Keine Versicherung mehr

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Versicherungen gegen Ärztefehler sind zu teuer. Foto: CCN-Archiv

Murcia – sg. Der öffentliche Gesundheitsdienst der Region Murcia ist seit Juni nicht mehr gegen Kunstfehler oder Arbeitsunfälle der Angestellten versichert. Einem Bericht der Zeitung „La Verdad“ zufolge lief der Vertrag mit der Gesellschaft Mapfre aus und wurde nicht erneuert. Bisher wurde auch kein anderes Unternehmen gefunden. Dabei hatte das Landesgesundheitsministerium die Versicherung bereits im Mai öffentlich ausgeschrieben und die Prämie von 1,6 Millionen Euro pro Jahr auf 2,8 Millionen Euro erhöht. Dennoch gab es keinen einzigen Bewerber. Schadenersatz bei Ärztefehlern oder Arbeitsunfällen muss das Ministerium aus der öffentlichen Kasse zahlen. Die Versicherung im öffentlichen Gesundheitswesen scheint immer weniger attraktiv für zu werden, sagte ein Sprecher der Landesgesundheitsministeriums.

Als Grund dafür wurde unter anderem genannt, dass die Kosten für Entschädigungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen seien. So verurteilte das Landgericht von Madrid die Gesellschaft Berkley, die das murcianische Gesundheitssystem bis 2014 versicherte, zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 2,1 Millionen Euro an die Eltern eines Babys. Das Kind war 2010 mit einer schweren Behinderung in dem Krankenhaus Rafael Méndez in Lorca zur Welt gekommen wegen einer fahrlässigen Handlung während der Geburt. Das Landesgesundheitsministerium hatte Berkley 2010 jedoch nur eine Summe von 1,6 Millionen Euro gezahlt, die alle Kunstfehler abdecken sollte.

Das Landesgesundheitsministerium ist per Gesetz nicht verpflichtet, sich privat zu versichern. Sie kann mögliche Abfindungen auch aus der eigenen Kasse zahlen. Für betroffene Patienten bedeutet das längere Gerichtsprozesse, da sie die privaten Versicherungen direkt verklagen konnten.

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