Ein Guardia-Civil-Beamter beobachtet eine Ziegenherde auf einer Landstraße in Spanien.
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Tierquälerei in Spanien: Die Tiere konnten die Finca der Schweizerin in Torremanzanas ungehindert verlassen.

Schweine fressen Ziege auf

Tierquälerei in Spanien: Schweizerin soll Lizenz entzogen werden - Tiere fressen sich gegenseitig auf

  • vonAnne Götzinger
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Wegen Tierquälerei soll einer Schweizerin in Spanien die Genehmigung zur Haltung von Tieren entzogen werden. Auf der Finca der Frau an der Costa Blanca haben sich Hunde, Pferde, Schweine und andere Tiere teils gegenseitig aufgefressen.

  • Eine 72-jährige Schweizerin ist in Spanien wegen Tierquälerei in mehreren Fällen angezeigt worden.
  • Auf der Finca der Frau in Torremanzanas an der Costa Blanca herrschen unsägliche Zustände.
  • Die total vernachlässigten Tiere - Hunde, Ziegen, Schweine und andere - fraßen sich teils gegenseitig auf.

Torremanzanas - Sechs Anzeigen wegen Tierquälerei allein seit Januar und insgesamt 49 Verstöße gegen geltende Vorschriften in Spanien sind der Umwelteinheit Seprona der Guardia Civil zu viel. Sie hat beantragt, dass einer 72-jährigen Schweizerin in Torremanzanas an der Costa Blanca die Lizenz für die Haltung von Tieren entzogen wird. Derzeit befinden sich eine Ziegenherde, 13 Hunde, vier Pferde, fünf Esel und sechs Maultiere, zwei Katzen und über 100 Vietnamesische Hängebauchschweine in der Obhut der Frau.

TorremanzanasGemeinde in Spanien
Autonome RegionValencia
ProvinzAlicante
Einwohner 742
BürgermeisterFelipe Sirvent Cantó (PP)

Tierquälerei in Spanien: Schweizerin vernachlässigte Pferde, Hunde und andere Tiere

Erstmals war die Guardia Civil 2008 auf die Finca im Gebiet Montagut aufmerksam gemacht worden. Damals habe die Schweizerin noch mit den Behörden in Spanien kooperiert. Seitdem seien die Zustände und die Tierquälerei auf der Finca jedoch immer schlimmer geworden. Im vergangenen Frühjahr - Spanien befand sich wie jetzt wieder im Notstand wegen des Coronavirus - fand die Seprona ein völlig vernachlässigtes Fohlen, das wenige Tage später starb. Die Beamten waren am 19. März in den Ort gerufen worden, weil ein Pferd auf der Straße lag und Anwohner nicht zu ihren Häusern gelangen konnten. Das Fohlen konnte nicht aufstehen und war in sehr schlechtem Zustand.

Als die Seprona, die für Umweltvergehen in Spanien zuständig ist, eintraf, erklärte die Besitzerin des Fohlens, das Tier liege auf der Straße, weil es schlafe, und es würde sich nicht bewegen, weil es Bauchweh hätte. Bei der genaueren Untersuchung des Fohlens stellten die Polizisten mehrere blutende Wunden und einen aufgeblähten Bauch fest. Da es sich in einer für Pferde sehr unüblichen Körperhaltung befand, vermuteten sie eine Kolik, die auf schlechte Haltung zurückgehen könnte, da Gebiss und Hufe offensichtlich nicht ordentlich gepflegt waren. Außerdem fand sich auf der Finca der Schweizerin kein angemessenes Futter für das Pferd.

Tierquälerei in Spanien: Im März 2020 fand die Polizei ein völlig vernachlässigtes Fohlen bei der Finca der Schweizerin.

Aufgrund der Schwere der Ereignisse forderten sie die Besitzerin auf, dass sofort ein Tierarzt das Fohlen untersuchen und behandeln müsse, die Guardia Civil würde den Fall weiter verfolgen. Als die Seprona drei Tage später zur Finca der Schweizerin kam, um den Zustand des Tieres zu überprüfen, fanden sie den Kadaver des Fohlens, der gerade von mehreren Schweinen – viele von ihnen Kreuzungen aus Wild- und Vietnamesischen Hängebauchschweinen – aufgefressen wurde.

Schweine fallen über eine Ziege her. Die Polizei in Spanien ermittelt wegen Tierquälerei gegen eine Schweizerin.

Tierquälerei in Spanien: Gefährliche Kreuzung von Wild- und Hängebauchschweinen als Folge

Wie die Seprona mitteilt, stellt die Hybridisierung zwischen zahmen Vietnamesischem Hängebauchschwein und Wildschweinen in Spanien ein großes Risiko für den Menschen und die Umwelt dar: für Personen wegen des wilden Wesens der Tiere, und für die Umwelt wegen der massiven Fortpflanzung und damit einhergehenden Überbevölkerung der Gebiete, in denen sie leben. Im Fall der Finca in Torremanzanas an der Costa Blanca sei der Hauptgrund für die Kreuzungen die Nachlässigkeit der Schweizerin, die den Tieren erlaube, das Gelände ungehindert zu verlassen und zu betreten.

Seit September wurde die Seprona mehrmals von Nachbarn zu der Finca gerufen. Schweine, die eine Ziege auffraßen, ein Rudel Hunde, das wiederum über ein Schwein herfiel, ein abgerissener Schweinekopf im Innern der Finca, herumirrende Esel und Hundeattacken auf Spaziergänger und Radfahrer fanden die Beamten dort vor. Nach Ansicht einiger Nachbarn, handele es sich nicht um vorsätzliche Tierquälerei wie etwa im Fall des auf Lanzarote gepeinigten Hundes Timple. Vielmehr glauben sie, dass ein psychisches Problem der Schweizerin der Grund für die Situation auf der Finca sei. Erst im September hatten die Behörden in Spanien bei einem Fall von Tierquälerei in Gandía einschreiten müssen, wo ein Tiermessi rund 200 Katzen auf engstem Raum gehalten hatte.

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