Ein Ausflugsboot, ein Katamaran, sinkt vor der Küste von Cartagena, Rettungsboote nehmen Passagiere an Bord.
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Bootsunglück vor Cartagena: Von dem 28 Meter langen Katamaran ist nicht mehr viel übrig.

Unfall an Costa Cálida

Bootsunglück vor Cartagena: Ausflugs-Katamaran bricht einfach auseinander

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Vor der Küste von Cartagena an der Costa Cálida endet ein Bootsausflug tragisch. Plötzlich kracht es und der Katamaran sinkt. Die Passagiere klammern sich fest, bis sie gerettet werden.

Cartagena – Vor der Küste von Cartagena ist am 14. November ein Bootsausflug beinahe in einer Tragödie geendet. Ein Katamaran des Anbieters von touristischen Touren, Catamarán Olé, mit Sitz auf La Manga an der Costa Cálida, war mit 33 Gästen an Bord knapp zwei Kilometer vor der Küste plötzlich entzweigebrochen und gesunken.

Cartagena
Höhe10 m
Fläche558,1 km²
Bevölkerung213.943 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzMurcia

Um 16.24 Uhr ging der Notruf in der 112-Zentrale in Murcia ein. Seenotrettungs-,  Fischer- und Privatboote in der Nähe nahmen alle Passagiere, darunter sechs Minderjährige, an Bord und brachten sie an Land. Zwölf Personen wurden wegen Unterkühlung und Prellungen ins Krankenhaus gebracht und konnten einen Tag später wieder nach Hause gehen.

Bootsunglück vor Cartagena: Erst hat es gekracht, dann begann das Schiff zu sinken

Sie hätten an Bord gesessen und plötzlich ein lautes Krachen gehört, berichtete eine Zeugin gegenüber der Zeitung „La Verdad“. Dann bemerkten sie, dass das Schiff auf der rechten Seite gebrochen war und zu sinken begann. Sie klammerten sich an allem Greifbaren fest, um nicht ins Wasser zu fallen. Es habe nur ein paar Minuten gedauert, bis sie gerettet wurden. Aber es sei ihnen wie eine Ewigkeit vorgekommen.

Der Kapitän eines von der Hafenbehörde mobilisierten Schleppers sagte, er habe so etwas in seiner über 30-jährigen Laufbahn noch nicht gesehen. Der Katamaran habe sich seitwärts geneigt und nur die Backbordseite habe aus dem Wasser geragt. Es sei der schnellen Rettung zu verdanken, dass es bei dem Bootsunglück vor Cartagena nicht zu einer Tragödie gekommen sei. In kurzer Zeit seien acht Boote, die in der Nähe zum Fischen unterwegs waren, an der Unfallstelle gewesen, berichtete der Schlepper-Kapitän.

Experten vermuten Materialfehler als Ursache für das Bootsunglück vor Cartagena

Eine Kommission für Schiffsunfälle ist im Einsatz. Taucher haben die Stelle und das Wrack, das in einer Tiefe von 35 Metern vor Cartagena liegt, inspiziert. Die Untersuchungen dauern noch an. Die Experten gehen aber davon aus, dass ein Materialfehler die Ursache des Auseinanderbrechens gewesen sein kann, da es zur Zeit des Unfalls weder schlechtes Wetter, noch Seegang gab, und das Gebiet als ungefährlich gilt. Die Hafenbehörde wies den Besitzer an, den Katamaran zu bergen, wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind. Am Mar Menor gibt es viele Wracks und verlassene Boote, die beseitigt werden müssen.

Der Rumpf des Catamarán Olé besteht aus Glasfaser. Das 23,80 Meter lange und 10,50 Meter breite Schiff lief 2010 in Cartagena vom Stapel und kostete eine Million Euro. Bis zu seinem Untergang unternahm der Katamaran täglich acht Ausflüge im 45-Minuten-Takt. Die Touren starteten am Hafendamm Alfonso XII und führten um das innere Hafenbecken und den Geschützstand Podadera herum. Der Kapitän konnte sich nicht erklären, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

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