Bandoleros und Migueletes

Dörfer im Hinterland inszenieren sich, um Besucher anzulocken – Im Oktober verwandelt sich El Burgo in ein Räubernest

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Beim Bandolero-Fest in El Burgo ziehen die Laienschauspieler durch die Gassen und lassen Episoden aus der Geschichte auferstehen. Fotos: Wiltrud Schwetje

El Burgo – ws. Ein markerschütternder Knall hallt durch die Dorfgassen und fährt direkt in die Glieder der ahnungslosen Barbesucher. Das Trommelfell vibriert, der Arm zuckt, das Kaffeeglas zittert in der Hand. Spätestens jetzt sind auch die größten Schlafmützen von El Burgo wach.
Schuld sind die Bandoleros, die sich immer Mitte Oktober in der kleinen Ortschaft im Herzen des künftigen Nationalparks Sierra de las Nieves zusammenrotten. Diesen Räubern, Wegelagerern oder Outlaws – wie auch immer man sie bezeichnen möchte –, die im 19. Jahrhundert in der bergigen, dicht bewaldeten Landschaft der Serranía de Ronda ihr Unwesen trieben, fühlen sich die heutigen Dorfbewohner nach wie vor verbunden. Was daran liegen mag, dass ihre romantisch umwobene Geschichte viel Stoff hergibt, um im 21. Jahrhundert Besucher in das verschlafene Nest zu locken, aber auch daran, dass der letzte andalusische Bandolero, der sich durch seine Taten in den Geschichtsbüchern verewigen konnte, ein Anwohner von El Burgo war.

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