Ein Mann in Corona-Schutzmontur führt ein Wattestäbschen in ein Test-Röhrchen ein.
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In der Region Murcia ist erstmals die brasilianische Mutation des Coronavirus festgestellt worden.

Corona-Lage in Murcia

Corona an Costa Cálida: Erste Infektion mit der Brasilien-Mutante in Murcia

  • Sandra Gyurasits
    vonSandra Gyurasits
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Noch steht die Region Murcia im Corona-Ranking relativ gut da. Dennoch gibt es Grund zur Sorge: Erstmals wird eine Infektion mit dem tückischen Brasilien-Virus festgestellt. Auch die nicht minder gefährlichen Varianten aus Großbritannien und Südafrika verbreiten sich an der Costa Cálida.

Murcia - Die Region Murcia steht derzeit in der Coronavirus-Krise im Spanien-Vergleich relativ gut da. Die Zahlen der Neuinfektionen, der Krankenhauseinweisungen, Patienten auf den Intensivstationen und Todesopfer schwanken leicht, bleiben aber stabil. Beim Stand vom 25. März werden 110 Covid-19-Patienten in den Kliniken der Region behandelt, 40 auf den Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie starben an der Costa Cálida 1.556 Menschen wegen Covid-19, darunter in den vergangenen Tagen zwei erst 43- und 49-jährige Männer.

MurciaRegion in Spanien
Fläche11.313 km²
Bevölkerung1,488 Millionen (2019)
LandSpanien
SehenswürdigkeitenLa Manga del Mar Menor, Cabo de Palos
Hochschulen und UniversitätenUniversität Murcia, Universidad Católica San Antonio de Murcia

Dennoch gibt es nach Aussagen des Landesgesundheitsministers Juan José Pedreño (PP) keinen Grund zur Entspannung. Wie zum Beweis ist am 22. März erstmals eine Infektion mit der brasilianischen Mutation des Coronavirus in der Region Murcia registriert worden. Ob die Sars-CoV-2-Variante, die P.1 getauft wurde, eingeschleppt wurde, konnte noch nicht festgestellt werden, hieß es. Die infizierte Person und ihre Kontakte werden untersucht.

Corona an Costa Cálida: Brasilien-Mutante trickst Immunsystem aus - Impfstoffe weniger effektiv

Die brasilianische Variante, die erstmals im Staat Amazonas nachgewiesen wurde, gilt als zwei Mal ansteckender als das ursprüngliche Virus. Bereits gebildete Antikörper nach einer überstandenen Corona-Infektion oder einer Impfung könnten weniger wirksam gegen P.1 sein. Zudem deuten erste Studien aus Brasilien und Großbritannien darauf hin, dass die Viruslast bei der Brasilien-Variante zehn Mal höher sein könnte.

Mit zwei anderen, nicht minder tückischen Mutationen hat die Region Murcia bereits zu tun. Die britische Variante B.1.1.7 hat sich längst breitgemacht und soll nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums in Madrid schon hinter 77 Prozent der Ansteckungen in Murcia stecken. Anfang März waren es noch 38 Prozent. Die britische Version bereitet Sorgen, weil sie wie P.1 als sehr viel ansteckender als das Vorgänger-Virus gilt und bis zu 60 Prozent tödlicher sein könnte. Die gute Nachricht: Die Impfstoffe wirken gegen B.1.1.7.

Corona an Costa Cálida: Auch die gefährliche Südafrika-Variante verbreitet sich

Eine weitere Mutation aus Südafrika, B.1.351, ist ebenfalls längst in die Region eingezogen. Bisher wurden nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums fünf Ansteckungen festgestellt. Zwei Infektionen wurden aus Tansania in Ostafrika eingeführt, die restlichen drei sind auf einen Ausbruch in einer Familie zurückzuführen. Impfstoffe scheinen weniger effektiv gegen das südafrikanische Virus zu wirken.

Neben den unberechenbaren Mutanten stellte das Landesgesundheitsministerium auch einen leichten Anstieg der Neuinfektionen in den drei größten Städte der Region, Murcia, Cartagena und Lorca, fest, der sich noch nicht negativ auf die Gesamtsituation auswirke.

Corona an Costa Cálida: Trotz Gefahr einer vierten Welle sind vorerst sind keine weiteren Beschränkungen geplant

Dennoch bestehe die Gefahr einer vierten Welle, warnte Pedreño und appellierte an die Bevölkerung, sich konsequent an die Corona-Regeln zu halten. Weitere Beschränkungen wie die Ausgangssperre vorzuziehen und Geschäfte um 20 Uhr zu schließen, wie von der Zentralregierung vorgeschlagen, stehen in Murcia nicht zur Debatte. Es gilt weiterhin die nächliche Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr. Bars, Restaurants und der Handel dürfen bis 22 Uhr geöffnet bleiben.

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