Paseo Ecológico in Benissa
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Natur und Ruhe bietet zum Beispiel Benissas Paseo Ecológico.

Tourismus an der Costa Blanca in der Krise

Trotz Coronavirus attraktiv: Wie Benissa und Teulada-Moraira auf nationale Touristen setzen

  • vonAnne Thesing
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Spaniens Tourismus steht vor einem verlorenen Jahr. Kleine Küstenorte wie Benissa und Teulada-Moraira haben in der Coronavirus-Krise einen Vorteil: Sie sind für Ruhe und Natur statt für Massentourismus bekannt.

  • Sicherheit und Gesundheit sind neue Maßstäbe im Tourismus.
  • Teulada: „Die Menschen, die uns besuchen, müssen keine Angst haben.“
  • Benissa: „Wir werden das Gleichgewicht finden zwischen gesundheitlicher Sicherheit und touristischem Impuls.“

Benissa/Teulada-Moraira - Es sind düstere Aussichten für Spaniens Tourismus. Von denjenigen Ausländern, die in diesem Sommer überhaupt eine Reise in Betracht ziehen, werden die wenigsten Spanien als Reiseziel auswählen, zumal noch nicht einmal klar ist, ob Reisen ins Ausland überhaupt möglich sein werden. Deutschland beispielsweise hat seine weltweite Reisewarnung bis Mitte Juni verlängert, wie es danach weiergeht, steht noch in den Sternen.

Eine Aussicht, die auch Küstenorte wie Teulada-Moraira und Benissa mit aller Wucht treffen wird. Auch sie werden daher vor allem auf nationalen Tourismus setzen. Doch selbst dieser wird sich vermutlich sehr viel rarer machen als in anderen Jahren. Abgesehen davon, dass den meisten das Geld fürs Reisen fehlen wird, fühlen sich viele doch in Zeiten der Gefahr von Covid-19 zu Hause am sichersten. Weshalb es auch für die Tourismusorte an der Costa Blanca ganz besonderer Anstrengungen bedarf, um aus einer desaströsen Lage das Maximale herauszuholen.

„Wir haben den Haushalt umstrukturiert, um einen Plan für nationalen Tourismus in Gang zu bringen“, heißt es beim Rathaus von Teulada-Moraira. Gefördert werden sollen sowohl Sol-y-Playa-Tourismus, als auch Werte wie Nachhaltigkeit und Gesundheit. „Wir werden beweisen, dass Teulada-Moraira ein sicherer, nachhaltiger und gesunder Ort ist“, sagt Tourismus-Stadtrat Adrián Ivars . Man setze auf strikte Sicherheits- und Reinigungsmaßnahmen an Stränden, auf Straßen und Plätzen, an Sehenswürdigkeiten und natürlich in den Unterkünften. „Damit die Menschen, die uns besuchen, keine Angst haben müssen.“

Aktiver Tourismus und kultureller Tourismus

Man werde für aktiven Tourismus werben. „Wanderliebhaber werden bei uns den perfekten Ort finden für verschiedene Routen, auf denen sie die schöne Landschaft erkunden können.“ Auch der kulturelle Tourismus werde ein wichtiger Pfeiler sein. Um die Schönheiten Teulada-Morairas zu vermitteln, habe man unter anderem Werbevideos gedreht, die Fiestas, Kultur, Landschaft und Umgebung nach ganz Spanien tragen sollen.

„Dieses Jahr wird ohne Zweifel hart, Angst und Unsicherheit herrschen vor“, sagt Teuladas Tourismus-Stadtrat Adrián Ruiz. Alle suchten nach der Zauberformel, die es vielleicht nicht gibt, „aber ich bin fest davon überzeugt, dass Teulada-Moraira anders ist“. Warum er das finde? Man habe in den letzten Jahren die Natur und Umwelt dieser wunderschönen Landschaft gepflegt, den Touristen an sein Ziel gebunden und es mit gemeinsamer Anstrengung aller geschafft, dass jeder, der einmal nach Teulada-Moraira komme, auch ein weiteres Mal komme und sich im Idealfall sogar ein Ferienhäuschen vor Ort kaufe.

Morairas Strände werden in diesen Tagen für den Sommer hergerichtet.

Familientourismus statt Massentourismus

Und dann ist da die Art des Tourismus, die Teulada anbiete. Es sei nicht der Massen-Hotel-Tourismus, der den Ort auszeichne, sondern „ganz im Gegenteil, wir stechen durch unsere Zweit- oder Ferienwohnungen hervor, durch familiären Tourismus“. Bei dieser Art des Tourismus sei es leicht, „dass die Familien, die kommen können, in ihren Wohnungen sicher und kontrolliert sind“.

Es sind eben neue Kriterien, die Spaniens Tourismus in diesem Sommer retten sollen. Nicht Fiestas, Massenveranstaltungen und überfüllte Restaurants, sondern ganz im Gegenteil: Ruhe, Natur und vor allem das immer wieder wiederholte Wort: Sicherheit. So auch im Nachbarort Benissa. „Benissa wird das Gleichgewicht finden zwischen sanitärer Sicherheit und touristischem Impuls“, ist Bürgermeister Arturo Poquet überzeugt. Auch Benissa haben diesen Vorteil, kein Ort für Massentourismus zu sein, sagt Tourismus-Stadtrat Jorge Ivars. „Stattdessen verfügen wir über kleine Hotels und Unterkünfte“, außerdem „bietet Benissa Tourismus an der freien Luft an mit maximalen Sicherheitsgarantien“.

„Gemeinsam schaffen wir es“

„Wir leben direkt oder indirekt vom Tourismus“, sagt Jorge Ivars. „Wir können uns nicht leisten, den Riegel vor unsere Unterkünfte, Hotels und Restaurants zu schieben.“ Gemeinsam werde man es schaffen, dass der Tourist zurückkomme, ist Adrián Ruiz überzeugt. „Um jedes Plätzchen zu genießen, unsere Kultur, unsere wunderbaren Menschen, die ihn in jedem Geschäft und in jedem Restaurant erwarten, und unsere Gastronomie. Gemeinsam sind wir mit mehr Kraft denn je zurück.“ Ein erster Schritt zur Vorbereitung dieser unsicheren Saison wurde diese Woche schon getan: Das Rathaus hat damit begonnen, die Strände herzurichten, die laut Regierungsplan im Juni wieder öffnen dürfen.

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