Zahlreiche Menschen sonnen sich an der Playa del Cura in Torrevieja.
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Dass wir solche Bilder an der Playa del Cura in Torrevieja vorerst nicht sehen, ist vielleicht nicht das Schlechteste am Alarmzustand.

Lockerung der Ausgangssperre in Spanien

Kakophonie an den Stränden: Auch Torrevieja öffnet Zugang zum Meer und lässt Bürger im Trüben fischen

  • vonMarco Schicker
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Ab Mittwoch, 6. Mai, öffnet Torrevieja seine Strände für Spaziergänger. Die Regeln dazu sind im Großen und Ganzen klar. Sind sie das? Einige Punkte laden nicht nur zur Interpretation ein, sondern erscheinen regelrecht absurd. Die ganze Stadt wird zu einer Playa de Los Locos.

  • Spazieren am Strand erlaubt, Baden bleibt verboten.
  • Zeitrahmen, 1-Kilometer-Regel und Abstände sind zu beachten.
  • Verschiedene Angaben sind widersprüchlich: Polizei hat letztes Wort.

Torrevieja - Das Rathaus von Torrevieja lädt seine Bürger ab Mittwoch dazu ein, auch die Strände für die Spaziergänge zu nutzen. Unter Bedingungen: Im für die jeweilige Altersgruppe vorgeschriebenen Zeitrahmen dürfe ab morgen an den Playas Los Náufragos, El Cura, Los Locos, Cabo Cervera und La Mata flaniert werden, - wenn einer dieser Strände im 1-Kilometer-Einzugsgebiet der Wohnung liegt, erklärt die Stadt.

Wer joggt, also einen Sport betreibt, darf aus der ganzen Stadt an den Strand. Aber ist Walking ein Sport? Natürlich. Aber weiß das auch der Ortspolizist? Kann ich ihn austricksen, indem ich mir Laufschuhe anziehe und Sport simuliere? Man kann es versuchen, im Zweifel zahlt man 600 Euro Lehrgeld.

Bis wann ist es planschen, ab wann baden?

Klar ist: Das Baden ist verboten, ebenso das Sonnenbaden auf dem Sand, die Mitnahme von Campingstühlen, Sonnenschirmen oder anderen „Utensilien“. Gruppenbildungen sind ebenfalls untersagt. Auch die Anreise aus weiter als einen Kilometer enternten Stadtvierteln mit dem Fahrrad oder Auto bleibt untersagt.

Die kleinen Badebuchten entlang des Paseo marítimo (piscinas naturales), aber auch die Buchten zwischen Torrevieja und La Mata sowie der einzige wirkliche Traumstrand Torreviejas, Lo Ferris, ganz im Süden des Stadtgebietes, bleiben von der Sondergenehmigung ausgespart.

Gut gepflegt sind die Strände seit den letzten Unwettern in Torrevieja immerhin. Bereit für den Ansturm, der nicht stattfinden darf.

Erlaubt ist hingegen das Spazierengehen im Sand der oben genannten Strände. Doch da fängt das Problem schon an, vermischen sich nämlich die Vorgaben des staatlichen Amtsblattes BOE zur Phase 0 mit Auslegungen der Rathäuser. Diese zu interpretieren, hat man im Zweifelsfall einfach der Polizei vor Ort überlassen. Aber was heißt Spazieren am Strand, ist ein Fuß oder die Wade im Wasser noch erlaubt, steht das Wasser aber bis zur Hüfte, wird es als verbotenes Baden geahndet? Bereits in El Campello, Moraira oder Valencia widersprachen sich die Regeln.

Ähnlich im Trüben fischt man beim Sport: Schwimmer mit nationaler Vereinslizenz dürfen trainieren, individueller Wassersport ist sogar für alle erlaubt, wenn das Wetter mitspielt (zum Beispiel Stehpaddel, Kanu etc.) - Jetskis wiederum nicht, weil die nämlich in Sporthäfen starten müssten, die aber noch nicht wieder geöffnet sind.

Noch kein Polizeistaat - aber ein Polizeistrand

Kontrollierte Zugangspunkte für Profi-Schwimmer und Wassersportler werden installiert in: La Mata Süden auf Höhe Restaurant Matute, für Playa Los Locos auf Höhe Luz Mar, am Curastrand am Tintero und beim Restaurant Cuenca Mar für Los Náufragos. Doch wenn man keine Utensilien mitbringen darf, wie soll man dann Kanu fahren? Werden Kampftaucher Schwimmer verfolgen, um zu checken, ob sie auch eine Vereinslizenz haben?

Ist mein Strand ein Kilometer von meinem Zuhause entfernt? Checken Sie es auf Google Maps:

Das Rathaus Torrevieja hat eine „umfassende Kontrolle für die Erfüllung“ angekündigt, durch Ortspolizei und Zivilschutz, der zwei Stützpunkte an der Playa de Cura und Los Locos einrichten wird, die wohl auch als Bürgerinformation dienen werden. „Alle, die die Vorschriften nicht erfüllen, werden gemäß dem Real Decreto sanktioniert“, warnt die Stadt in ihrer Aussendung. Auf diese verweist sie auch auf Nachfragen.

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