Sie haben es satt, jedes Mal nasse Füße zu bekommen. Proteste an der AP-7 bei Los Alcázares. Foto: Onda regional

Verzweifelte Bürger blockieren Autobahn

Los Alcázares - mar. Die Mittelmeerautobahn AP-7 zu blockieren, ist ein beliebtes Kampfmittel der ka...

Los Alcázares - mar. Die Mittelmeerautobahn AP-7 zu blockieren, ist ein beliebtes Kampfmittel der katalanischen Separatisten, am Freitag haben es auch Bürger der Kleinstadt Los Alcázares am Mar Menor für sich entdeckt. Rund 300 Menschen blockierten für mehrere Stunden die Autobahn auf Höhe des Abzweigs nach Torre Pacheco, - ohne amtliche Genehmigung, wie die Polizei feststellte, aber mit weitgehendem Verständnis der betroffenen Autofahrer. "Wir haben es satt, dass unser Ort bei jedem Unwetter unter Wasser steht, die Politik aber nichts unternimmt", sagte einer der Demonstranten ins Mikrofon der zahlreichen TV-Teams vor Ort. Bei den jüngsten Regenfällen, die in ihrer Heftigkeit bei Weitem nicht so stark waren, wie jene im September, war Los Alcázares wieder überschwemmt worden, wieder mussten etliche Menschen aus ihren Häusern in mindestens einem Dutzend Straßenzüge evakuiert, der Unterricht und sämtliche öffentlichen Aktivitäten abgesagt werden. Die AP-7 selbst, vor allem der Tunnel bei Pilar de la Horadada, muss bei Unwettern regelmäßig gesperrt werden. Die Anwohner wissen nicht mehr, wem sie glauben und an wen sie sich wenden sollen, das Rathaus erklärt sich machtlos im Kompetenz-Wirr-Warr zwischen murcianischer Regionalregierung und Madrider Zentralregierung, die sich gegenseitig Versagen vorwerfen, während Bauträger fleißig weiter and er Zubetonierung der Gegend arbeiten. In Los Alcázares, dominiert von Billigbauweise, fehlt es an Ablauf-, Auffang- und Drainagesystemen, die in den Ort strömendes Wasser aus höher gelgenen Regionen ableiten könnte. Das Problem betreffe sämtliche Siedlungsbereiche am Mar Menor, so die Protestierer. "Wir wollen, dass man uns zuhört uns irgendeine Hoffnung gibt", erklären die wütenden und verzweifelten Bewohner. Die Lösung des Problems könne indes nicht punktuell sein, sondern nur im Rahmen eines Masterplans gefunden werden, erklärte die Vereinigung SOS Mar Menor. Im Grunde geht es dabei um Baustopp und sogar teilweisen Rückbau, um die natürlichen Wasserwege nicht zu versperren. Zumal Unwetterphänomene aufgrund von Klimawandel und Erderwärmung auch im mediterranen Raum an Häufig- und Heftigkeit zunehmen werden.

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