Eine Krankenschwester verabreicht einer jungen Frau eine Impfspritze in der Region Murcia.
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Corona zurück an Costa Cálida: Murcia versucht mit verstärkten Impfungen der Ausbreitung entgegenzuwirken.

Corona zurück an Costa Cálida

Coronavirus an Costa Cálida: Schwangere stirbt an Covid-19

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Die Zahl der Neuinfektionen in der Region Murcia schießt rasant in die Höhe. Vor allem junge, ungeimpfte Leute stecken sich an. Eine Frau stirbt an Covid-19 zwei Wochen nach der Geburt ihres Kindes.

Update, 29. Juli: Die Kurve der Neuansteckungen mit dem Coronavirus in der Region Murcia zeigt weiterhin nach oben. Besonders dramatisch: Am 27. Juli starb eine 40-jährige Frau an Covid-19 auf der Intensivstation des Hauptkrankenhauses La Arrixaca in Murcia. Sie hatte sich infiziert, als sie schwanger war, und erkrankte so schwer, dass die Ärzte vor zwei Wochen die Geburt des Kindes einleiteten. Das Baby kam ebenfalls infiziert zur Welt, erholt sich aber auf der Neugeborenenstation. Die Mutter wurde künstlich beatmet, bis ihre Lungen versagten.

Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 1.616 seit Beginn der Pandemie. Auch die Krankenhauseinweisungen nehmen zu. Derzeit befinden sich 138 Covid-19-Patienten in den Kliniken. 24 Patienten werden auf den Intensivstationen behandelt, darunter eine 29-Jährige, die ebenfalls schwanger war, als sie sich ansteckte. Auch bei ihr wurde ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Coronavirus an Costa Cálida: Landesregierung tritt auf die Bremse

Update, 23. Juli: Die fünfte Coronavirus-Welle rollt unkontrolliert über die Region Murcia. Es stecken sich so viele Menschen an wie seit Februar nicht mehr. Die Inzidenz ist besorgniserregend hoch bei den ungeimpften 15- bis 29-Jährigen. Am 19. Juli starb ein 29-jähriger Mann an Covid-19 auf der Intensivstation.

Die Landesregierung hat Maßnahmen ergriffen: Krankenhaus-Besuche werden vorerst ausgesetzt und die Begleitung von Patienten stark eingeschränkt.  Es dürfen nur noch maximal zehn Personen zusammenkommen, die nicht in einem Haushalt leben. Die Regelung gilt im privaten und öffentlichem Raum. Der Verkauf von Alkohol in Supermärkten und Tankstellen in der ganzen Region ist von 22 bis 6 Uhr verboten. Die Innenräume von Diskotheken und Pubs bleiben noch mindestens für eine Woche geschlossen.

31 der insgesamt 45 Gemeinden in der Region Murcia befinden sich in Alarmstufe drei. Die Skala reicht von eins bis vier. Warnstufe drei bedeutet, die Innenräume von Bars und Restaurants dürfen nur zu 30 Prozent belegt werden. Für Feiern und Veranstaltungen gilt ein Maximum von 30 Personen in Innenräumen und 60 draußen. Zu den Hochrisikogemeinden zählen alle Küstenorte wie Águilas, Mazarrón, Cartagena, San Javier, Los Alcázares, San Pedro del Pinatar, La Unión und auch Murcia.

Erstmeldung, 9. Juli: Die Ruhepause, die das Coronavirus der Region Murcia gegönnt hat, geht offenbar zu Ende. Die Zahl der Neuansteckungen schießt wieder in die Höhe, besonders bei jungen Leuten zwischen 17 und 34 Jahren, die noch nicht geimpft wurden. Die Inzidenz in dieser Altersgruppe liegt bei 326 Fällen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen, während der durchschnittliche Wert der Region Murcia 112 beträgt beim Stand vom 9. Juli. So viele Menschen haben sich seit Februar nicht mehr angesteckt. Das gilt für ganz Spanien mit der Konsequenz, dass Deutschland Spanien wieder als Risikogebiet eingestuft hat.

Region Murcia
Fläche11.313 km²
Bevölkerung1,488 Millionen (2019) Eurostat
SehenswürdigkeitenLa Manga del Mar Menor
Hochschulen und UniversitätenUniversität Murcia, Universidad Católica San Antonio de Murcia

Angesichts der rasanten Entwicklung hat die Landesregierung von Murcia wieder die Bremse angezogen und die Schließung der Innenräume von Diskotheken und Pubs angeordnet. Der Beschluss tritt am Freitag, 9. Juli, um Mitternacht in Kraft. Beschränkungen gibt es auch bei Feiern in Sälen wie zum Beispiel Hochzeiten. Abhänging davon, in welcher Risikostufe sich eine Gemeinde befindet, dürfen die Innenräume nur zu 75 Prozent und mit maximal 100 Personen, zu 50 Prozent mit höchstens 50 Personen und zu 30 Prozent mit 30 Leuten belegt werden. Draußen dürfen jeweils doppelt so viele Personen zusammenkommen. Welche Gefahrenstufe in den Gemeinden herrscht, will das Landesgesundheitsministerium erst nächste Woche bestimmen.

Coronavirus an Costa Cálida wieder aktiv: Die meisten Ansteckungen in Diskos

Landesgesundheitsminister Juan José Pedreño (PP) begründete den Schritt damit, dass die meisten Neuinfektionen hauptsächlich in Diskotheken, Pubs und bei Privatfeiern passieren. Das nicht korrekte Tragen von Masken und die Nichteinhaltung der Sicherheitsvorschriften seien für den bedenklichen Anstieg verantwortlich, so Pedreño.

Besorgniserregend ist die Situation in Mazarrón mit einer Inzidenz von 322 Fällen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen und in Los Alcázares mit 259. Die hohe Zahl in Los Alcázares ist auf einen Ausbruch in der Diskothek Bali Club mit 106 Infizierten zurückzuführen. Weitere Ausbrüche hat es bisher in Mula bei einer Hochzeitsfeier mit mindestens 21 Fällen und auf La Manga am Mar Menor mit 27 Infizierten gegeben. Hinzu kommen 97 Jugendliche, die sich bei einer organisierten Abi-Reise nach Mallorca infizierten.

Coronavirus an Costa Cálida wieder aktiv: Trotz rasant steigender Inzidenzen keine verheerenden Auswirkungen erwartet

Obwohl sich das Virus wieder schnell ausbreitet, rechnen Experten nicht mit verheerenden Auswirkungen wie bei vorherigen Wellen. Die am meisten gefährdete Bevölkerung sei bereits größtenteils geimpft, hieß es. Es werde keine überfüllten Krankenhäuser geben, die Sterblichkeit werde nicht in die Höhe schießen. Derzeit werden 28 Covid-19-Patienten in den Kliniken behandelt, zehn auf den Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie starben 1.608 Menschen wegen Covid.

Dennoch ist die Verbreitung des Virus nicht ungefährlich. Die Situation begünstige das Entstehen neuer Virus-Varianten, erklärte Antonio Guirao, Physik-Professor an der Universität Murcia, der die Evolution der Pandemie verfolgt. Auch wenn es bei Jugendlichen viel weniger schwere Fälle gebe, müssten etwa 1,5 Prozent der Infizierten ins Krankenhaus eingewiesen werden, warnte Enrique Bernal, Covid-Koordinator im Krankenhaus Reina Sofia in Murcia.

Coronavirus an Costa Cálida wieder aktiv: In Murcias verdrängt die kolumbianische die britische Variante

Unterdessen ist in Murcia der zweite Fall einer Infektion mit der Delta-Variante, die um ein vielfaches ansteckender sein soll, festgestellt worden. Ein Mann aus Murcia hatte sich in Madrid mit der Mutante infiziert. Die vorherrschende Variante ist noch die britische, die aber von einer Mutation, die ihren Ursprung in Kolumbien hat, verdrängt wird. Auch die kolumbianische Variante gilt als sehr viel ansteckender.

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