Villajoyosas Bürgermeister Andreu Verdú läuft eine Straße entlang.
+
Kein Lockdown geplant: Villajoyosas Bürgermeister Andreu Verdú musste angesichts alarmierender Schlagzeilen Klarheit schaffen.

Zwischen Berichterstattung und Panikmache

Kein Corona-Lockdown in Villajoyosa: Bürgermeister wehrt sich gegen Medien

  • vonAnne Götzinger
    schließen

Von Medien verzerrte Äußerungen von Bürgermeister machen Villajoyosa kurzzeitig zum Coronavirus-Hotspot und schüren Angst vor einem Lockdown in der Gemeinde. 

  • Angst vor Lockdown in Villajoyosa: Bürgerappell wegen steigender Infektionszahlen wird durch Medien zur Panikmache.
  • Bürgermeister wehrt sich gegen verzerrte Darstellung.
  • Opposition kritisiert alarmierende Äußerungen des Stadtoberhaupts.

Update, 12. August: Das Landesgesundheitsministerium meldet einen kleinen Corona-Ausbruch in Villajoyosa. Es handle sich um drei Personen, die sich im Urlaub infiziert haben.

Kein Corona-Lockdown in Villajoyosa

Villajoyosa - Wie schnell die Berichterstattung in Zusammenhang mit dem Coronavirus in Panikmache umschlagen kann, hat jetzt das Beispiel Villajoyosa an der Costa Blanca gezeigt. Der als Pressemitteilung herausgegebene Appell von Bürgermeister Andreu Verdú (PSOE) an die Einwohner, angesichts steigender Covid-19-Infektionszahlen an der ganzen Costa Blanca und auch in Villajoyosa selbst Bürgersinn und Verantwortungsbewusstsein zu zeigen, hat sich im Schneeballsystem in eine allgemeine Panik vor einem Lockdown der Gemeinde verwandelt.

Coronavirus in Villajoyosa: Ähnliche Infektionszahlen wie andere Gemeinden

Die Zeitung „Información“ machte den letzten Satz der Pressemitteilung, in der Verdú vor „drastischen Maßnahmen“ und einem möglichen Lockdown warnt, sollten die Zahlen weiter steigen, zur zweideutigen Schlagzeile und die Corona-Nachricht war perfekt. Sie verbreitete sich wie ein Lauffeuer und machte aus Villajoyosa einen neuen Corona-Hotspot, obwohl die Stadt ähnliche Infektionszahlen aufweist wie andere Orte an der Costa Blanca. Zum Vergleich: Am 11. August meldet das Landesgesundheitsministerium für Villajoyosa 20 Neuinfektionen in den vergangenen 14 Tagen, in Benidorm beispielsweise waren es 18 und in Dénia 22. Einige Medien gingen sogar soweit zu vermelden, dass in Villajoyosa bereits eine Ausgangssperre verhängt wurde.

Die Opposition – Volkspartei und Ciudadanos – witterte ihre Chance und polterte, ebenfalls in Pressemitteilungen, Verdú habe mit seinen unvorsichtigen und „alarmierenden Äußerungen“ dem Image Villajoyosas und dem Tourismussektor der Stadt „irreparablen Schaden“ zugefügt. Der Stadtregierung blieb nichts anderes übrig, als am Montag ein weiteres Kommuniqué zu veröffentlichen, um Klarheit zu schaffen: „Das Rathaus plant keine Ausgangssperre für die Bevölkerung“ heißt es, zumal eine solche Entscheidung gar nicht in die Kompetenzen der Stadtregierung falle. Verdú kritisiert in dem Schreiben auch die „tendenziöse und sensationsgierige Nutzung seiner Aussagen in einigen Kommunikationsmedien“. Die Zeitung „Información" hat den Titel über dem entsprechenden Artikel inzwischen geändert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare