Wohnmobile auf einem öffentlichen Parkplatz
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Wohnmobile in Jávea: Bei den Anwohnern sind Touristen ohne Umweltbewusstsein nicht willkommen.

Tourismus in Spanien

Wohnmobil-Flut in Jávea: Anwohner klagen über Dreck, doch Touristen verteidigen sich

  • Susanne Eckert
    VonSusanne Eckert
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Anwohner von Jáveas Küste klagen über eine Wohnmobil-Flut, die viel Dreck hinterlässt. Doch nicht alle Touristen lassen sich über einen Kamm scheren.

Jávea – Wo kommen nur die ganzen Wohnmobile her? Das fragen sich viele an der Costa Blanca zur Zeit – unter anderem im Küsten-Ort Jávea. Caravanas – wie sie in Spanien heißen – waren dort im Winter schon immer zu sehen, aber jetzt in der Pandemie setzen noch mehr Touristen auf diese Art zu reisen, die sie als sicherer empfinden. Zudem informieren sich viele Reisende im Internet über mögliche Ziele und es scheint, dass Jávea auch in diesen Foren gerade in Mode ist.

Stadt Jávea
Einwohner27.604 (2019)
Fläche68,5 Quadratkilometer
Autonome Region Valencia
ProvinzAlicante

Wohnmobil-Flut in Jávea spaltet Anwohner und Touristen: Dreck in Granadella

Nicht zur Freude aller. Der Anwohner-Verein der Granadella-Küste in Jávea klagt, dass Wohnmobile dort sogar direkt am Strand im Parkverbot verweilen, Touristen dort ihre Camping-Möbel ausbreiten, die Reinigungskräfte bei ihrer Arbeit blockieren und zudem nach der Abfahrt ihren Dreck hinterlassen. Jáveas Tourismus-Stadtrat Toni Miragall sagt dazu: „Ein Wohnmobil ist ein ganz normales Fahrzeug und darf somit ganz normal parken. Aber natürlich nicht im Parkverbot, und man darf keine Camping-Möbel rausstellen und die Umgebung besetzen.“ Leider gebe es zudem einige Wohnmobil-Nutzer, die nicht sehr pfleglich mit ihrer Umwelt umgehen. „Aber solche Leute gibt es ja leider überall“, meint er.

Der Anwohner-Verein der Granadella-Küste hat eine App für Touristen entdeckt, die Jávea empfiehlt und einige Stellplätze am Meer – und unter anderem in der Granadella – als legal beschreibt, obwohl sie das gar nicht sind. Der Verein hat darüber Jáveas Rathaus informiert und gebeten, dass es etwas unternimmt, bevor der Sommer kommt und eine noch größere Camperflut über ihre in ganz Spanien bekannte Bucht hereinbricht.

Unter der Woche werden in Jávea in der Nebensaison Wohnmobile am Strand oft geduldet.

Wohnmobil-Flut in Jávea spaltet Anwohner und Touristen: Nicht alle über einen Kamm scheren

Der Niederländer Dave Young ist seit einem Jahr mit seiner Freundin in ganz Spanien in einem Kleinbus unterwegs, den sie als Wohnmobil nutzen. „Wir sind viel in dieser Zone, denn die Energie hier ist toll“, sagt er. „Jávea hat etwas Besonderes. Es ist klein und sehr spanisch, aber auch sehr international und offen, es gibt nette Leute und das Licht am Meer ist einfach erstaunlich.“

Das Paar geht manchmal auf den Campingplatz, steht bei Freunden am Haus, aber auch auf Parkplätzen und in der Natur. „Es gibt heute viele Möglichkeiten im Bus zu leben, ohne Spuren zu hinterlassen“, sagt Young. „Das ist sehr wichtig für uns, so erweisen wir dem Gastort Respekt und geben ein gutes Beispiel. Wir und viele andere Touristen sammeln sogar Müll an unserem Stellplatz auf, den andere hinterlassen haben.“ Young hat im Bus eine Trockentoilette. „Wir nutzen aber häufiger Toiletten in Restaurants, wo wir zum Beispiel einen Kaffee trinken.“

Wohnmobil-Flut in Jávea spaltet Anwohner und Touristen: Polizei freundlich aber wachsam

Von Spannungen zwischen Anwohnern und Touristen hat er nichts bemerkt, und die Beziehung zur Polizei in Jávea sei gut. „Am Wochenende bitten sie uns manchmal freundlich die Küste zu räumen und ins Inland zu fahren. Unter der Woche aber dürfen wir ein oder zwei Nächte hierbleiben, solange wir keine Möbel rausstellen.“

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