus aus dem Umfeld einer Familie über deren soziale Kontakte aus.

Derzeit gelten 303 Personen in der Region Valencia als aktive Coronavirus-Infizierte. Damit können 1,57 Prozent aller bisher erfassten Infizierten das Virus auf ihre Mitmenschen übertragen. 68 Covid-19-Patienten müssen stationär in den Krankenhäusern der Region behandelt werden, nur vier liegen auf den Intensivstationen ein. Am Mittwoch konnten 79 Patienten das Krankenhaus verlassen. Im Laufe der Coronavirus-Epidemie hat die Region Valencia 11.900 Covid-19-Fälle erfasst und 17.578 aus stationärer Behandlung entlassen. (Das angegebene Missverhältnis zwischen den beiden Zahlen ist mit der Erfassung der Fälle durch das PCR-Testverfahren begründet). Die Region musste am Mittwoch schon neun Tage in Folge keinen Covid-Toten mehr beklagen. Und in den sechs Seniorenresidenzen mit Covid-19-Fällen ist seit dem 24. Juni kein Bewohner mehr an der Covid-19-Krankheit gestorben.

Update, Dienstag, 14. Juli: Auch im Land Valencia gibt es mehrere Infektionsherde, die aber weitgehend unter Kontrolle scheinen. Am Montagabend wurde eine vierköpfige Familie im Urlaub in Santa Pola, etwa 10 Kilometer südlich von Alicante, positiv auf das Coronavirus getestet und als „Cluster“ isoliert. Ihre Kontakte werden jetzt überprüft.

Valencia - Die valencianische Landesregierung hat sich bisher gegen die allgemeine Maskenpflicht ausgesprochen. Allzu standhaft wirkt Gesundheitsministerin Ana Barceló angesichts der Infektionsherde in Katalonien nicht mehr. Ihr “auf keinen Fall” löst sich in einem Rückzieher bei den geplanten Lockerungen auf: Die Region Valencia wird vorerst nicht die volle Auslastung von Terrassen, Diskotheken, Bibliotheken, Museen und Hörsälen erlauben und unter anderem “die Empfehlung für das Tragen von Atemschutzmasken” propagieren.

Acht Coronavirus-Infektionsherde in der Region Valencia: Allgemeine Maskenpflicht im Gespräch

Die allgemeine Maskenpflicht wie in Katalonien, in der Extremadura und auf den Balearen kann durchaus auch noch in Valencia eingeführt werden, auch in Aragón, Asturien und Kantabrien liegt die Maßnahme gegen das Coronavirus auf dem Tisch. Die Regionen tasten sich jedenfalls heran, Valencia verzeichnet eben auch inzwischen acht Infektionsherde und Gesundheitsministerin Ana Barceló muss wie alle anderen Gesundheitsminister in Spanien eingestehen: das Sars-CoV-2 schlägt im Sommer stärker zu als erwartet – zumal die Gesundheitsbehörden ob der Zahl kleiner Ausbrüche Schwierigkeiten haben, schnell zu handeln, die Fälle zu isolieren, das soziale Umfeld zu testen und die Ausbreitung einzudämmen.

Der Badeurlaub wird von Corona-Ausbrüchen überschattet.

Die acht Infektionsherde in der Region Valencia sind “alle unter Kontrolle”, versicherte Barceló. Sieben der Ausbrüche fallen auf die Provinz Valencia, einer auf Castellón. Die südlichste der drei Provinzen, Alicante und die Costa Blanca, bleiben bisher von Covid-19-Rückschlägen verschont. Dennoch musste auch der Gesundheitsbezirk Marina Alta, der das Gebiet von Dénia bis Calpe umfasst, einen zweiten Coronavirus-Infizierten binnen der letzten 40 Tage vermelden.

45 neue Einzelfälle hat das valencianische Gesundheitsministerium in den Kommunen der Region vergangene Woche aufgespürt: Valencia (26), Burjassot (11), Benidorm (6), Elche, Mislata (beide 5), Villarreal, Castellón (beide 3), Gandia, la Pobla de Vallbona, Xàtiva, Benicàssim, Torrent, Llíria (beide 2), Alaquàs, Alfafar, Benicarló, Biar, Borriana, Crevillent, Villajoyosa, Massamagrell, Miramar, Morella, Museros, Paiporta, Pedreguer, Rocafort, Torrevieja, Vinaròs (jeweils ein neuer Fall), Alacant, Alboraia, Ayora, Callosa d‘en Sarrià, Dénia, Elda, Finestrat, Novelda, Onda, Quart de Poblet, Requena, Sant Joan de Moró, Sedaví, Utiel, Villena y Xirivella (ein nachgemeldeter Fall vom zurückliegenden Wochenende).

Coronavirus-Prävention an Stränden der Costa Blanca: Dénia und Jávea ergreifen Maßnahmen

Derweil appellieren die Kommunen an Touristen, die Vorsichtsmaßnahmen gegen Covid-19 nicht schleifen zu lassen. Die Strände in Dénia waren wohl auch wegen des örtlichen Feiertags am Mittwoch diese Woche voll. Das Rathaus Dénia versuchte über die Sozialen Netzwerke an das Verantwortungsgefühl der Bürger zu appellieren und drängte darauf, Abstand auch an den Stränden einzuhalten und den Anweisungen über 120 Strandwächter Folge zu leisten. Doch Stadtgebiet hat über 20 Kilometer Strand. Auch die Nachbargemeinde Jávea kontrolliert intensiver, ob das Abstandsgebot an den Stränden eingehalten werden kann. In die Buchten kommt kein Auto mehr sobald die zur Verfügung stehenden Parkplätze belegt sind. Ähnliche strikte Regeln gelten an den Stränden im Süden der Costa Blanca, wie in Torrevieja, wo die Strände bereits mehrfach ausgelastet waren. Auch dort gibt es hunderte Strandhelfer für die Aufsicht.

Die Region Valencia verzeichnet seit Mittwoch kein Covid-19-Todesopfer mehr. Derzeit müssen aber 55 Infizierte in den Krankenhäusern der Region stationär behandelt werden, elf in Castellón, 26 in Valencia und 18 in der Provinz Alicante. Nur vier Covid-19-Patienten benötigen eine Behandlung auf der Intensivstation, allesamt liegen in Krankenhäusern der Provinz Alicante ein. Bei 283 liegt die Zahl der aktiven Fälle, also unter Covid-19 leidenden Menschen, die das Virus übertragen können. Seit Ausbruch der Pandemie steckten sich 11.747 Personen in der Region mit dem Coronavirus an, 1.651 in Castellón, 6.091 in Valencia und 4.004 in Alicante. Damit steht die Region zwar nicht ganz so gut wie Murcia und Andalusien, aber im spanienweiten Vergleich noch sehr gut da. Spanien verzeichnet 253.908 Covid-19-Fälle und 28.403 Todesopfer.

Coronavirus-Ausbrüche nähern sich Costa Blanca: Infektionsherd in Cullera aufgespürt

Den südlichst gelegene Infektionsherd in der Region Valencia kontrollieren die Behörden im Urlaubsort Cullera in einer Aufnahmestation für Flüchtlinge, die weiteren befinden sich in der Landeshauptstadt Valencia und seinem Speckgürtel – Burjassot und Rafelbunyol – sowie in Llíria und Castellón – derzeit mit 31 Infizierten aus drei Familien der größte Infektionsherd in Valencia, den ein Besuch aus Lleida in Katalonien entfachte. Alle diese Infektionsherde entzünden sich übrigens im Kreis von Familien und Verwandten, unter Arbeitern in der Fleischindustrie oder in sozialen Hilfseinrichtungen, kein einziger laut Ana Barceló bei sozialen Treffen, also in Restaurants, Kneipen oder bei Festen und Strandbesuchen.

Die allgemeine Maskenpflicht stößt bei Ministerpräsident Ximo Puig auf Vorbehalte, der weiterhin für das Tragen von Masken in geschlossenen öffentlichen Räumen und in Außenbereichen eintritt, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. “Man kann nicht alles vorschreiben, Ich glaube, die gültige Vorschriften reichen schon weit und es gibt Bereiche und Räume, in denen der gesunde Menschenverstand und das Verantwortungsgefühl der Personen von fundamentaler Bedeutung sind”, sagte Puig. Dennoch wollte er den Valencianern eine klare Botschaft vermitteln. “Das Benutzen von Atemschutzmasken ist absolut notwendig, wenn nicht genügend Abstand gewahrt werden kann”, sagte er.

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Rubriklistenbild: © Carlos Castro - dpa

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