Hohen Einsatz zeigen auch die Mitarbeiter des Lebensmittelhandels. Foto: Ángel García

Valencia: Für alle Fälle gerüstet

- Feldlazarette in Valencia, Alicante, Castellón - Warum Hotels geschlossen werden / Reserve für Kra...

- Feldlazarette in Valencia, Alicante, Castellón - Warum Hotels geschlossen werden / Reserve für Krankenhäuser - Polizei greift härter durch - Alle Trauerfeiern / Totenwachen abgesagt - Regionale Jobbörse für Gesundheits- und Hilfspersonal - Welle praktischer Solidarität mit Gesundheitswesen und Sicherheitspersonal Valencia/Alicante - mar. Die Region Valencia bereitet sich auf einen weiteren Anstieg des Bedarfs an Krankenhausbetten im Zuge der Coronavirus-Epidemie vor. Am Freitag lagen von den 921 positiv Getesteten 299 im Krankenhaus, 338 Fälle davon sind in der Provinz Alicante, davon 125 in Hospitälern, 24 auf Intensivstationen, meldet das Gesundheitsministerium in Valencia. Erst in den kommenden Tagen oder Wochen wird - so die Experten - die Spitze der Infektionskurve erreicht werden, wobei genaue Vorhersagen schwierig sind. Daher beschloss die Regionalregierung die Schaffung von drei provisorischen Krankenhäusern aus Zelten, je eines pro Provinzhauptstadt. Sie sollen in unmittelbarer Nähe eines jeweiligen Referenzkrankenhauses aufgebaut werden. Insgesamt will man auf diese Weise 1.100 zusätzliche Betten schaffen, 500 davon sollen binnen zwei Wochen bereit stehen, so Ministepräsident Ximo Puig. Das am Donnerstag verabschiedete Gesetz zur landesweiten Schließung von Hotels, das auch Pensionen und Campingplätze umfasst, jedoch Ausnahmen für Dauercamper und Langzeiturlauber in Ferienhäusern und -wohnungen beinhaltet, wenn die entsprechenden Installationen zur Selbstversorgung vorhanden sind, ist auch im Zusammenhang mit der Erhöhung der Kapazitäten des Gesundheitswesens zu lesen. In erster Linien sollen zwar Menschenansammlungen vermieden werden, die in Hotels aufgrund der vielen gemeinschaftliche genutzten Einrichtungen kaum zu vermeiden wären, doch können Hotels auch als improvisierte Krankenhäuser herangezogen werden, was in Madrid bereits Realität ist. "Im Moment reichen unsere Kapazitäten aus, wir wollen aber auf alle Szenarien vorbereitet sein", heißt es aus Valencia. Derzeit suchen Hotelverbände nach freiwilligen Mitgliedsbetrieben, im Notfall könnte der Staat, beziehungsweise die Regionalregierung Hotels auch für sanitäre Zwecke beschlagnahmen. Zum Beispiel, um leichtere Fälle, die aber medizinische Aufsicht benötigen aus den Krankenhäusern auszulagern oder um Altenheime zu evakuieren, wo der Virus sich teils explosionsartig ausgebreitet hat. Die Polizei teilt indes mit, dass "die Zeit der Belehrung vorbei" sei, man nun "härter durchgreifen" werde, gegen jene, die sich nicht an die Vorgaben der Quarantäne (Real Decreto 463/2020) halten. An nur einem Tag haben sich die ausgesprochenen Strafen verdoppelt, allein in der Kreishauptstadt der Vega Baja, Orihuela hat die Ortspolizei am Donnerstag 267 Fußgänger und 130 Autofahrer kontrolliert und 18 Strafen verhängt. In Orihuela Costa ertappte die Polizei Diebe, die gerade dabei waren einen Geldautomaten an einem Spielsalon aus der Wand zu reißen. In Valencia und Alicante patroulliert die Polizei jetzt auch stärker in Vororten, wo sich bis vor Kurzem immer wieder Nachbarn auf der Straße versammelten und regelrechte Partys feierten. Das valencianische Gesundheitsministerium hat auch alle Totenwachen (velatorios) abgesagt, die Beerdigung von Angehörigen kann im engsten Familienkreis, bei Einhaltung von Hygienemaßnahmen auf den Friedhöfen abgehalten werden. Das Gesundheitsministerium in Valencia hat eine Jobbörse für die Rekrutierung zusätzlichen medizinischen Personals eingerichtet. Ziel ist es, pensionierte Ärzte und Pfleger zu rekrutieren, aber auch Ärzte in Ausbildung (also ohne Fachärzte) oder medizinisch geschultes Personal aus dem Ausland, das noch im Prozess der Nostrifizierung ist (z.B. Einwanderer aus Lateinamerika). Weitere Infos dazu. Eine große Solidaritätswelle aus der Bevölkerung unterstützt die übermenschlichen Anstrengungen der Mitarbeiter im Gesundheitswesen: Wer kann, spendet Hygieneausrüstung, darunter übrigens viele in Spanien lebende Chinesen. Hotels aus Benidorm übergaben Hygienematerial an das Rote Kreuz. In Heimarbeit werden in Torrevieja Atemmasken gefertigt, Tierpensionen kümmern sich kostenlos oder zum Selbstkostenpreis um die Haustiere der Sicherheitskräfte und Mitarbeiter im Gesundheitswesen,

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