Zwei Katzen sitzen aneinandergeschmiegt vor einer Mauer in Spanien.
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Straßenkatzen werden von den einen gefüttert, von den anderen verscheucht. In Villajoyosa sollen sich Katzenfütterer jetzt registrieren.

Kontrolle von Katzenkolonien

Straßenkatzen in Villajoyosa: Wer füttert Streuner?

  • Anne Götzinger
    vonAnne Götzinger
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Straßenkatzen stellen in vielen Gemeinden in Spanien ein Problem dar. In Villajoyosa sollen sich Katzenfütterer nun beim Rathaus melden. Nur wer registriert ist, darf künftig füttern.

Villajoyosa – Personen, die in Villajoyosa regelmäßig Straßenkatzen füttern, sind aufgefordert, sich bis Freitag, 4. Juni, beim Rathaus zu melden. Die Stadt erhofft sich dadurch einen besseren Überblick und mehr Kontrolle über die Katzenkolonien im Gemeindegebiet sowie eine effizientere Sterilisierungskampagne. „Ziel der Kampagne ist es, die Situation der Kolonien und das Zusammenleben der Menschen mit diesen Tieren, deren Zuhause die Straße ist, zu verbessern“, erklärt Umweltstadtrat José Carlos Gil.

VillajoyosaGemeinde in Spanien
Autonome GemeinschaftValencia
ProvinzAlicante
Fläche20,45 km²
Einwohner34.673 (Januar 2019)

Seit einigen Jahren setzt die Stadt Villajoyosa wie viele andere Orte an der Costa Blanca auf das sogenannte CES-Konzept, um die Population der Straßenkatzen-Kolonien unter Kontrolle zu halten. CES bedeutet capturar, esterilizar, soltar, also einfangen, sterilisieren/kastrieren, freilassen. Subventionen erhalten die Rathäuser dabei von der Provinzverwaltung in Alicante.

Straßenkatzen in Villajoyosa: Wer sie füttert, wird manchmal angefeindet

Vor allem ausländische Residenten füttern in Spanien häufig Straßenkatzen, die in ihrem Viertel herumstreunern. Ihre Tierliebe wird aber nicht immer gerne gesehen, wie eine Schweizerin aus Guardamar am eigenen Leib erfahren musste. Viele Katzenfütterer werden von anderen Einwohnern angefeindet, auch, weil das Abstellen von Essensresten oder Katzenfutter andere Tiere wie Ratten anlockt.

Fakt ist: Koordiniert läuft das Füttern in den wenigsten Fällen ab. Viele stellen den Streunern einfach nur regelmäßig etwas Essen hin. Den Rathäusern fehlt bei diesen Privatinitiativen in der Regel der Überblick. Dank der Meldeaktion will die Stadt Villajoyosa nun einen Zensus erstellen, in dem der Name des Katzenfütterers, der Standort der Katzenkolonie und die Anzahl der dort lebenden Straßenkatzen aufgeführt sind. Auch in Vera Playa in der Region Murcia hat Anfang des Jahres ein Tierschutzverein ein Pilotprojekt gestartet, um mit Holzhäuschen für Straßenkatzen die Kolonien zu kontrollieren.

Katzenfütterer aus Villajoyosa werden gebeten, sich bis 4. Juni mit dem Umweltamt (Concejalía de Medio Ambiente) in Verbindung zu setzen. Es ist unter der Telefonnummer 966 810 090 oder per E-Mail an medio.ambiente@villajoyosa.com erreichbar. Nach Ablauf der Meldefrist dürfen nur noch im Umweltamt registrierte Personen streunende Katzen füttern. Ob nicht registrierten Fütterern eine Sanktion droht, hat das Rathaus nicht bekannt gegeben.

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