Ein mit bunter Werbung bedruckter Bus steht an einer Strandpromenade.
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Torrevieja will den Busservice in der Stadt verbessern und künftig Geld von den Fahrgästen verlangen.

Neue Busverbindungen

Torrevieja: Bus bald nicht mehr gratis - Rathaus schlägt Tarife und neue Linien vor

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Seit Jahren ist Busfahren in Torrevieja fast kostenlos. Jetzt will das Rathaus Geld von Fahrgästen verlangen und verspricht dafür einen besseren Busservice - auch in die Wohngebiete.

Torrevieja – 23 Jahre lang war Busfahren in Torrevieja praktisch kostenlos – das soll sich jetzt ändern. Wer in der Stadt an der südlichen Costa Blanca gemeldet ist, musste bislang lediglich eine Dauerkarte für sieben Euro kaufen und konnte damit unbegrenzt die Stadtbusse nutzen. Jetzt will das Rathaus im Schnitt 1,35 Euro pro Fahrt verlangen, wie aus dem Entwurf für die neue Verordnung für den öffentlichen Nahverkehr hervorgeht. Damit will die Stadt im Rahmen der geplanten Neuvergabe des Busdienstes einerseits die Rathauskasse entlasten und andererseits den Service für Fahrgäste verbessern.

Mit dem Bus kostenlos durch Torrevieja: Gratis-Fahrten dank Wahlkampf

Eingeführt hatte das kostenlose Busfahren Torreviejas damaliger Bürgermeister Pedro Hernández am 15. April 1999 – zwei Monate vor der Kommunalwahl. Umgesetzt wurde die Maßnahme ebenso lange von dem bisherigen Konzessionär Costa Azul, Teil der Unternehmensgruppe Avanza. Erst gab es für den Bus-Service ein Abkommen zwischen Rathaus und dem Konzessionär, seit 2012 gibt es keinen wirklichen Vertrag mehr, die Stadt zahlt dem Unternehmen einfach weiterhin rund 240.000 Euro im Monat.

Jetzt will die Stadt den Auftrag für den öffentlichen Nahverkehr komplett neu an ein Privatunternehmen vergeben, geplant sind in dem Rahmen auch die Erneuerung der Fahrzeugflotte sowie zusätzliche Busverbindungen. Die Verordnung über die Tarife für Busfahrten ist ein erster Schritt dahin, angepeilt ist, dass die Vergabe noch in diesem Jahr stattfinden soll, der entsprechende Plenumsbeschluss steht allerdings noch aus. Doch zunächst zurück zu den geplanten Preisen in Torrevieja.

1,35 Euro pro Fahrt: Neue Bus-Tarife in Torrevieja geplant

Neben der einfachen Fahrt mit dem Bus für 1,35 sieht die Tariftabelle auch Rabatte vor. Vielfahrer mit entsprechender Karte etwa zahlen 90 Cent pro Fahrt, Jugendliche, Schüler und Großfamilien 65 Cent. Auch pauschale Monatskarten für 38 Euro beziehungsweise vergünstigt 25 Euro soll es geben. Senioren ab 65 Jahren, Rentner und Behinderte, die in Torrevieja gemeldet sind, fahren weiterhin gratis Bus. Auch Urlauber, die nur ein paar Tage an der Costa Blanca sind, können sparen: Die Tourist Card soll für 8 Euro erhältlich sein und ermöglicht drei Tage Busfahren, eine Wochenkarte ist für 16 Euro geplant.

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Derzeit ist die Verordnung mit den neuen Tarifen für Torrevieja allerdings nicht mehr als ein Entwurf, der momentan öffentlich einsehbar ist. Anschließend geht er ins Plenum der Stadt, danach ist er erneut öffentlich ausgestellt und wartet auf Eingaben bis zur endgültigen Verabschiedung im Plenum.

Teurer gleich besser? Torrevieja will Bus-Service rundum erneuern

Übrigens fällt die Rundumerneuerung des Busdienstes in Torrevieja erneut kurz vor eine Kommunalwahl, im Frühjahr 2023 ist es so weit. Und auch der aktuelle Bürgermeister Eduardo Dolón (PP) hat Großes vor: Binnen zehn Jahren will das Rathaus acht Millionen Euro jährlich in die Verbesserung der Busflotte und -verbindung pumpen. Drei Nachtlinien sind geplant, auch Bus-Verbindungen auf Zuruf in abgelegene Wohngebiete.

Eine neue Buslinie soll das Zentrum von Torrevieja mit Wohngebieten verbinden, das Krankenhaus, alle Schulen und der Wochenmarkt werden künftig angefahren. Und zwar von 32 Hybrid-Bussen bei verkürzten Wartezeiten und häufigeren Abfahrten. Bleibt zu hoffen, dass die neuen Tarife und der groß angelegte Verbesserungsplan Früchte tragen. Bislang galt in Torrevieja nämlich 23 Jahre lang das Argument, der öffentliche Nahverkehr und vor allem die Anbindung der Wohngebiete seien so schlecht, weil Busfahren nun einmal gratis ist.

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