Keine Besserung zu sehen

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Das braune Wasser an der Playa Castillico am Mar Menor lädt nur wenige zum Baden ein. Foto: Anse

Das Mar Menor befindet sich weiterhin in kritischem Zustand. Vergleicht man es mit einem Krankenhauspatienten, liegt das Binnenmeer auf der Intensivstation. Das bestätigte der Professor für Ökologie an der Universität von Murcia, Ángel Pérez Ruzafa, gegenüber der Zeitung „La Verdad“. Der Wissenschaftler ist ebenfalls Mitglied eines Komitees zur Gesundung des Mar Menor, das die Landesregierung von Murcia berät.
Die Lagune hat sich nach jahrzehntelangem Einleiten von Abwassern, die hauptsächlich von den umliegenden Anbaufeldern stammen, in eine grün-braune Suppe verwandelt. Ob und wie lange das Mar Menor braucht, um sich selbst zu reinigen, hinge von den Maßnahmen ab, die nun ergriffen werden, sagte Ruzafa. Die Landesregierung habe zwar den Leitspruch „Null Abwasser“ (vertido cero) ausgegeben und den Trockenfluss Albujón geschlossen, über den 80 Prozent der Abwasser eingeleitet wurden. Doch über andere Ramblas gelangte noch immer Abwasser ins Mar Menor. Erst wenn kein Tropfen Schmutzwasser mehr eingeleitet werde, könne sich das Meer erholen. Der Prozess werde lange dauern, sagte Ruzafa und bezeichnete die Idee, das Binnenmeer zum Mittelmeer hin zu öffnen, damit es sich durch den Austausch von Wasser schneller regenerieren könne, als großen Unsinn. Er verglich die Maßnahme mit einem Patienten, der wieder gesund werden soll, indem man ihn ausbluten lasse.

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