Ein karger, unberührter Berg in der Marina Alta.
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Unberührte Berge an der Costa Blanca - geeignet für Windkraftanlagen?

Streit um Großprojekt

Windenergie an der Costa Blanca: Windpark auf Bergen der Marina Alta stößt auf Widerstand

  • vonAnne Thesing
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Windkrafträder auf unbebauten Bergen der Costa Blanca? In der Marina Alta stößt das Projekt eines Windparks auf Widerstand. Windenergie könne nicht auf Kosten der Umwelt gehen.

Die wenigen noch unbebauten Berge der Marina Alta sind in Gefahr. Zwar sollen es diesmal keine der typischen Urbanisationen werden, die sich bis zum Gipfel in die Landschaft im Norden der Costa Blanca graben, sondern etwas im Grunde für die Umwelt in Spanien Positives: Anlagen zur Erzeugung von Windenergie. Begeisterung kommt trotzdem nicht auf, ganz im Gegenteil.

Marina AltaComarca in der Provinz Alicante
Fläche767,2 km²
Bevölkerung175.156 (2019)
ProvinzProvinz Alicante
CommunityLand Valencia
SehenswürdigkeitenPenyal d’Ifac, Montgó, Granadella

Windenergie an der Costa Blanca: Nicht in den Bergen der Marina Alta

„Keiner ist gegen erneuerbare Energien“, stellte Benissas Compromís-Sprecherin Mari Carme Ronda klar, die das Thema vergangene Woche erstmals auf den Tisch und in dieser Woche ins Plenum brachte. Doch im Fall der Windkraftanlagen gebe es geeignetere Gegenden in der Region Valencia als die ohnehin schon von Bausünden gebeutelten Küstenorte der Costa Blanca. Die Auswirkungen auf Umwelt und Landschaft, nicht nur der Türme selbst, sondern auch der dafür notwendigen Zugänge, seien „bestialisch“. Die sogenannten biologischen Korridore zwischen Küste und Hinterland, die eine Schlüsselstellung für Fauna und Umwelt der Costa Blanca darstellen, seien in Gefahr. 100 Meter soll jedes der Windräder hoch werden. Wenn sie ihre Flügel ausbreiten, würde sich ein Umfang von 178 Metern durch die Luft drehen. Für viele Vögel, von denen auch seltene Arten durch die Marina Alta fliegen, sei dies ein Todesurteil, für die territoriale Strategie der Marina Alta, die auf Landschaft und Umwelt setzt, ein No-Go.

Das findet nicht nur Compromís. Alle Parteien in Benissa unterstützten ihren Vorschlag, bei der valencianischen Landesregierung zu beantragen, dass auch diese sich gegen das Windpark-Projekt stellt, hinter dem offenbar ein in Saudi-Arabien ansässiges Unternehmen steht.

Einer der betroffenen Berge soll die Mallada Verda sein, die sich Benissa, Teulada und Gata de Gorgos teilen. Als weitere Berg-Standorte wurden Bernia, Seguili, Seldetes und Castellar genannt. Betroffen wären neben Benissa die Gemeinden Gata de Gorgos, Teulada, Dénia, Pedreguer, Alcalalí, Orba, Benidoleig, Senija und Llíber.

Windenergie an der Costa Blanca: „Attentat auf die Landschaft“

„Unsere Gemeinden leben von der traditionellen Landschaft, vom Tourismus“, sagt Teuladas Umweltstadtrat Carlos Martínez (Compromís) gegenüber der CBN. „Die Schäden, die damit angerichtet würden, bereiten uns große Sorge.“ Es handele sich um ein nicht bebaubares Gebiet mit besonderem Schutzstatus, beschreibt Gatas Bürgermeister Josep Signes (Compromís) gegenüber „La Marina Plaza“ die Mallada Verda. Die geplanten Windräder im Hinterland der Costa Blanca seien daher ein „landschaftliches Attentat“.

Allerdings, so betont Carlos Martínez, lägen zumindest dem Rathaus von Teulada bisher nur minimale Informationen vor. Zwar reichten diese schon, um dagegen zu sein, da die Windräder schlichtweg „nicht in die traditionelle Landschaft passten“. Doch jetzt müsse man abwarten, „bis man uns sagt, inwieweit unser Gemeindegebiet betroffen ist“. Bisher habe das Unternehmen beim Rathaus von Teulada, anders als in Gata, noch kein Gutachten zur urbanistischen Vereinbarkeit angefordert. In Gata fiel dies negativ aus, Ähnliches dürfte auch in Teulada zu erwarten sein.

Windenergie: Alle wollen sie, aber auch an der Costa Blanca bitte nicht vor der Haustür.

Windenergie an der Costa Blanca: Absage aus Benissa

Wer letztlich die Entscheidung für das Windenergie-Projekt an der Costa Blanca treffe? „Bei Projekten dieser Größenordnung sind verschiedenste Verwaltungen involviert“, sagt Martínez. Angefangen in Madrid. „Bei den Rathäusern kommen die Informationen immer als letztes an, dabei fordern wir immer wieder, dass die lokalen Instanzen mehr berücksichtigt werden.“

Gerade bei diesen dürfte das Windenergie-Projekt wohl auf den größten Gegenwind stoßen. Benissa hat mit seiner Plenarentscheidung den Anfang gemacht. Sobald der Moment gekommen sei, werde man Eingaben gegen die Pläne einreichen, so das PP-regierte Rathaus.

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