zwei polizisten am strand von alicante erklären einem badegast die regeln
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Baden in Alicante, Tag 1 nach Coronavirus: Die Polizei, dein Freund, Helfer und Beach-Guide, hatte viel zu tun, alle Unklarheiten über die neuen Regeln zu beseitigen.

Baden in Spanien nach Coronavirus

Strände in Spanien offen: Torrevieja Letzter an der Costa Blanca

  • vonMarco Schicker
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  • Stefan Wieczorek
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An den meisten Stränden in Spanien dürfen sich nach der Corona-Zwangspause wieder Badegäste tummeln. Doch in Torrevieja muss der Badespaß bis 17. Juni warten.

  • Baden ist in Spanien in Phase 2 des Coronavirus-Deeskalationsplans wieder erlaubt.
  • Strände einiger Kommunen an der Costa Blanca sind noch nicht auf die Badesaison vorbereitet.
  • System von Einbahnwegen und andere Regelen sollen vor Ansteckungen mit Sars-Cov-2 schützen.
  • Update, 12. Juni: Torrevieja öffnet Strände erst am Mittwoch, 17. Juni.

AKTUALISIERUNG, 12. Juni, 14.30 Uhr: Torrevieja wird seine Strände erst am Mittwoch, 17. Juni, für das Baden freigeben und nicht, wie zuvor angekündigt „in der Woche bis 14. Juni“. Das hat PP-Bürgermeister Eduardo Dolón am Freitag bekanntgegeben. Torrevieja ist damit die letzte Gemeinde der Provinz Alicante, die ihre Strände für das Baden freigibt. Die neuen Regeln für das Baden in Torrevieja wurden ebenfalls veröffentlicht, wir haben Sie auf Deutsch für Sie zusammengefasst. Die Eröffnung der Badesaison geht mit der Schließung der bisherigen zwei Hundestrände in Torrevieja einher, die durch einen neuen Platz, ganz am südlichen Stadtrand zu Orihuela ersetzt werden. (Aktualisierung Ende)

Alicante - „Darf ich jetzt wirklich hier ins Wasser gehen und mich in die Sonne legen?“ Die Frage der Frau an der Playa del Postiguet, dem Stadtstrand von Alicante, an die zwei Polizisten, ob die Strandöffnung Realität ist, klingt ungläubig. Als diese bejahen, möchte sie ihnen am liebsten um den Hals fallen. Darf sie aber nicht. Die Szene erinnert an die Frau mit dem Grenzbeamten in Berlin 1989 beim Fall der Mauer, als ein ganzes Land baden ging. Die Euphorie an der Costa Blanca scheint nach dem Coronavirus-Notstand fast die gleiche, befreite Freude auszulösen. Auch die Szene der Frau in Alicante wird gewissermaßen um die Welt gehen, denn von Madrid bis Oslo scharrt man schon mit den Hufen und den Spitzen der Sonnenschirme.

Immerhin können die Alicantiner wieder ins Meer, nicht alle Kommunen an den Küsten sind darauf schon vorbereitet. Das gilt für die Strände nördlich von Alicante ebenso wie für jene südlich der Provinzhaupstadt. Wie der Süden der Provinz geht auch die Marina Baja nicht im Gleichschritt in Richtung Strand. Informationen zu den Stränden in Dénia und Calp. Hier die aktuellsten Infos für Teulada/Moraira/Benissa.

Nachstehen der Stand der Dinge per 1. Juni 2020 für die Strände in Alicante, Santa Pola, Guardamar, Elche, Torrevieja, Orihuela und Pilar de la Horadada:

Strandregeln in Alicante - Die Umsetzung scheint indes sehr schrittweise vorgenommen zu werden:

Baden an der Costa Blanca: Alicante im Probelauf für Touristensaison

Die Strandöffnung in Alicante Stadt stand zwar schon seit Tagen in der Zeitung, aber die Leute belegen die Ortspolizisten am 1. Juni - nach 79 Tagen Strandsperre in Spanien - in Dauerschleife mit den gleichen Fragen. Sie tun gut daran, denn die Stadt hatte zwar rigide Normen angekündigt, vor Ort findet man aber weder ein Schild mit irgendwelchen Vorschriften, noch Absperrungen oder vorgegebene Laufrichtungen im Sand. Lediglich die Gelbe Flagge am Mast dient als Warnhinweis bei ruhiger See, dass der Sturm von Lande droht, wenn man nicht aufpasst.

Der Ansturm der Badegäste am 1. Juni am Stadtstrand von Alicante, der Playa del Postiguet, war noch überschaubar. Das wird sich bald ändern.

Es ist der 1. Juni mittags in Alicante, der erste Tag in Phase 2 und mit Strandrecht. Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut. Noch hält sich der Ansturm am Postiguet in Grenzen, die Polizei hat ein wachsames Auge und drückt das andere zu. Es ist sichtlich ein Probelauf, ab Juli dürfen die Touristen aus dem Ausland wieder nach Spanien kommen, bis dahin muss sich ein Reglement eingespielt haben, das von den Regeln bei der Einreise, über den Aufenthalt bis an die Strände standhält. Die gesamte Costa Blanca rüstet sich für eine Touristen-Saison..

Alicante Stadt - Playa de San Juan: Improvisation am schwimmenden Objekt

Seit 1. Juni ist das Baden an den Stränden der Stadt Alicante El Postiguet, Urbanova, Albufereta und auch an der endlos langen Playa de San Juan wieder gestattet. Ein "Großaufgebot für Sicherheit" hat Alicantes Bürgermeister Luis Barcala dafür angekündigt. Baden, Sonnenbaden und "einigen sportliche Aktiviäten" seien wieder erlaubt.

Baden erlaubt, bei angenehmen 20,8 Grad, steht auf der Anzeigetafel an der Playa del Postiguet in Alicante am 1. Juni 2020, dem ersten Tag der Strandöffnung nach 79 Tagen Sperre wegen des Coronavirus.

Die Regeln dafür werden sich an allen Stränden ähneln, in Alicante sehen sie - bis dato - so aus: Ein System von Einbahnwegen soll ansteckende Annäherungen des Publikums verhindern helfen. Am 1. Juni gab es weder Liegen zu mieten, noch war ein Rettungsschwimmer zu sehen. Dafür wird nächtlich der Sand umgewälzt, um Abgrenzungsmarkierungen zu erneuern, die, wie gesagt, am Eröffnungstag noch unsichtbar waren. Direkt an der Wasserlinie ist ein Weg von sechs bis zehn Metern Breite für Spaziergänger frei zu halten. Dort hätten auch weder aufblasbare Elemente zu liegen noch Strandspiele stattzufinden.

Ansonsten gilt: zwei Meter Mindestabstand zwischen den Personen. 15 Personen ist das Maximum an erlaubter Rudelbildung. Auf dem Weg zum Lagerplatz gilt Maskenpflicht, An- und Abmarsch sind mit Schuhwerk zu absolvieren. Viermal täglich werden die Fußduschen desinfiziert, schreibt uns das Rathaus, ob das beruhigend ist, entscheiden die Benutzer am besten selbst. Das Rathaus empfiehlt auch die Benutzung eigener Sonnenschirme, als "Element zur Garantie der Abstandsregeln", die Toiletten bleiben "in dieser ersten Phase" geschlossen. Im Übrigen solle jeder seinen Müll ordentlich entsorgen, aber das galt ja auch in "Friedenszeiten".

Strände in Santa Pola: Lisa muss warten

Ein paar Kilometer weiter südlich, in Santa Pola, bleiben die Strände "noch bis ungefähr Mitte Juni" geschlossen. "Wir hatten zu wenig Zeit, um uns vorzubereiten, denn die sanitären Indikationen erreichten uns mit nur einer Woche Vorlauf", beklagt sich das Rathaus mit einer wahrlich faulen Ausrede. Denn dass die Strände irgendwann wieder öffnen würde, war klar als sie geschlossen wurden. Also vorerst kann man an Playa Lisa, Gran Playa und Playa de Santa Pola weiterhin nur spazieren.

Strände in Elche / La Marina: Baden auf eigene Gefahr

Die Strände El Altet, Arenales del Sol, Carabassí, La Marina, El Pinet und El Rebollo sind seit Montag, 1. Juni, wieder zum Baden freigegeben. Offenbar verfügt das Rathaus von Elche über geheime Quellen, die Santa Pola nicht hat und konnte sich daher rechtzeitig vorbereiten. Allerdings findet das Baden auf eigenes Risiko statt, einen Rettungsschwimmerdienst hatte man noch nicht verpflichtet, obwohl es den in den Vorjahren bereits ab 1. Juni gab.

Elches Bürgermeister kündigte Rettungsschwimmer "für die zweite oder dritte Juniwoche an" und appelliert an die "individuelle Verantwortlichkeit" der Badegäste. Auch in Elche nutzt man die ersten Tage, in denen zunächst nur Einheimische an die Strände dürfen, wie man die sanitäre Sicherheit gewährleisten, aber gleichzeitig möglichst vielen Menschen das Badevergnügen gestatten kann.

Rundgang an den Dünenstränden von Guardamar del Segura:

Guardamar del Segura: Badeerlaubnis ohne Fiesta

Guardamar ist bereit“, teilte das Rathaus mit. Die elf Kilometer Strände mit Dünen und den Kiefernwäldchen haben am 1. Juni für Badegäste eröffnet und damit lange Sandstrände mit einem weitgehend natürlichen Antlitz: Playa de la Roqueta, Montcaio, Playa del Centre, Playa de la Babilonia, Playa Les Ortigues, Playa Els Tossals, Playa El Camp, Playa Els Vivers.

Playa Els Tossals in Guardamar del Segura. Eine Balance zwischen Badespaß und Naturschutz zu finden ist hier selten gut geglückt.

Auch in Guardamar studiert man noch die Anleitung aus Valencia “Playas Seguras”, sichere Strände, um daraus die eigenen Schlüsse zu ziehen. Einer ist schon gezogen worden: Das Patronatsfest zu Ehren Santiagos, das normalerweise die Strände Mitte Juli bis zu Bersten füllt, fällt dieses Jahr coronabedingt aus.

Torrevieja: Salzstadt wieder mit Extrawurst

Wenn Torreviejas Rathaus schon einen Monat brauchte, um ein paar Pfeile auf einen Parkplatz zu malen, um den Wochenmarkt wieder eröffnen zu können, kann man sich selbst ausmalen, dass es auch mit dem Baden an den Stränden länger dauern wird als anderswo. Das Rathaus will sich nicht festlegen und hat die Eröffnung der Badesaison in der riesigen Residentenstadt "in die Woche vom 8. bis 14. Juni" gelegt, also einen Überraschungseffekt eingebaut.

Das zweifelhafte Vergnügen völlig überfüllter Strände, wie hier der Playa del Cura in Torrevieja, erspart uns das Coronavirus 2020.

Zuvor will die Stadt fast 100 Arbeitslose mit Saisonverträgen engagieren und zu Strandhelfern ausbilden, die "Kontrolle und Aufsicht" übernehmen werden, natürlich in Zusammenarbeit mit Zivilschutz, Rettungsschwimmern und Ortspolizei. Genug Bedarf gibt es in der verarmten Stadt Torrevieja. So sollen je 50 Personen pro Schicht Ordnung in die sonst Sardinenbüchsen nicht unähnlichen Stadtstrände Playa de Los Locos, Playa del Cura, Los Náufragos und Playa Acequión bringen. Etwas entspannter geht es ohnehin meist in Punta Prima, an den Stränden von La Mata und an den felsigen Buchten, den Calas (wie La Zorra oder del Moro) sowie ganz im Süden der Kommune am Palmenhain von Lo Ferris zu.

Auch Torreviejas Bürgermeister Eduardo Dolón beklagt sich über die späte Ankunft des Valencianischen Strandführers ("erst letzten Dienstag") als Richtlinie für seine Maßnahmen. Dolón wolle versuchen, die ab 15. Juni unter Vertrag stehende Firma für Rettungsschwimmer-Dienstleistungen eine Woche früher in Gang zu setzen. Dolón meint, er warte noch immer auf eine Videokonfernz mit Valencia zum Thema. Vielleicht kann der PP-Kollege in Alicante seinem Parteifreund Dolón ja während dieser erklären, warum er seinen Strand auch ohne das Diktum aus der Regionalhauptstadt öffnen konnte.

Orihuela Costa: Öffnung Hals über Kopf

Noch kryptischer als in Torrevieja ging es zunächst in Orihuela zu. Für die elf Strände von La Zenia über Playa Flamenca, Playa de la Glea, Barranco Rubio, Cabo Roig bis zur Playa de Campoamor fehlte noch bis Montag ein konkretes Datum der Wiedereröffnung. Nur aus der Anstellung von etlichen Hilfskräften zur Strandpflege per Mitte Juni ließ sich ablesen, dass sich etwas tut und zunächst hieß es wie in Torrevieja "Noch warten bitte". Doch dann am Montag, 1. Juni, plötzlich, wurden Hals über Kopf die Strände freigegeben, mit mehr als improvisierten Sicherheitsvorkehrungen. Die Vorschriften zu Abständen und Verhalten entsprechen weitestgehend jenen in Alicante Stadt. Rettungsschwimmer gibt es vorerst aber nur am Wochenende. Weitere Informationen folgen in den kommenden Tagen.

Pilar de la Horadada: Baden unterm "verbotenen Turm"

Die südlichste Kommune der Provinz Alicante, Pilar de la Horadada mit ihrem Strandbezirk Torre de la Horadada, hat die Strände für Mittwoch, 3. Juni, zum Baden im Wasser oder der Sonne freigegeben. Auch hier finden sich die gleichen Verhaltensregeln wie an den Stadtstränden in Alicante, immer mit der Einschränkung, dass die Ortspolizei und somit die Stadt das Sagen auf ihrem Territorium hat und den Zugang sowie die Verhaltensnormen anpassen kann, wenn sie das für geboten hält.

Wo die Costa Blanca zur Costa Cálida wird. Blick auf Sporthafen und den alten Wachturm in Torre de la Horadada und der Playa del Conde.

Also, "pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein" sowie einen Sonnenschirm mit möglichst großem Umfang und dann geht es raus zur: Playa El Mojón, Las Higuericas, Las Villas, Playa El Puerto, Jesuitas, Calas de Rocamar, Playa del Río, Playa Mil Palmeras, Playa Vistamar und natürlich zur Playa El Conde mit dem berühmten "verbotenen" Wachturm aus dem 17. Jahrhundert, wo die Costa Blanca aufhört und die Strände der Costa Cálida beginnen.

Spaniens schönste Strände, wo die Redakteure der CN am liebsten Baden gehen.

Strände der Costa Blanca im Überblick, zum Zoomen, Suchen und Finden:

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