Mehrere Touristen mit Schutzmasken laufen eine Gasse in Guadalest hinauf. Im Hintergrund der Glockenturm und die Burg von Guadalest.
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Guadalest zählt zu den schönsten Orten Spaniens. Das beliebte Dorf ist eingebettet in die Berglandschaft der Costa Blanca.

Kleines Dorf in malerischer Landschaft

Spaniens schönste Orte: Guadalest an der Costa Blanca trotz Corona gut besucht

  • vonJudith Finsterbusch
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Guadalest ist keine 20 Minuten Autofahrt von den Urlauberhochburgen an der Costa Blanca entfernt. Trotz Corona herrscht ein reges Kommen und Gehen in einem der schönsten Orte Spaniens.

  • Guadalest liegt zwischen malerischen Bergketten im Hinterland der Costa Blanca.
  • Das kleine Dorf Guadalest zählt offiziell zu den schönsten Orten Spaniens.
  • Diesen Sommer sind in Guadalest vor allem spanische Touristen anzutreffen.

Castell de Guadalest - Unten im Tal der türkis-glitzernde Stausee, oben das kuriose Dörflein Castell de Guadalest auf den zwei Seiten des Felsens, auf dem die Reste der ehemaligen Burg thronen. Heute reihen sich in den Gassen zwar die Souvenirläden, Bars und Museen aneinander, doch wer das ausblendet, kann sich leicht in alte Zeiten versetzen. Als die Bewohner noch mit Eseln die steile Straße hinaufliefen und die Dorfkinder auf dem Platz vor der Schule spielten. Damals kannte kaum jemand Guadalest, heute zählt das Dorf an der Costa Blanca offiziell zu den schönsten Orten in Spanien.

GuadalestOrt in Spanien
Einwohner209 (Stand 2018)
ProvinzProvinz Alicante

Spaniens schönste Orte: Guadalest zwischen den Bergketten der Costa Blanca

Um die Idylle noch ein wenig idyllischer zu gestalten, ist Guadalest auch noch eingebettet in diese wunderbare Landschaft zwischen den Bergketten Serrella, Xortà und Aitana, die erwandert werden wollen, sobald die Hitze das zulässt. Abgelegen genug, um die unberührte Natur genießen zu können. Und dennoch gerade einmal 20 Minuten Autofahrt von Benidorm an der Costa Blanca entfernt. Verdienterweise befindet sich das 200-Seelen-Dorf in der illustren Liste der schönsten Orte Spaniens und ist dem gleichnamigen Verein "Los pueblos más bonitos de España" angeschlossen.

Guadalest ist nicht nur dank seines Namenszusatzes als „einer der schönsten Orte Spaniens" ein beliebtes Ziel für Tagestouristen, die aus Benidorm, Calp und den anderen Urlauberhochburgen an der Costa Blanca herkommen, durch die Sträßchen schlendern, Geld ausgeben und wieder wegfahren. Bis zu eine Million Besucher jährlich begrüßt das Dörflein, heißt es. Und im Coronavirus-Sommer?

Spaniens schönste Orte: Guadalest ist trotz Corona gut besucht

Auf den beiden Parkplätzen der Gemeinde Guadalest im Hinterland der Costa Blanca stehen an einem Montagmorgen einige Autos, es herrscht geschäftiges Kommen und Gehen. „Der August ist fast so, als gäbe es keine Pandemie“, bestätigt Isabel Ferri in der Touristinfo. Momentan informiert sie um die 100 Besucher täglich über die Sehenswürdigkeiten in einem der schönsten Orte Spaniens. „Es sind aber deutlich mehr Menschen hier. Die Touristinfo betreten darf immer nur eine Person, viele sind aber in Grüppchen unterwegs“, meint Ferri. Nur die Busse, die sonst immer gleich 50 Personen auf einen Schlag ausspuckten, fehlen diesen Sommer. „Das lohnt sich für die Veranstalter nicht, weil sie nur die Hälfte der Plätze besetzen dürfen“, meint Ferri. Briten verirren sich auch kaum nach Guadalest, die Quarantänepflicht bei der Rückkehr nach Großbritannien und das somit leer gefegte englische Viertel in Benidorm machen sich bemerkbar.

Auf der anderen Seite der Straße beginnt das eigentliche Guadalest. Die Besucher, die die Gasse hinaufschlendern, tauchen ein in eine andere Welt, nur die Postkartenständer vor den Häusern, die Kühlschrankmagneten mit Flamenco-Tänzerinnen und Billig-Taschen erinnern ans 21. Jahrhundert - ein ästhetisches Opfer, das wohl nicht zuletzt damit einhergeht, auf der Liste mit Spaniens schönsten Orten zu stehen. Überraschend viele Besucher durchqueren den Tunnel durch den Felsen, der auf die andere Dorfseite führt.

Spaniens schönste Orte: Guadalest besuchen jetzt vor allem Spanier

„Der Sommer läuft besser als erwartet. Wir hatten uns auf eine Nullrunde eingestellt“, bestätigt Mari Carmen Balaguer. Ihre Familie betreibt seit 47 Jahren die Bar Levante in Guadalest, die Terrasse des Lokals ist voll. „Wir merken deutlich, dass keine Briten und Russen kommen, aber auf die Spanier ist Verlass. Sie lassen schon Geld im Ort – nur bleiben sie meist nicht über Mittag zum Essen, sondern fahren zurück in ihre Ferienwohnungen in den Küstenorten der Costa Blanca“, resümiert Balaguer. Angesichts der Reisewarnungen aus Deutschland und vielen anderen EU-Ländern bleibt den Gastronomen und Hoteliers in einem der schönsten Orte Spaniens kaum mehr, als auf einheimische Touristen zu setzen.

Einer von ihnen ist Ramón Rodríguez aus Almanza in Castilla y León, der mit seiner Familie den August in seinem Ferienhaus in Calpe verbringt. Heute ist er nach Guadalest gefahren, um sich einen der schönsten Orte Spaniens anzuschauen. „Natürlich merkt man Unterschiede im Vergleich zu Vorjahren. Es gibt mehr Parkplätze und mehr freie Tische in den Restaurants“, sagt Rodríguez. Und: „Es sind wenige Ausländer an der Costa Blanca, wir sind unter Spaniern“, meint er. Ein Besuch in Guadalest gehört für ihn jedes Jahr zum Sommerurlaub-Pflichtprogramm.

Blau-weiße Idylle in einem der schönsten Orte Spaniens: Der Kreuzweg in Guadalest führt hinauf zum Friedhof.

Die nächste Gruppe kommt um die Kurve und macht sich an den Aufstieg hinauf zum Friedhof. Unterwegs weicht sie entgegenkommenden Costa-Blanca-Touristen aus – die einen kommen, die einen gehen, wie schon seit Jahren in Guadalest. Nur eins hat Corona geändert: Trotz der vielen Menschen, die einen der schönsten Orte Spaniens sehen wollen, ist es viel leiser. Liegt es an den Masken, die die Gespräche verschlucken? Oder vielleicht daran, dass die Urlauber ein bisschen mehr das genießen, was sie sehen und sich auf das konzentrieren, was geblieben ist – angesichts dessen, was viele verloren haben?

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