Vitrinen mit Ausstellungsstücken in einem Museum
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Ein Prüfer der Landesregierung hat dem Museum in Torrevieja schwere Mängel bescheinigt.

Inspektion der Landesregierung

Torrevieja: Gefährliches Chaos im Museum - Experte kritisiert schwere Mängel

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Im Museo del Mar y de la Sal in Torrevieja herrscht Chaos. Ein Experte der Landesregierung hat in einem Bericht über das Museum schwere Mängel zusammengefasst.

Torrevieja - Amphoren, die außerhalb von Vitrinen auf ungesicherten Dreifüßen stehen. Archäologische Fundstücke von „zweifelhafter Herkunft“, die „schlecht gelagert und ausgestellt“ sind. Unterwasser-Fundstücke, die sich in Büroräumen stapeln. Keine Rauchmelder, keine Sicherheitskameras, keine Alarmanlage – und auch kein Direktor. Der Bericht, den das Landeskultusministerium über Torreviejas Museo del Mar y de la Sal in der Calle Patricio Pérez erstellt hat, ist vernichtend und legt schwere Mängel offen.

Museum in Torrevieja: Experte bescheinigt Rathaus Chaos und Sicherheitsmängel

Ein Experte aus Valencia hatte das Museum im Süden der Costa Blanca im Oktober inspiziert und im Dezember einen Bericht erstellt, den die grüne Opposition in Torrevieja nun veröffentlicht hat. Das Museum gilt als das wichtigste für Heimatkunde im Ort, es soll Torreviejas Einwohnern und Besuchern die Geschichte der Stadt näherbringen. Die Schlüsse, die der Prüfer nach seinem Besuch vor Ort zieht, sind allerdings vernichtend. „Die Ausstellungsstücke sind untereinander vermischt, ethnologische Güter liegen zwischen historischen Dokumenten über das Museum und logistischem Material“, heißt es in dem Bericht über die Mängel.

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Neben dem Chaos sei das Museum in Torrevieja auch nicht so ausgestattet, dass Sicherheit und Konservierung der Sammlung gewährleistet seien. Als Beispiel führt der Prüfer an, dass es keine Systeme zur Temperatur- oder Feuchtigkeitsregulierung gibt. „Während der Besichtigung war es sehr warm und feucht, an der Decke der Ausstellungsräume hatten sich Salze gebildet“, so der Prüfer.

Kein Projekt, keine Planung: Torreviejas Museum braucht einen neuen Plan

Bei einigen Fundstücken, die in dem Museum in Torrevieja ausgestellt sind, fehle ein Nachweis über deren Herkunft, Reste von römischen Amphoren seien einfach in Regalen abgelegt worden. Es gebe kein ersichtliches Museumsprojekt, keine Planung, keine Katalogisierung, Restaurierungs- oder Forschungsprogramme, keine Protokolle, etwa zur Evakuierung der Besucher im Notfall. Und behindertengerecht ist das Museum auch nicht.

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Die valencianische Landesregierung hat dem Rathaus nun gedroht, dem Museo seine Anerkennung als Museum zu entziehen. Das könnte auch bedeuten, dass die Ausstellungsstücke eingesammelt und anderswo gezeigt werden. Ein Jahr hat die PP-Regierung in Torrevieja jetzt Zeit, Mängel zu beheben und ein Projekt für das Museum auszuarbeiten, um die schweren Mängel zu beheben.

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