Leere Passage im Zentrum von Cartagena.
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Die Durstrecke der Gastronomen in der Region Murcia, wie hier im leergefegten Cartagena, soll endlich zu Ende sein.

Covid-19 an Costa Cálida

Murcia entspannt sich: Gastronomie in Águilas, Cartagena, Lorca, Murcia, San Pedro öffnet wieder

  • vonSandra Gyurasits
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  • Marco Schicker
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Die Coronavirus-Lage in der Region Murcia stabilisiert sich weiter. In 19 Gemeinden dürfen seit Mitte der Woche die Gastronomen ihre Lokale wieder öffnen. Eine Entwarnung ist das aber noch lange nicht. Weitere Restriktionen gelten vorerst bis 9. Dezember.

Murcia – Das erste Mal seit dem 26. Oktober ist die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern der Region Murcia auf unter 500 gesunken. Damit folgt die Region dem Covid-Trend in Spanien. Über 100 liegen noch auf Intensivstationen. Auch die Zahl der Neuansteckungen nimmt ab. Der Prozentsatz der positiven Tests ist inzwischen auf 8,1 Prozent gesunken.

Die Landesregierung von Murcia hat auf die positive Entwicklung reagiert und dem Druck der Gastronomieverbände nachgegeben. Seit Samstag, 21. November, dürfen Bars und Restaurants wieder öffnen, allerdings nur ihre Terrassen. Und es gilt nicht für alle. Je nach Infektionsrate in den 45 Gemeinden und je nach Belegung der Intensivstationen werden die Lockerungen erlaubt oder wieder zurückgenommen.

Demonstration der Gastronomen in Lorca bringt Ergebnisse

Zunächst öffneten die Lokale in zehn Gemeinden: in Cartagena, Águilas, Molina de Segura, Lorquí, Abarán, Beniel und Santomera sowie in den kleineren Dörfern Ójos, Pliego und Ulea. In Águilas, Ulea und Ójos dürfen die Bars und Restaurants ihre Terrassen zu 100 Prozent belegen, in den anderen nur zu 75 Prozent, und die Lokale in den restlichen Gemeinden bleiben vorerst geschlossen.

Auch in Lorca hatte man auf eine Öffnung gehofft. Entsprechend groß war die Enttäuschung, zunächst nicht zu den Auserwählten gehört zu haben. 400 Demonstranten zogen am 21. November mit 120 Fahrzeugen durch die Stadt. „Die Gastronomie ist kein Virus“ war auf Plakaten zu lesen. Zur gleichen Zeit waren vor allem in Águilas und Cabo de Palos die Terrassen der Lokale bestens besucht.

Murcia bleibt vorsichtig: Steigen die Zahlen wieder, werden Lokale wieder geschlossen

Das Landesgesundheitsministerium prüft jeden Montag die Lage und konnte daher am Dienstag unter anderem auch für Lorca und die Landeshauptstadt Murcia sowie San Pedro del Pinatar am Mar Menor grünes Licht geben. Allerdings mit dem Vorbehalt, die Lokale wieder zu schließen, wenn Grenzwerte überschritten werden: Bei einer Infektionsrate von 250 bis 500 Fällen pro 100.000 Einwohnern in 14 Tagen dürfen Terrassen zu 75 Prozent belegt werden, bei unter 250 zu 100 Prozent.

Eine Öffnung aller Restaurants und Bars in der gesamten Region, so wie es der Hotelverband fordert, wird es erst geben, wenn die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen auf unter 100 gesunken ist und die Inzidenz stabil nach unten geh.

Nächtliche Ausgangssperre bleibt auch in Murcia aufrecht

Nicht gelockert werden die nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr, die Abriegelung der Region und der 45 Gemeinden und die Beschränkung, dass sich nicht mehr als sechs Personen treffen dürfen. Diese Restriktionen wurden verlängert und gelten bis zum 9. Dezember. Landesministerpräsident Fernando López Miras (PP) rechtfertige die strikten Regeln im Nachhinein. Die Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt. Die Zahl der Neuinfektionen sei schneller gesunken als erwartet. Dennoch: Der Rückgang der Neuinfektionen würde erst in zwei bis drei Wochen in den Krankenhäusern zu spüren sein, sagte Landesgesundheitsminister Manuel Villegas (PP). Bisher sind beim Stand vom 22. November 545 Menschen wegen Covid-19 gestorben. Erst am 20. November starb ein 41-jähriger Patient.

Die Landesregierung setzt auf eine schrittweise und langsame Öffnung. Ziel ist es, die Abriegelung der Gemeinden zu Weihnachten aufheben zu können. Experten warnen jedoch vor einer Lockerung. Familientreffen und Weihnachtsfeiern führten wahrscheinlich zu einem Anstieg der Neuinfektionen und zu einer dritten Welle im Januar, befürchtet die Gesellschaft für Intensivmedizin in Murcia.

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