Ein leeres Fußballstadion in La Nucía
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La Nucías Stadion verwandelt sich in die Heimstätte von Levante UD.

Erstes Spiel gegen Sevilla

La Nucía kommt groß raus: Erstligist UD Levante wählt Kleinstadt an der Costa Blanca für Heimspiele

  • vonJudith Finsterbusch
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La Nucías Stadion Camilo Cano beherbergt die letzten sechs Heimspiele des Erstligisten Levante UD. Anpfiff für das erste Spiel gegen Sevilla ist am Montag, 15. Juni, um 19.30 Uhr.

  • La Nucía bietet Levante UD eine Ausweichmöglichkeit wegen Renovierungsarbeiten im eigenen Stadion.
  • Sechs Heimspiele werden im Fernsehen übertragen und könnten La Nucía viel Werbung einbringen.
  • Seit Jahren setzt La Nucía statt auf Tourismus auf Sport.

Update vom 16. Juni: Levante UD und Sevilla haben sich gestern Abend 1:1 unentschieden getrennt. In der 88. Minute konnten die Valencianer den entscheidenden Punkt holen - per Eigentor durch Diego Carlos. Nach einer torlosen ersten Halbzeit waren die Andalusier nach einem Tor von Luuk de Jong gleich zu Beginn der zweiten Hälfte in der 46. Minute in Führung gegangen.

La Nucía – Die Coronavirus-bedingte gespenstische Stille der letzten drei Monate ist in La Nucías Sportstadt Camilo Cano emsigem Treiben gewichen. Zum einen, weil seit Montag, 15. Juni, mit Eintritt in Phase 3 des Deeskalationsplans wieder das Hallenbad und das Fitnessstudio geöffnet haben. Zum anderen, weil La Nucía hohen Fußballbesuch hat: Der Erstligist Levante UD nutzt das Camilo-Cano-Stadion als Trainingsstätte und für die restlichen Heimspiele der Saison in Spanien. Das eigene Stadion in Valencia wird nämlich gerade renoviert.

StadtLa Nucía
Fläche21,36 km²
Einwohner18 603 (Stand 2019)
BürgermeisterBernabé Cano (PP)
Patronatsfest14. August
Offizielle Internetseitewww.lanucia.es

La Nucía: Kleinstadt stellt Erstligisten Stadion

Für die Kleinstadt La Nucía bei Benidorm an der Costa Blanca ist der Besuch aus Valencia eine riesige Chance: Die sechs Levante-Heimspiele der restlichen Fußballsaison werden national und international im Fernsehen und Radio übertragen und dürften La Nucía ordentlich Werbung einbringen. Zudem empfängt die gut 18.000 Einwohner zählende Stadt Top-Erstligavereine wie Atlético de Madrid oder Athletic Bilbao. Erster Anpfiff ist am heutigen Montagabend, 15. Juni, um 19.30 Uhr gegen den Liga-Dritten Sevilla. Folgende Begegnungen spielt UD Levante in La Nucía:

  • Montag, 15. Juni, 19.30 Uhr: Levante – Sevilla
  • Dienstag, 23. Juni, 19.30 Uhr: Levante – Atlético de Madrid
  • Sonntag, 28. Juni, Uhrzeit noch nicht bekannt: Levante – Betis
  • Sonntag, 5. Juli, Uhrzeit noch nicht bekannt: Levante – Real Sociedad
  • Sonntag, 12. Juli, Uhrzeit noch nicht bekannt: Levante – Athletic Bilbao
  • Sonntag, 19. Juli, Uhrzeit noch nicht bekannt: Levante – Getafe

Wie bei allen noch ausstehenden Erstliga-Begegnungen wird es auch in La Nucía wegen der Covid-19-Ansteckungsgefahr keine Zuschauer im Stadion geben. Dennoch gibt sich die Gemeinde redliche Mühe, ihr Leichtahtletik- und Fußballstadion im Fernsehen gut und vor allem Erstliga-tauglich darzustellen. Zudem hat die Stadt ein Abkommen mit Levante getroffen, sodass die Spieler auf ihren Trikots Werbung für La Nucías Sportstadt machen.

Die Spieler von Levante UD trainieren in La Nucía unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

La Nucía hübscht Stadion fernsehtauglich auf

Für die Levante-Spiele hat La Nucía sein Stadion jetzt also noch einmal aufgemotzt und am Rasen nachgebessert, bei der Beleuchtung und den Pressebereichen – ganz zu schweigen von umfassender Desinfektion und Reinigung. Außerdem hat die Stadtverwaltung umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen angeordnet, um zu verhindern, dass sich Fans dem Stadion nähern. Schließlich finden nicht nur die Spiele, sondern auch die Trainingseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So hat La Nucías Ortspolizei einige Schleichwege zum Stadion abgesperrt, von denen aus ungebetene Zuschauer gratis mitverfolgen könnten, was auf dem Rasen vor sich geht. An den Spieltagen werden Ortspolizei und Guardia Civil das Stadion weitläufig abriegeln, um Fanaufläufe zu verhindern. Einige Stunden vor Anpfiff wird jeweils die gesamte Sportstadt für den Publikumsverkehr geschlossen.

Das Estadio Olímpico Camilo Cano wurde erst im September 2019 eröffnet – und zwar medienwirksam mit der spanischen Leichtathletik-Meisterschaft. Schon vor der Eröffnung war aber klar, dass die Stadt das Stadion vor allem für den eigenen Fußballverein, CF La Nucía, nutzen wollte, der passenderweise zur Saison 2019/2020 in die dritte spanische Liga, Segunda B, aufgestiegen war. Leichtathletik-Turniere finden in La Nucía zwar auch weiterhin statt, wegen der Coronavirus-Krise mussten die geplanten Großveranstaltungen jedoch alle abgesagt werden.

Spitzensportler in La Nucías Sportstadt

Da La Nucía nicht direkt an der Küste liegt und als Nachbar des Tourismus-Riesen Benidorm kaum eine Chance in der Urlauberbranche hat, setzt die Kleinstadt schon seit Jahren auf den Sport als Einnahmequelle. Was mit einer Turnhalle und einem Schwimmbad begann, ist mittlerweile zu einer riesigen Sportstadt herangewachsen, in der praktisch jede Sportart ausgeübt werden kann. 2013 und 2017 wurde La Nucía denn auch zur „europäischen Sportstadt“ gekürt. Fußballtrainer-Legende Vicente del Bosque höchstpersönlich eröffnete 2015 die ersten Fußballplätze und hält jeden Sommer ein Camp für Nachwuchskicker in La Nucía ab. Neuster Star-Zugang ist Ex-Tennisprofi David Ferrer, der in La Nucía gerade seine Tennisakademie aufbaut.

Seien es russische Profi-Fußballer oder britische Olympia-Leichtathleten: La Nucías Sportstadt kann sich zu Nicht-Coronavirus-Zeiten ganzjährig über regen Besuch aus aller Welt freuen. Vor allem Sportler aus kälteren Gefilden kommen zum Trainieren in die Alicantiner Kleinstadt und genießen das milde Klima vor Ort. Woran es bislang noch mangelt, sind Übernachtungsmöglichkeiten für die Sportler. Bisher weichen diese – wie auch die gesamte Levante-Mannschaft – auf Unterkünfte in Benidorm aus. Die ersten drei Hotels für La Nucía befinden sich gerade im Bau, eins davon entsteht direkt in der Sportstadt. Eröffnung sollte eigentlich dieses Jahr sein – ob die Coronavirus-Krise der Eröffnung des Match Hotel jedoch einen Strich durch die Rechnung macht, bleibt abzuwarten.

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