Krankenhauspersonal auf dem Gang der Covid-19-Station des Kreiskrankenhauses Dénia.
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Das Coronavirus geht in Dénias Krankenhaus zulasten der OPs.

Corona beeinträchtigt Krankenhausbetrieb

Costa Blanca: Patienten warten unter Corona lange auf OP-Termin

  • vonAndrea Beckmann
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Das Coronavirus wirkt sich auf den Betrieb des Krankenhaus in Dénia aus. Patienten im Kreis Marina Alta warten viel zu lange auf einen OP-Termin.

Dénia – Anfang des Jahres und damit noch vor Einsetzen der Coronavirus-Pandemie warteten im Kreis Marina Alta an der Costa Blanca durchschnittlich 61 Personen auf einen OP-Termin. Im August waren es, bedingt durch Corona, bereits 137 Personen, die Marina Salud (spanisch) auf der Warteliste führte. Aktuellere Zahlen hat das valencianische Gesundheitsministerium bislang nicht öffentlich gemacht.

Vergleicht man die Zahlen von August mit denen von Januar, sind es bereits doppelt so viele Patienten, die auf einen Operations-Termin warten. Um welche Art chirurgischer Eingriffe es sich dabei handelt, teilt die Gesundheitsbehörde allerdings nicht mit. Klar ist jedoch, dass Covid-19 in nicht unbeträchtlichem Ausmaß den üblichen Ablauf im Krankenhausalltag beeinträchtigt.

Von diesem Problem ist allerdings nicht nur die Marina Alta betroffen. In mehr oder weniger starkem Ausmaß ist dies auch die Tendenz anderer Gesundheitsbezirke im Land Valencia, wo die OP-Wartelisten in Zeiten des Coronavirus ebenfalls nach oben geschnellt sind.

LandSpanien
RegionValencia
Provinz Alicante
HauptstadtDénia
Fläche 758,3 km2

Costa Blanca: Chirurgische Eingriffe verzögern sich um durchschnittlich 157 Tage

So belief sich die durchschnittliche Wartezeit für einen chirurgischen Eingriff in der Region nach Angaben des Gesundheitsministeriums im August auf 157 Tage. Damit hat sich die Wartezeit verglichen mit Juli um zehn Tage erhöht. Im Land Valencia, also in den Provinzen Alicante, Valencia und Castellón, warteten Ende September knapp 61.700 Patienten auf einen OP-Termin – rund 1.400 Personen mehr als noch im Juli. Davon waren 20.585 Patienten seit bis zu 90 Tagen für einen chirurgischen Eingriff vorgesehen. 13.141 Personen warteten zwischen 91 und 180 Tagen darauf, operiert zu werden, und 26.626 Personen über 181 Tage.

Der Gesundheitsbezirk Marina Alta zählt zu einer der kritischsten Regionen, was die Wartezeit auf eine OP anbelangt. Zum Vergleich: In Torrevieja beträgt die durchschnittliche Wartezeit 58, in Elda 83, in Requena 110, in Orihuela 112 und in der Marina Baja 117 Tage. Schlechter stehen etwa Vinaròs (Provinz Castellón) mit durchschnittlich 207, das Hospital General in Valencia mit 190, La Fe (Valencia) oder Sant Joan in Alicante mit jeweils 171 und das General de Alicante mit 156 Tagen da.

Marina Alta: Dénias Krankenhausmitarbeiter sauer - in Protestschreiben an Ministerpräsident Ximo Puig

Derweil machen die medizinischen Angestellten des Kreiskrankenhauses einen offenen Brief an Valencias Ministerpräsidenten Ximo Puig (PSOE) deutlich, dass sie sich einmal mehr benachteiligt fühlen. Auslöser dafür ist, dass den Angestellten, die dem valencianischen Gesundheitsministerium direkt unterstehen, eine Extraleistung für ihren Einsatz in der Coronavirus-Pandemie zugesagt wurde. Medizinische Angestellte, die in einer Privatklinik angestellt sind, haben diesen Anspruch nicht. Bei Privatkliniken bleibt es den Betreibern überlassen, ob sie sich bei ihren Mitarbeitern mit einer Sonderprämie bedanken oder nicht. Im Falle des Gesundheitsbezirks Marina Alta haben die Angestellten keine Aussicht auf eine Sondervergütung. Der Privatverwalter Marina Salud gab bereits bekannt, dies liege im Ermessen des valencianischen Gesundheitsministeriums. Von dort hieß es allerdings, Sondervergütungen würden nur den Angestellten der öffentlichen Gesundheitsbehörde zuteil werden.

In dem offenen Brief an den Landesvater heißt es unter anderem: „Heute ist es die Sonderzahlung, was es morgen sein wird, wissen wir nicht. Wir möchten Sie daran erinnern, dass wir während dem Alarmzustand und der ersten Coronavirus-Welle alle dem Gesundheitsministerium verpflichtet waren. Wir wurden alle von der öffentlichen Gesundheitsbehörde herangezogen und deshalb denken wir, dass wir in dieser Situation alle gleich behandelt werden sollten.“ Es sei keine wirtschaftliche Frage, sondern es gehe vor allem um die Anerkennung in dieser schwierigen Zeit.

Besonders sauer stößt Marina-Salud-Angestellten auf, dass Gesundheitszentren, die keinen einzigen Covid-19-Patienten behandeln mussten, die Sonderprämie dennoch erhalten werden, nur weil sie Angestellte des öffentlichen und nicht des privaten Gesundheitswesens sind.

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