Wellengang am Strand von La Mata in Torrevieja
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So idyllisch das Spiel der Wellen am La Mata Strand von Torrevieja anmutet: Der Levante-Wind und die Strömungen haben ihre Tücken.

Badeunfälle an der Costa Blanca

Badetote an Stränden in Torrevieja: Rote Flaggen ignoriert und ertrunken

  • vonMarco Schicker
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In Torrevieja am Strand von La Mata und in Elche sind schon drei Männer diese Woche ertrunken. Vier weitere Menschen kamen ins Krankenhaus, darunter auch ein Polizist, der seinen Rettungseinsatz fast mit dem Leben bezahlte.

  • Drei Menschen sind binnen einer Woche in Torrevieja und Elche ertrunken.
  • Rote Flaggen am Strand in Torrevieja und Elche: Badeopfer ignorierten sie.
  • Levante-Winde provozieren gefährliche Strömungen an der Costa Blanca.

Torrevieja - Am Mittwoch, 15. Juli, verstarb gegen 10.30 Uhr in La Mata ein 72-jähriger Mann im Meer am Strand von Torrevieja. Ein Spaziergänger wurde beobachtet, der den Mann noch retten wollte, aber es war dafür zu spät. Der Mann ist bereits das vierte Todesopfer unter Badegästen in Torrevieja in der noch kurzen Saison. Es war wieder der Strand von La Mata und wieder stand die Flagge auf rot.

Drama am Strand von La Mata in Torrevieja: Frau gerettet, Mann ertrunken:

In diesen Tagen häuften sich die Unfälle an den Stränden von Torrevieja und noch einmal stärker am Strand La Mata. Bereits am Freitagabend (10. Juli) ist ein 60-jähriger Urlauber aus Deutschland im Meer vor dem Strand von La Mata in Torrevieja ertrunken. Gegen 21 Uhr – also außerhalb der Dienstzeit der Rettungsschwimmer bis 19 Uhr – hörte ein Guardia Civil außer Dienst die Hilferufe des Mannes, der versuchte, seine in Not geratene Frau aus dem Wasser zu retten.

Der Polizist stürzte sich in die Wellen und konnte die Frau lebend an Land bringen, dabei halfen auch die Leinen, die zur Abgrenzung der Sitzbereiche am Strand ausgelegt waren. Doch für den Mann kam trotz Wiederbelebungsversuchen durch schnell vor Ort erscheinende professionelle Rettungskräfte jede Hilfe zu spät. Die 58-jährige Ehefrau kam zur Behandlung ins Krankenhaus Torrevieja und soll außer Lebensgefahr sein.

Rote Flaggen ignoriert: Badegäste an Costa Blanca überschätzen sich und gefährden Rettungskräfte

Am Montagabend, 13. Juli, stürzten sich wieder zwei Polizisten der Guardia Civil in die Wellen vor La Mata, diesmal, um zwei Spanier im Alter von 27 und 37 Jahren aus höchster Not vor dem Ertrinken zu retten. Sie schafften es aus etwa 70 Meter Entfernung vom Ufer nicht mehr aus eigener Kraft zurück. Diesmal ging die Sache glimpflich aus. Dennoch erwartet die beiden fahrlässigen Schwimmer ein juristisches Nachspiel.

Auch das ist La Mata in Torrevieja: Bei den letzten Unwettern spülte es die Strände fast gänzlich weg.

Denn zu diesem Zeitpunkt wehten über den Stränden die Roten Flaggen und die sind noch wichtiger als die Strandregeln in Torrevieja wegen des Coronavirus. Wegen hohen Wellenganges durch Levante-Winde war der Strand gesperrt und es herrschte somit ein amtliches Badeverbot. Einer der Retter musste am Ende der Aktion von seinen Kollegen selbst gerettet werden und wegen Erschöpfung und Wasser in der Lunge auf der Intensivstation im Krankenhaus Torrevieja behandelt werden, soll jetzt aber wieder zu Hause sein.

Tod in Elche: Levante-Winde machen Strände an der Costa Blanca zum Teil gefährlich

Ein weiteres Todesopfer gab es am Montag, 13. Juli am Strand Les Pesqueres-El Rebollo, der zu Elche gehört. Der 67-jährige Mann trieb leblos im Wasser, die Rettungskräfte diagnostizierten einen Herzinfarkt im Wasser. Auch dieser Strand war zum Zeitpunkt des Geschehens rot beflaggt, also gesperrt. Das bedeutet eben auch, dass es keine professionelle Aufsicht gibt.

Die idyllischen Wellenspiele in der Bucht von La Mata sind tückisch. "La Mata mata": Die Fischer wissen das, daher gibt es dort auch keinen Hafen, denn die Winde und Strömungen der Levante treffen ungebremst auf diesen Abschnitt. Badegäste sind oft nachlässig und unvorsichtig und teils grob fahrlässig. Sie sehen nur schöne Schaumkronen und glauben, schon alles im Griff zu haben. Doch sogenannte Waschmaschinen-Wirbel können selbst gute Schwimmer an einer Rückkehr hindern, nur wenige Meter vom Strand. Zu vielen Einsätzen wurden auch die Rettungsschwimmer in Calpe gerufen.

Von La Marina, über Torrevieja, Orihuela Costa bis nach Pilar de la Horadada. Aktuelle Berichte von den Stränden der südlichen Costa Blanca.

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