Eine Frau mit einem Baby auf dem Arm beobachtet die Flammen eines sich nähernden Waldbrandes.
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Eine regelrechte Flammenwand bedrohte am Donnerstag, 16. Juli, Siedlungen und Fincas im Hinterland von Alicante. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern.

Waldbrand an der Costa Blanca

Waldbrand bei Alicante: 140 Hektar verbrannt, Evakuierungen, Großeinsatz mit Löschflugzeugen

  • vonMarco Schicker
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Bei Monóvar im Hinterland von Alicante brach am Donnerstag ein großflächiger Brand aus und vernichtete rund 140 Hektar Wald und Buschland. Als Ursache wird grobe Fahrlässigkeit vermutet.

  • Erster großer Waldbrand in der Provinz Alicante 2020.
  • 140 Hektar bei Monóvar abgebrannt, Feuer am Freitag weitgehend unter Kontrolle.
  • Unfallursache wird ermittelt, es besteht der Verdacht auf illegale Verbrennung von Grünabfällen.

Update, 17. Juli, 14.20 Uhr: Die Polizei hat den Besitzer einer Finca in La Romaneta verhaftet, unter dem Verdacht, illegal Grünabfälle verbrannt und so den Großbrand ausgelöst zu haben.

Erstmeldung - Monóvar/Alicante - Gegen 12 Uhr mittags gingen am Donnerstag, 16. Juli, bei der Feuerwehr der Provinz Alicante und des Kreises Medio Vinalopó etliche Anrufe ein, die von einer großen, schwarzen Rauchsäule und Feuerwand im Campo de La Romaneta im Hinterland von Alicante berichteten, die sich schnell ausbreite. Die Gegend zwischen La Romana und Monóvar, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Alicante und rund 20.000 Einwohnern, ist sehr trocken, aber mit vielen Kiefernwäldern und Unterholz bewachsen. Das Problem: Es gibt etliche kleine Land- und Bauernhäuser darin. Ein Waldbrand kann hier schnell tödliche Konsequenzen haben. Mit steigendenTemperaturen steigt auch die Gefahr für Waldbrände.

Waldbrand bei Monóvar löst Großeinsatz mit Löschflugzeugen und Evakuierungen aus

Insgesamt vier Brandherde machten der Feuerwehr bei Monóvar noch die ganze Nacht zu schaffen. Bedroht waren auch Fincas und Wohnhäuser.

Die Feuerwehr löste Großalarm aus, die Guardia Civil begann mit der Evakuierung von einem Dutzend Anwesen, Löschfahrzeuge setzten sich aus sieben Feuerwachen von Elda bis Crevillente in Bewegung, dazu sechs Hubschrauber zum Löschen, Beobachten und für den Transport, zwei Löschflugzeuge stiegen auf.

Die anrückenden Feuerwehren hatten es mit unwegsamen, bergigen Gelände zu tun und stellten alsbald vier Feuerfronten fest. Die Flammen breiteten sich sehr schnell aus, die Gegend ist bekanntermaßen staubtrocken. Anwohner berichten von "Flammenwänden", die "auf uns zurasten".

"Das Feuer näherte sich vom Barranco Els Alforins bereits der Sierra de La Zafra, wo sich ein großes Schutzgebiet mit einem 1.000 Hektar großem Kiefernwald befindet. Doch wir hatten Glück, der Wind drehte und das Feuer ging dann Richtung der Felder", erklärte der Bürgermeister von Monóvar Alejandro García im lokalen Fernsehen mit hörbarer Erleichterung. Er bedankte sich für die gute Koordination der Rettungs- und Löschkräfte von Kommune, Provinz und Land Valencia.

Mobile Einsatzzentrale der Feuerwehr beim Waldbrand in Monóvar am 16. und 17. Juli 2020.

Bis zum Donnerstagabend brannten bereits 120 Hektar ab, 20 weitere waren es durch die Nacht, dennoch gelang es, das Feuer weitgehend zu stabilisieren und in der Nacht zu kontrollieren. Die Löscharbeiten setzten sich am Freitag fort, derzeit durchkämmt die Feuerwehr die Gegend, um Brandherde ausfindig zu machen. Es werden weiterhin auch Helikopter und Löschflugzeuge eingesetzt, einige Brandherde flammen immer wieder auf.

Über die Brandursache wird noch nachgeforscht, ein erster Verdacht besteht aber: Die Verbrennung von Grünabfällen auf einer Finca, zu der ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb gehört, könnte außer Kontrolle geraten sein. "In dieser Jahreszeit genügt ein Funke, daher ist das Verbrennen in den Sommermonaten auch prinzipiell verboten". Die Polizei und Brandexperten von Guardia Civil und Bomberos nahmen strafrechtliche Ermittlungen auf.

Im sehr trockenen Hinterland von Alicante hatte das Feuer bei Winden und viel Bodenbewuchs leichtes Spiel.

Was Waldbrände in der Provinz Alicante anrichten können, zeigt unter anderem die Brand-Katastrophe von 2015 bei Pego.

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