Lodernde Flammen in einem Waldgebiet, die von Feuerwehrleuten bekämpft werden.
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Vor allem in den heißen Sommermonaten ist die Gefahr für Waldbrände in Spanien groß.

Vorsicht, Waldbrandgefahr!

Waldbrände im Hinterland der Costa Blanca: Im Vall de Gallinera brannten 180 Hektar ab

  • vonAndrea Beckmann
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Zwei Waldbrände in Vall de Gallinera und Castell de Castells haben von Samstag auf Sonntag Feuerwehreinheiten aus den Provinzen Alicante und Valencia in Alarmbereitschaft gehalten. Die ganze Nacht über und bis am Morgen des 9. August kämpften die bomberos unermüdlich gegen die Flammen an.

  • Waldbrände in Bergdörfern der Costa Blanca: Feuerwehrleute aus den Provinzen Alicante und Valencia kämpften viele Stunde gegen die Flammen an.
  • In Vall de Gallinera im Hinterland der Costa Blanca zerstörte das Feuer 180 Hektar Baum- und Buschbestand. Castell de Castells kam glimpflicher davon. Es waren die schlimmsten Waldbrände der Region diesen Sommer.
  • Die Bekämpfung der Waldbrände erfolgte sowohl vom Boden als auch mit Löschflugzeugen aus der Luft.

Update, 18. August: Obwohl die Waldbrände im Vall de Gallinera und in Castell de Castells seit mehreren Tagen unter Kontrolle sind, findet die Feuerwehr keine Ruhe. Vielmehr hat der Kreis Marina Alta mit einer Brand-Serie zu kämpfen. Aktuell lodert ein Feuer in Gata de Gorgos.

Update: 11. August, 10.20: Das Feuer, das am vergangenen Wochenende im Vall de Gallinera 180 Hektar Baumbestand zerstörte, ist seit Montag, 10. August, 20 Uhr, offiziell unter Kontrolle.

Vall de Gallinera - Es war ein besonders intensives Wochenende für die Feuerwehr der Region Valencia. Kurz hintereinander brachen im Gemeindeverbund Vall de Gallinera im Hinterland der Costa Blanca bei Llacuna sowie im Berdorf Castell de Castells - beide Orte liegen im Norden der Provinz Alicante - zwei Waldbrände aus. Das Feuer in Vall de Gallinera war im etwa 36 Kilometer entfernten Dénia anhand einer pechschwarzen Rauchwolke auszumachen, die in den wolkenlosen blauen Himmel aufstieg. Gegen 21 Uhr stellten die Feuerwehrleute die Brandbekämpfung aus der Luft ein und gingen nur noch vom Boden aus gegen die lodernden Flammen vor. Nachts dürfen wegen der schlechten Sichtverhältnisse keine Flugeinsätze geflogen werden. Das Feuer wütete zu diesem Zeitpunkt noch in dem Gebiet. Auch am kommenden Morgen, als die Feuerbekämpfung wieder mit den Löschflugzeugen aufgenommen werden konnte, war der Brand noch längst nicht unter Kontrolle.

Costa Blanca: Die Bekämpfung der Waldbrände in Castell de Castells und Vall de Gallinera erfolgten vom Boden und aus der Luft

Die Landesregierung setzte zur Brandbekämpfung der Waldbrände zunächst drei Löschflugzeuge und einen Helikopter ein. Vom Boden erfolgten die Löscharbeiten durch vier Feuerwehreinheiten aus Alicante sowie vier Einheiten aus Valencia, die mit drei Löschfahrzeugen im Einsatz waren. Nach etwa einer Stunde wurden aufgrund der Schwere des Feuers zwei weitere Löschflugzeuge nach Vall de Gallinera gesandt. Ein Feuerwehrmann erlitt einen Hitzeschlag und musste ärztlich behandelt werden. Es handelt sich um die verheerendsten Waldbrände in diesem Sommer an der Costa Blanca.

Kurz zuvor, um 17.28 Uhr, wurde an dem Samstag ein weiteres Feuer im 35 Kilometer entfernten Castell de Castells (englisch) gemeldet. Die Flammen wüteten im Gebiet Pla de Petracos mit seinen berühmten prähistorischen Felsmalereien. Das Feuerwehrkonsortium der Proivnz Alicante setzte dort drei Löschflugzeuge, zwei Feuerwehreinheiten sowie zwei Löschfahrzeuge ein. So wie im Falle des Vall de Gallinera ging hier wertvoller Baumbestand in Schutt und Asche.

Evakuiert werden musste ein Bauernhof, in dem das niederländische Ehepaar Edith und Jacob Van der Merwe mit Eseln, Pferden, Hunden und Katzen lebt. Die Guardia Civil wies die Familie an, die kleineren Tiere im Haus in Sicherheit zu bringen und das Anwesen mit den Eseln und Pferden zu verlassen. Das aus Stein erbaute Haus stuften die Sicherheitskräften als brandsicher ein.

Einen Kilometer vom Brandgebiet entfernt konnten die Pferde und Esel auf einem Gelände der Gemeinde untergebracht werden. Die Polizei verschaffte sich Zugang, indem sie das Schloss aufbrach, und versorgte die Tiere mit herbeigebrachtem Futter.

Mensch und Tier haben die Brandkatastrophe unversehrt überstanden. Der Feuerwehr gelang es, den Brand zu löschen, als sich die Flammen bereits 30 Meter an das Wohnhaus herangefressen hatten und dabei ein Wasserdepot zerstört wurde. Die Bewohner sind wieder in ihre Wohnung zurückgekehrt. Techniker der valencianischen Landesregierung haben Untersuchungen aufgenommen.

Wie es nach Waldbränden aussieht: Im Vall de Gallinera sieht man ein paar Tage nach dem Feuer die Grenze zwischen verbrannt und nicht verbrannt.

Während in Vall de Gallinera 180 Hektar Baumbestand zerstört wurden, hielt sich der Schaden in Castell de Castells mit etwa 16 Hektar gering. In Castell de Castells konnten die Löscharbeiten bereits am Sonntag Morgen gegen 10 Uhr abgeschlossen werden, während der Waldbrand in Vall de Gallinera erst heute um 9.56 Uhr als „stabilisiert“ gemeldet wurde. Das Gebiet wird auch weiterhin überwacht, um einen erneuten Ausbruch zu verhindern.

Am zurückliegenden Wochenende ereigneten sich darüber hinaus im Hinterland der Costa Blanca, darunter Vall de Laguart, Benifato und Castell de Guadalest, kleinere Waldbrände.

Brandgefährdetes Hinterland der Costa Blanca: Heiße Sommermonate befeuern Waldbrände

Immer wieder kommt es in regenarmen Monaten im Hinterland der Costa Blanca zu verheerenden Waldbränden, weshalb es immer wieder zu Diskussionen über neue Brandschutzmaßnahmen kommt. Vor allem feuergefährdet sind die heißen Hochsommermonate. Die Landesregierung fordert deshalb zu einem verantwortungsvollen Umgang auf. Das Umweltministerium gibt folgende Empfehlungen, um Waldbrände zu vermeiden:

So sollte man etwa nach einem Picknick in freier Natur alle Abfälle und Reste, die produziert werden, mitnehmen und in den entsprechenden Containern entsorgen. Höchste Vorsicht gilt bei Glas und Dosen, die bei starker Sonneneinstrahlung in der Natur von selbst Feuer fangen können. Wanderwege sind wichtige Zufahrten für Lösch- und Rettungsfahrzeuge. Deshalb sollte man seinen Pkw immer so abstellen, dass im Notfall keine Löschfahrzeuge behindert werden. Verboten ist in Waldgebieten und in einem Radius von 500 Metern das Zünden von Feuerwerkskörpern, Raucher sollten Zigarettenkippen stets sehr sorgsam ausmachen und niemals auf den Boden werfen.

Besondere Vorsicht gilt bei der Verwendung von Licht- oder Wärmequellen, die mit Brennstoffen betrieben werden. Diese sollte man immer auf eine nicht bewachsene Oberfläche stellen und ausschalten, wenn man sich von dem Gerät entfernt. Auch ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann eine Brandkatastrophe auslösen. Außerdem versteht es sich von selbst, dass man kein offenes Feuer in der Natur machen darf. Dies gilt nicht nur für die Sommermonate, sondern das ganze Jahr über. Wer in einem bewaldeten Gebiet wohnt, sollte beim Grillen im Garten stets darauf achten, dass die Glut kein Feuer entfachen kann. Auf Funkenflug achten!

Wer einen Waldbrand oder eine Rauchsäule bemerkt, sollte umgehend den Notruf unter der Nummer 112 alarmieren. Informationen über die aktuelle Wandbrandgefahr kann man der Internetseite https://112cv.com entnehmen.

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