Eine Ausgrabungsstätte in Dénias Calle Diana.
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Wohnungen aus der Maurenzeit brachten diese Ausgrabungen zu Tage.

Spektakuläre Funde in Denía

Costa Blanca: Archäologen legen in Dénia Wohnungen aus der Maurenzeit frei

  • vonAndrea Beckmann
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Dénia blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Einflüsse der Iberer, Römer und Mauren sind hier allgegenwärtig. So wundert es nicht, dass es in dem Küstenort immer wieder zu spektakulären Funden kommt.

Dénia – Zwei islamische Wohngebäude aus dem 12. Jahrhundert mit ihren jeweiligen Patios (Innenhöfen) brachten nun jüngste Ausgrabungen ans Tageslicht, mit denen ein Archäologen-Team seit einigen Wochen auf einem Privatgrundstück in der Calle Colón/Ecke Calle Diana in Dénia an der Costa Blanca beschäftigt ist. Gearbeitet wird hinter verschlossenen Toren. Zu groß könnte sonst der Ansturm neugieriger Passanten sein. Die Ausgrabungsstätte liegt in einem Bereich mitten in der Stadt, in dem tagtäglich viele Menschen unterwegs sind.

Land Spanien
Autonome GemeinschaftValencia
ProvinzAlicante
Fläche66,18 km2
Einwohner 42.166 (2019)

Die beiden Wohnungen, dessen Gemäuer die Archäologen jetzt freilegten, waren zu einer Zeit bewohnt, in der Dénia noch Daniya hieß und von Mauren besiedelt war. Nach Berechnungen der Historiker befanden sie sich im neueren Teil der Medina. Diese wurde Mitte des 12. Jahrhunderts in Richtung Süden ausgeweitet. Neuer Wohnraum war notwendig geworden, nachdem sich immer mehr Menschen in dem Küstenort niederließen.

Dénia: Im Zentrum der Stadt weisen Funde auf eine Erweiterung der zu klein gewordenen Medina hin

Die Gebäude seien durch eine Gasse voneinander getrennt gewesen, teilte der Leiter der Ausgrabungen, Josep Marqués, mit. Es sei außerdem ein Gang zu erkennen, der zu einer noch unentdeckten Gasse geführt haben muss. Marqués ist sich ziemlich sicher: „Diese Gasse wiederum hat sehr wahrscheinlich zu dem Eingang der Medina geführt.“ Man gehe fest davon aus, im Laufe dieser Ausgrabungen noch auf entsprechende Funde zu stoßen, die den Beweis dafür liefern.

Lange war der neue Ortsteil der Medina allerdings nicht von den maurischen Einwohnern bewohnt. Schon bald wurden sie von den Truppen von Jaime I. vertrieben, der südlich des Río Júcar immer mehr Gebiete eroberte. Bei ihrer Flucht hätten die Familien offenbar alle ihre Habschaften mitgenommen, meinen die Archäologen. Dies erkläre, warum bislang nur einige wenige Utensilien wie etwa ein kleiner Löffel aus Bronze oder spärliche Reste von in Dénia gefertigter Keramik gefunden worden seien.

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