Der Strand ist menschenleer. Zur wirksameren Bekämpfung des Coronavirus hat Spanien einen zweiwöchigen sogenannten Alarmzustand verhängt, der auf die Einschränkung der Bewegungsfreiheit im ganzen Land hinausläuft. Foto: dpa

152 Tote an einem Tag

Madrid - sk. Am ersten Tag unter dem Notstandsdekret verzeichnet Spanien 152 neue Todesfälle wegen d...

Madrid - sk. Am ersten Tag unter dem Notstandsdekret verzeichnet Spanien 152 neue Todesfälle wegen des Coronavirus. Damit steigt die Zahl der Todesfälle sprunghaft von 136 auf insgesamt 288 an, wobei fast Dreiviertel der Opfer aus der Region Madrid stammen. Die Zahl der Infizierten beläuft sich auf 7.753. Was das Gesundheitsministerium beunruhigt: Sonntagmorgen mussten 382 Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden, fast 100 mehr als am Vortag. Eine Entwicklung, die Krankenhäuser an das Limit ihrer Kapazitäten bringt. Die meisten Träger des Coronavirus bemerken die ersten Symptome fünf oder sechs Tage nach der Ansteckung. Ernst werden die Beschwerden dann oft am siebten Tag. Viele erkranken an einer Lungenentzündung. Die meisten Todesfälle treten zwei, drei Wochen nach der Ansteckung auf. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass man bereits in den nächsten Tagen absehen kann, ob die Maßnahmen des Notstandsdekrets greifen und die Ausbreitung des Virus auf Gegenden verhindert werden, die noch keine hohe Zahl von Ansteckungen verzeichnen. Mit einem wirklich bemerkbaren Erfolg an den Zahlen der Infizierten rechnen Experten frühestens in zwei Wochen. Die Bürger Spanien haben heute zum großen Teil die Maßnahmen des Notstandsdekret klaglos befolgt und ihre Häuser kaum verlassen. Die Straßen wirkten wie leergefegt, auf der Nationalstraße N-332 und auf der Autobahn AP-7 fuhren kaum Autos. Die Leute blieben zuhause. Guardia Civil zog einige Radfahrer aus dem Verkehr und wies sie auf das Ausgehverbot hin, das offiziell am Montag um 8 Uhr morgens in Kraft tritt. Dann muss man auch mit Strafen von 100 Euro bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen, wenn man gegen die Vorschriften verstößt oder gar Widerstand gegen die Staatsgewalt zeigt. Auch am Montag dürfen Bürger nur ihre Häuser verlassen, um zur Arbeit zu fahren einzukaufen, Medikamente zu besorgen oder um Angehörige zu pflegen. Weitere Neuigkeiten: Das Militär rückt auch gegen das Coronavirus aus. Einheiten des Kastrophenschutzes UME - Unidad Militar de Emergencias - patrouillieren in den Städten. Wer sich gestern in den Zeiten des Hausarrests noch auf einen Friseurbesuch gefreut hat, hat sich zu früh gefreut. Die Regierung hat heute Friseursalons von der Liste der Geschäfte und Institutionen gestrichen, die noch geöffnet haben dürfen.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare