Tödliche Fallen fast überall

0
189
Wenn eine Brunnenbohrmaschine auf Wasser stößt, sprudelt es in einem starken Strahl an die Oberfläche. Foto: Ángel García

Nicolas Hock/dpa – Málaga. Kaum war die großangelegte Suchaktion nach dem zweijährigen Julen in der Nacht zum Samstag mit der Bergung der Leiche des Jungen zu Ende gegangen, ist die Frage nach der Schuld für den tragischen Vorfall in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Bereits einen Tag, nachdem das Kind am 13. Januar in den mehr als hundert Meter tiefen Probebohrungsschacht auf dem Gemeindegebiet des etwa 15 Kilometer von Málaga entfernten Dorfes Totalán gefallen war, hat ein Untersuchungsgericht in Málaga Ermittlungen zur Klärung der Verantwortlichkeit aufgenommen.
In wenigen Tagen sollen die Ermittlungen abgeschlossen sein, teilte der Generaldirektor der spanischen Militärpolizei, Féliz Azón, am Montag bei einer Würdigung der an der Bergungsaktion beteiligten Zivilgardisten in Málaga mit. Alles weise darauf hin, dass der Tatbestand einer fahrlässigen Tötung erfüllt sei. „Wir alle sind überzeugt davon, dass es gar nichts anderes sein kann“, erklärte Azón den Medienvertretern. Wer die Verantwortung für den Tod von Julen trägt, wird sich beim Abschluss der Ermittlungen zeigen. Die Aussagen des Besitzers des Grundstückes, der das Bohrloch erst im Dezember vergangenen Jahres in Auftrag gegeben hatte, und die des Brunnenbauers widersprechen sich. Jeder gibt dem anderen die Schuld dafür, dass der Schacht zum Zeitpunkt des Unglücks offenbar ungesichert war.

Mehr in der Printausgabe

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.