Rückblick auf Großbrand

Brandkatastrophe vor fünf Jahren: Wie Pegos Berge im Mai 2015 vom Feuer zerstört wurden

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Im Mai 2015 brach im Vall d’Ebo bei Pego ein Feuer aus, das sich zu einer verheerenden Naturkatastrope entwickelte. Fünf Jahre später sind es vor allem die Bürger selbst, die Brandvorsorge leisten.

  • Vor fünf Jahren vernichtete ein Feuer 1.715 Hektar Bergland bei Pego.
  • Viel Kritik ernteten die Verwaltungen wegen spätem Einsatz von Löschflugzeugen.
  • Freiwillige vom Verein Pego Viu bemühen sich seitdem um die Pflege der Berge.
  • Grasende Schafe sollen für Brandschneisen sorgen.

Pego – Es war der 14. Mai 2015. Ein Tag, an dem schon morgens klar war, dass ein kleiner Funke zu einer Katastrophe führen könnte. Ein idealer Tag für einen Waldbrand. Temperaturen von über 40 Grad, dazu trockener Wind. Der schlimmste Fall trat ein. 1.715 Hektar Land fielen am 14. und 15. Mai in den Bergen von Vall d‘Ebo, Pego, Adsubia und Vall de Gallinera einem Großbrand zum Opfer. Es war der größte Waldbrand in den vergangenen 20 Jahren in der Provinz Alicante.

Temperaturen von über 40 Grad, dazu trockener Wind. Eine Wetterlage, die im aktuellen Mai, fünf Jahre, später aufgrund des ungewöhnlich regenreichen und kühlen Frühjahrs zwar weit entfernt scheint, die sich aber jederzeit wiederholen könnte. Es war ein Donnerstag, 10.44 Uhr, als aus dem Vall d‘Ebo, im Hinterland von Pego, ein Feuer gemeldet wurde. Ein 84-jähriger Mann hatte auf seinem Feld Pflanzenabfälle verbrannt, verlor die Kontrolle über das Feuer, erlitt Verbrennungen beim Löschen. Er hätte an diesem Tag nichts anzünden dürfen, es galt striktes Feuerverbot. Doch sein unachtsames Verhalten war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. „Die Berglandschaft wird nicht gepflegt, sie wird immer mehr entvölkert, viele Dörfer verschwinden, dazu kommt der Klimawandel. All das wird dazu führen, dass Brände in Zukunft immer größer werden“, sagte Nestor Portes einige Zeit später gegenüber der CBN. Portes ist Mitglied des Bürgerverbands Pego Viu (Pego lebt), den Freiwillige 2016 gründeten. Mit dem Ziel, einer weiteren Katastrophe wie der von 2015 vorzubeugen. Durch den Einsatz vor Ort, in den Bergen.

Entwicklung der Katastrophe: Aus einem Funken wurde ein Großbrand

Durch zurück zum 14. Mai 2015, an dem aus dem Funken schnell ein Großbrand wurde. Eine Hölle, deren dichter Qualm und Ascheregen sich am Nachmittag bis nach Pego ausbreitete. Viele Kinder wurden frühzeitig aus den Schulen abgeholt, Kritik wurde vor allem an dem späten Auftauchen der Löschflugzeuge laut. „Wo bleiben sie? Warum kommen nicht mehr?“, wurde immer dringlicher in den sozialen Netzwerken gefragt. Auch wenn aus offizieller Sicht alles nach Protokoll verlaufen sei. Allerdings habe die starke Rauchbildung es immer wieder unmöglich gemacht, das Feuer aus der Luft zu bekämpfen, hieß es bei den Verantwortlichen.

In den Randgebieten von Pego mussten schließlich rund 100 Häuser evakuiert werden. Der damalige valencianische Ministerpräsident Alberto Fabra, der sich gegen 20.30 Uhr in Pego blicken ließ, musste sich der Wut und Hilflosigkeit der Pegolinos stellen, während andere mit eigener Kraft, Schläuchen und Eimern versuchten, das Feuer von ihrem Anwesen fernzuhalten. Viele riskierten dabei ihr Leben, zu Schaden kam wie durch ein Wunder niemand. Nur zwei Häuser brannten aus.

Verbrannte Berge bis nah an die Häuser.

Am Freitag dann die Abschwächung. Endlich war die Feuerwehr, zu Land und in der Luft, allgegenwärtig, zudem war der Wind abgeflaut. Die Flammen erreichten die Berge von Benirrama im Vall de Gallinera, doch ein Ende war in Sicht. Was blieb, war viel Asche, viel Kritik, viele Forderungen und die Überzeugung, dass sich in den Bergen etwas ändern muss.

Suche nach den Ursachen des Großbrands

„Man hätte vorsorgen müssen, damit dieser Brand nicht solche Ausmaße annimmt“, hieß es damals bei Pegos Wandergruppe, die schon seit Jahren Wegabschnitte in den Bergen säuberte – Abschnitte, die tatsächlich vom Feuer verschont blieben. „Das ist ein Zyklus“, erklärte der Biologe Jaume Soler seinerzeit der CBN. „Die Landschaft verbrennt, erholt sich wieder, es wird nichts getan, und dann verbrennt sie wieder.“ Junge Kiefern beispielsweise seien bester Zündstoff und müssten beschnitten beziehungsweise ihre Dichte verringert werden. Auch die Verwilderung von immer mehr landwirtschaftlichen Flächen täte das Ihrige. Dadurch würden sich Brände immer mehr den Ortschaften annähern.

Orangenfelder dienten als Brandschneise.

Ob seitdem von offizieller Seite genug getan wurde, ist fraglich und wird sich bei der nächsten Feuergefahr zeigen. Von privater Seite dagegen wurde einiges unternommen. Bestes Beispiel: Der Verein Pego Viu. Die Freiwilligen treffen sich regelmäßig in den Bergen, um der gefährlichen Verwahrlosung entgegenzuwirken. Sie trafen Abkommen mit Grundstücksbesitzern, kümmern sich um deren Land, setzten Pflanzen wie Zwergpalmen, wilde Pistazien oder Steineichen ein, die nach einem Feuer wieder aufkeimen. Sie kümmern sich um die Wiederbelebung der Landwirtschaft, sorgten in zugewachsenen Gebieten dafür, dass die Feuerwehr sie im Notfall erreichen kann. Sie führten Aktionen in Schulen durch, Programme im Marjal und nahmen die Einrichtung eines Interpretationszentrums in Angriff.

Schafe für die Brandvorsorge

Das jüngste Pego-Viu-Projekt: Im vergangenen Jahr begannen die Freiwilligen mit der Einführung von fünf Schafen der heimischen Sorte „guirra“, die seitdem für das Abgrasen und damit Säubern der Berge eingesetzt werden. Eine traditionelle Methode, Bränden vorzubeugen. Eine gute Nachricht aus der Schafherde gab es während der wegen des Coronavirus verhängten Ausgangssperre: vier neue Schafe wurden in dieser Zeit geboren. Genug sind es nicht, um die Berge sauberzuhalten und so vor einem neuen Durchgreifen der Flammen zu schützen. Aber es ist ein Anfang. Und ein Projekt, das Schule machen könnte und sollte.

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