Luftbild der Küste von El Campello an der Costa Blanca.
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Steuern an der Costa Blanca: Eine Deutsche aus El Campello hat nach einer falschen Überweisung Ärger.

Onlinebanking in Spanien

Steuern an der Costa Blanca: Deutsche hat nach falscher Überweisung Ärger mit Bank

  • Anne Götzinger
    VonAnne Götzinger
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Eine deutsche Residentin hat die Steuer für ihre Immobilie an der Costa Blanca überwiesen. Doch leider auf das falsche Konto - und der Ärger begann.

El Campello – Es geht Andrea Sedlaczek nicht um ihre 200 Euro, sondern ums Prinzip, um ein bisschen Gerechtigkeit und darum, andere zu warnen. Seit eineinhalb Jahren versucht die Deutsche aus El Campello an der Costa Blanca, eine falsch getätigte Überweisung rückgängig zu machen. Doch das erweist sich als eine Odyssee – und als weiterer Fall von Kundenunfreundlichkeit der Banken in Spanien.

Doch der Reihe nach. Im November 2020 war Andrea Sedlaczeks Grund-Steuer, die IBI, für ihre Immobilie an der Costa Blanca fällig. Wegen der Coronavirus-Pandemie und da die gebürtige Rheinländerin nicht so gut zu Fuß ist, wollte sie die Summe von rund 200 Euro gerne online an die Steuereinzugsbehörde Suma bezahlen. Also versuchte sie es per Überweisung über das Onlinebanking ihrer Bank Sabadell. Mit dem Geldinstitut hatten auch andere Deutsche bereits schlechte Erfahrungen gemacht. „Da auf dem Steuerbescheid keine Bankverbindung stand, dachte ich, ich gebe das einfach mal bei Empfänger in die Maske ein“, erzählt sie. Und siehe da, bei der Eingabe des Wortes „Suma“ kam sofort der Vorschlag für Suma Gestión Tributaria und eine Bankverbindung bei der CaixaBank. „Das ist ja super“, dachte Andrea Sedlaczek und schickte die Überweisung ab, erledigt.

Steuern an Costa Blanca: Deutsche überweist falsch - und bekommt Geld nicht wieder

Von wegen. Einen Monat später erhielt die deutsche Residentin eine Mahnung der Suma, sie habe die IBI nicht bezahlt. Was sie nicht wusste: Es ist gar nicht möglich, Steuern und Gebühren an die Suma per Überweisung zu zahlen. Das geht nur über die Bankautomaten der angegebenen Geldinstitute oder über die Webseite der Behörde. „Also bin ich zur Banco Sabadell und habe den Sachverhalt erklärt, doch annullieren konnte ich die Überweisung nicht mehr“, erzählt Sedlaczek.

Der Bankangestellte habe sie dann „von Pontius zu Pilatus“ geschickt, darunter Guardia Civil und CaixaBank, da das Geld dorthin überwiesen wurde, „obwohl er doch genau wissen musste, dass die mir keine Auskunft über ihre Kunden geben dürfen“, sagt die Deutsche. Stundenlang stand sie trotz ihrer Beinprobleme Schlange, nirgendwo konnte man ihr helfen.

Deutsche an Costa Blanca versucht seit eineinhalb Jahren, ihr Geld zurückzubekommen

Schließlich stellte sich heraus, dass das Konto, auf das die 200 Euro überwiesen worden waren, dem Telefon- und Internetanbieter gehörte, den Sedlaczek bis vor kurzem unter Vertrag hatte. Sabadell zog sich aus der Affäre und schrieb, die Bank sei nicht verpflichtet, den Namen des Empfängers in Verbindung mit der IBAN nachzuprüfen.

„Schließlich bin ich zum Verbraucherschutzbüro Omac in El Campello gegangen“, berichtet Sedlaczek, „und die waren wirklich bemüht, mir zu helfen“. Inzwischen gebe es eine „ziemlich dicke Akte“ zu ihrem Fall – doch ihre 200 Euro hat die Deutsche noch immer nicht wieder. Stattdessen hat sie die Grund-Steuer samt Mahngebühr noch einmal an die Suma gezahlt. Auch andere Deutsche an der Costa Blanca können ein Lied von Steuerproblemen in Spanien singen.

Am 29. April hat sie erneut Post von der Sabadell-Bank erhalten, per Einschreiben, wie jetzt immer. Neben dem Bedauern der Bank für die Umstände steht dort in holprigem Deutsch, man füge dem Brief „zur leichteren Abwicklung die Rückerstattung des Unternehmens bei“, vermutlich ein Formular, um die Rückerstattung zu beantragen. Ein Anhang fehlte laut Andrea Sedlaczek aber. Sie hat nun erneut an ihre inzwischen Ex-Bank geschrieben. Und ihre Akte wird dicker und dicker – aus Prinzip.

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