In Alicantes Hospital General verstarb Willi Fromm. Foto: Ángel García

Der verschwundene Patient

Calp – ms. Ob es im Notfall gelingt, einen klaren Kopf zu bewahren, weiß man oft erst, wenn es sowei...

Calp – ms. Ob es im Notfall gelingt, einen klaren Kopf zu bewahren, weiß man oft erst, wenn es soweit ist. Marion Fromm verließ sich, als ihr Mann Willi Ende Oktober in Calp dringend medizinische Hilfe benötigte, auf die Geistesgegenwärtigkeit der Nothelfer – und wurde schwer enttäuscht. Ihren Mann sollte sie nie wieder sehen. Am 28. Oktober, ein Sonntagabend, habe er sich plötzlich unwohl gefühlt, erzählt Fromm. „Mein Mann ging früh ins Bett, kurz darauf fand ich ihn im Bad, er hatte Blut erbrochen“, so die Odenwälderin. Sie rief den Notdienst des Hospital Clínica Benidorm (HCB). „Ich konnte es kaum fassen“ Weil sie die Symptome ihres 70-jährigen Ehemanns für harmlos hielt – er sei sonst kerngesund gewesen – beschloss Fromm, ihn nicht im Krankenwagen nach Benidorm zu begleiten, sondern ihn erst am nächsten Tag dort zu besuchen. Am Morgen dann der Schreck: „Meine Freundin Patrizia Eichholz, die besser Spanisch spricht, rief im HCB an, um sich nach der Station zu erkundigen, auf der mein Mann lag. Dort sagte man ihr, ein Willi Fromm sei nie eingeliefert worden“, erzählt sie entsetzt. „Man sagte mir, ich solle es im Krankenhaus in Villajoyosa versuchen“, erklärt Patrizia Eichholz, „ich konnte nicht fassen, wie ein Patient verloren gehen kann“.

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