Autos fahren an der TÜV-Station von Alicante vor
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Die Region Valencia führt den TÜV in öffentliche Hand über.

Ende der privat betriebenen ITV-Stationen

TÜV an Costa Blanca wird billiger: Valencia verlängert Konzessionen nicht

  • Stephan Kippes
    VonStephan Kippes
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Der TÜV an der Costa Blanca wird ab 2023 nicht länger privat betrieben. Autofahrer wird es freuen. Die technischen Fahrzeugabnahme soll billiger werden.

Die Tage der privat betriebenen ITV-Stationen in der Region Valencia sind gezählt. Die Landesregierung will den TÜV wieder in öffentliche Hand überführen. Das regionale Wirtschaftsministerium hat die sieben privaten Betreiber – darunter TÜV Rheinland und TÜV Süd – offiziell und binnen der gesetzlich vorgeschriebenen Frist benachrichtigt, dass ihre Konzession nach der 25-jährigen Laufzeit nicht verlängert wird. Zum 1. Januar 2023 werden alle ITV-Stationen der Region öffentlich, auch die an der Costa Blanca.

ITV an Costa Blanca wird billiger: Region Valencia führt ITV in öffentliche Hand über

Die Rückführung von Dienstleistungen in die öffentliche Hand zählt zu den dicken politischen Richtlinien der Botànic-Koalition aus Sozialisten, den valencianistischen Grünen Compromís und der Linkspartei Unidas Podemos. Diese Marschroute gilt für TÜV-Stationen ebenso wie für das Gesundheitswesen, wobei sich in diesem Bereich die Operation als komplexer und kostenintensiver gestaltet und bisher erst im Gesundheitsbezirk Salud de la Ribera nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs im Juli auf gutem Weg ist.

Wenige Autofahrer dürften dem privaten ITV in der Region Valencia nachtrauern. Seit Jahren rangieren die Tarife in der Spitzenklasse der spanischen ITV-Stationen. Ein Dieselauto an der Costa Blanca durch den TÜV zu bringen kostet über 51 Euro, der Benziner kommt mit mehr als 47 Euro auch nicht gerade billig weg. Dabei hat die Landesregierung Valencia die Tarife bereits gesenkt.

TÜV-Stationen an der Costa Blanca: Landesregierung Valencia will Tarife senken

„Wir wollen die Sicherheit auf den Straßen gewährleisten, die Qualität der technischen Überprüfung verbessern, die Tarife für Autofahrer senken und aus dem TÜV einen transparenten und effizienten Dienst machen“, so lautet ein Teil der veröffentlichten Benachrichtigung an die ITV-Betreiber.

Der scharfe Ton in dem Schreiben rührt nicht zuletzt auch daher, dass hinter der Privatisierung der valencianischen ITV-Stationen der frühere Ministerpräsident und Ex-Bürgermeister von Benidorm, Eduardo Zaplana, steht. Dieser ganze Prozess scheint umgeben zu sein von einem Sumpf aus Bestechungsvorwürfen, Verdacht auf Geldwäsche, Amtsmissbrauch und Verschwendung öffentlicher Gelder, den die Justiz schon seit Jahren versucht trockenzulegen. Der Ruf von Korruption und Klüngelei haftet der Politik bis heute an.

Wirtschaftsminister Rafael Climent entwarf daraufhin eine Strategie, gemäß der es wirtschaftlich durchaus lohnenswert erscheint, den ITV öffentlich zu machen. Demnach nimmt die Landesregierung Valencia jährlich 39,3 Millionen Euro ein, wenn sie die Stationen betreibt. Würde sie die Konzessionen verlängern, brächte das nur 7,6 Millionen Euro ein. Bei einer Neuausschreibung könnte die Generalitat 19,2 Millionen Euro verdienen.

Derzeit gibt es 13 ITV-Stationen in der Provinz Valencia, zehn in Alicante und an der Costa Blanca sowie drei in Castellón. Die Landesregierung will ab 2023 zehn neue Stationen einrichten und sicherstellen, dass kein Bürger mehr als eine halbe Stunde Anfahrtzeit zu einer ITV-Station hat.

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